01. 10. 2006
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Auswandern & Visa

Alternativen zum H-1B Visum

Vor einigen Jahren noch war das H-1B Visum fuür gut ausgebildete Einwanderer ein idealer Weg in die USA. Angesicht geringerer Quoten müssen sich US-Fans heute nach Alternativen umsehen.

Autor: Elke Rolff

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Anfang des Jahrzehnts gab es H-1B-Visa noch im Überfluss. Damals standen 195,000 der begehrten Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse zur Verfügung, mit denen Ausländer in akademischen Berufen sechs Jahre lang in die USA kommen konnten. Doch die goldenen Zeiten sind vorbei, das Kontingent ist ohne die Sonderbewilligung durch den Kongress wieder auf die gesetzlich festgesetzten 65.000 Visa pro Jahr zurückgefallen. Für das "Fiscal Year" 2006 (beginnt im Oktober 2005) waren die Kontingente bereits im August 2005 und für das »Fiscal Year« 2007 bereits Ende Mai 2006 erschöpft. Frühester Zeitpunkt für einen neuen H-1B Antrag ist der 01. April 2007 mit einem Arbeitsbeginn ab 01. Oktober 2007.

Einziger Lichtblick: Der quotenmäßigen Beschränkung unterliegen nur "neue" H‑1B Visa. Wer bereits in den letzten sechs Jahren ein H-1B Visum hatte und nicht länger als ein Jahr außerhalb der USA war, kann ein weiteres H-1B Visum beantragen, ohne unter die zahlenmäßige Beschränkung zu fallen. Das H-1B Visum stellt jedoch nicht das einzig mögliche Visum für den Aufenthaltvon qualifizierten Arbeitskräften in den USA dar. Es gibt viele Alternativen. Nachfolgend sind die gängigsten Möglichkeiten aufgezeigt:

1. Das B-1 Business Visitor Visum eignet sich zur kurzfristigen UÅNberbrückung von Zeiten in denen kein H-1B Visum zur Verfügung steht. Das B‑1 Business Visitor Visum kann kurzfristig – das heisst bis zu einem Jahr – für Tätigkeiten verwendet werden, die für einen ausländischen Arbeitgeber in den USA zu erfüllen sind. Voraussetzung sind weiterer Wohnsitz und Bezahlung des Lohns im Ausland.

2. Potenzielle Arbeitnehmer bis 38 Jahre können mit einem so genannten J-1 Trainee Visum in die USA kommen, um ein bis zu 18 Monate dauerndes, bezahltes Trainingsprogramm bei einer US-Firma zu absolvieren. Die US-Arbeitgeber sind entweder große Firmen, die direkt ein Trainingsvisum sponsern können, oder kleine bis mittlere Unternehmen, welche über so genannte Sponsororganisationen einen Trainee einstellen können. Vorteil der J-1 Visums Kategorie ist nicht nur die Möglichkeit, Lohn und damit eine Sozialversicherungsnummer zu erhalten, sondern auch die Möglichkeit des Ehegatten unter einem J-2 Visum mit in die USA reisen und dort eine unabhängige Arbeitsbewilligung zu beantragen.

3. Für spezielle kulturelle Austauschprogramme stehen die so genannten Q‑Visa zur Verfügung, welche zum Beispiel Trainingsprogramme bei großen US-Firmen ermöglichen würden.

4. Möglich ist die UÅNberbrückung einer H-1B-freien Zeit auch durch die Rückkehr an eine Uni im Rahmen eines Studentenvisums. Nach Abschluss eines Studienganges erhalten die Abgänger jeweils die Möglichkeit, eine Arbeitsbewilligung zu beantragen, um ein einjähriges "Optional Practical Training" im Bereich ihres Diploms zu absolvieren.

5. H-1B Visa verlangen als Schwellenvoraussetzung mindestens einen Universitätsabschluss oder gleichwertige Arbeitserfahrung. Wenn Sie sich jedoch in Ihrem Arbeitsgebiet bereits hervorgetan haben, besteht die Möglichkeit eines O-Extraordinary Ability Visums. Die Bereiche, in denen Extraordinary Ability dargestellt werden kann, sind Wissenschaft, Kunst, Lehrwesen, Unternehmertum oder Sport. Diese Visa werden anfänglich für drei Jahre und dann weitere drei Jahre erteilt und Ehegatten können mit in die USA einreisen, jedoch keine Arbeitsbewilligung erhalten.

6. Das L-Transfervisum für internationale leitende Angestellte (L-1A) oder besonders qualifizierte Angestellte (L-1B): Dieses Visum kann für Angestellte von Firmen beantragt werden, die sowohl im Ausland als auch in den USA eine Niederlassung haben und im Verhältnis Mutter-Tochter oder Schwester-Schwester Gesellschaft stehen. Wenn der zu transferierende Arbeitnehmer mindestens für ein Jahr bei der ausländischen Gesellschaft entweder in einer leitenden oder besonders qualifizierten Anstellung gearbeitet hat, kann er entweder zu einer neuen oder einer bestehenden USNiederlassung transferiert werden. Das Visum wird bei einer neuen US-Niederlassung zuerst für die Dauer eines Jahres gewährt. Es kann nachher bis zu sieben Jahren (L-1A) oder fünf Jahren (L-1B) verlängert werden. Vorteil des Visums ist, dass Ehegatten wiederum mit in die U.S.A. kommen können und unabhängige Arbeitsbewilligungen erhalten. Darüber hinaus stellt das L-1A Visum im Moment noch einen schnellen und direkten Weg zu einer Green Card dar.

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