22. 05. 2009
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Auswanderer-Porträts

Zum Vorruhestand nach Florida auswandern

Florida lockt Europäer mit traumhaftem Wetter und ganzjähriger Urlaubsstimmung. Auch Auswanderin Petra Kuby entschloss sich 2004, in den Sunshine State überzusiedeln. Heute lebt die Deutsche zusammen mit ihrem Mann ein erfülltes Leben in Cape Coral. Nur ab und zu geht es zurück an die Arbeit – der Abwechslung zuliebe.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich lebe seit 2004 mit festem Wohnsitz in Florida und mein Mann seit 2006. Bei einem Friseurbesuch fand ich vor vielen Jahren in einer Zeitschrift eine Anzeige über Ferienimmobilien in Florida. Da wir den Urlaub in Florida schon geplant hatten, informierten wir uns über die Immobilien. Und obwohl wir uns vorgenommen hatten, nichts zu kaufen, erwarben wir gleich beim ersten Florida-Urlaub im Jahr 1993 ein Ferienhaus in Cape Coral. Das war wohl der teuerste Friseurbesuch, den ich jemals hatte. Danach verbrachten wir immer öfter unsere immer länger werdenden Urlaube in Florida. Es kam schließlich der Zeitpunkt, an dem wir nirgendwo mehr wirklich "zu Hause" waren und wir uns dazu entschlossen, den Lebensmittelpunkt ganz nach Florida zu verlegen. Das Klima gefiel uns hier wesentlich besser.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Da wir zum Zeitpunkt der Auswanderung keine Eltern mehr und auch keine Kinder hatten und uns zudem schon einen Freundeskreis in Florida aufgebaut hatten, war es nicht schwer, Deutschland hinter uns zu lassen. 

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Die ersten Jahre waren wir mit einem B1-/B2-Visum in den USA, da wir meistens nie länger als zwei bis drei Monate geblieben sind. Später gründeten wir ein Geschäft und beantragten das L1-Visum. Nach einem weiteren Jahr beantragten wir dann die Greencard. Bis zum Erhalt der Greencard dauerte es dann noch mal vier Jahre.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Neben unseren Hobbys wie das schöne Wetter genießen, Bootfahren, malen, Schmuck designen, Blumengestecke basteln und Katzen adoptieren haben sich mein Mann und ich wieder eine Teilzeitbeschäftigung gesucht.  

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Zunächst beabsichtigten wir, hier in den Vorruhestand zu gehen. Aber schon bald stellte sich heraus, dass ein Urlaubsleben mit 365 Tagen im Jahr etwas langweilig sein kann.  Als sich dann für mich die Gelegenheit bot, bei einer Autovermietung Teilzeit zu arbeiten, nahm ich die Gelegenheit wahr. So konnte ich auch meine Kenntnisse der englischen Sprache weiter auszubauen. Im Augenblick arbeite ich stundenweise als Retail-Sales-Spezialistin für L’Oréal. Mein Mann führt seinen Beruf als Steuerberater hier auf Teilzeitbasis weiter. Ich habe als Steuerfachgehilfin viele Jahre im Steuerbüro meines Mannes gearbeitet. Hier wollte ich aber nichts mehr damit zu tun haben und ziehe den Umgang mit Menschen dem mit Zahlen vor.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Deutsche Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit werden auch hier in Amerika geschätzt. Man muss aber versuchen, sich der hiesigen Arbeits- und Lebensweise anzupassen. Vieles wird hier improvisiert und viel lockerer gesehen als in Deutschland. Wenn man deutsche Gründlichkeit mit amerikanischer Spontaneität und Kreativität paart und keine überzogenen Erwartungen hat, sind das bestimmt gute Voraussetzungen für den Erfolg. 

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Vom Tellerwäscher zum Millionär wird man in den USA genauso selten wie in Deutschland. Aber wenn man sich den Schritt gründlich überlegt und auf eine solide Basis stellt, ist Florida ein Traum. Das Erlebnis wird nur dann zum Albtraum, wenn man mit völlig falschen Voraussetzungen nach Amerika auswandert. Wir haben den Schritt bis heute nicht bereut, und Deutschland ist manchmal wirklich ganz weit weg.   

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Der Freizeitwert ist sehr hoch, und wir nutzen die Möglichkeit, direkt am Wasser zu leben und mit dem Boot fahren zu können. Hier gibt es fast jeden Tag schönes Wetter. Außerdem genießen wir den Umgang mit den offenen und freundlichen Menschen in Florida. Der besagte "American Way of Life" sagt uns sehr zu. 

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