01. 04. 2011
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Auswandern & Visa

Markus Gottschlich: Tropische Piano-Improvisationen

Seit er fünf ist, spielt er Klavier – seit seinem 17. Lebensjahr lebt er in den USA. Über New York und Connecticut fand Markus Gottschlich seinen Weg in den Sonnenstaat, wo er vorerst auch nicht wieder weg will.

Autor: Daniela Böttcher

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 »Landlocked«, so sagt er, habe er sich in seiner Heimat Österreich gefühlt und das Wasser gesucht. Davon gibt es hier in Miami reichlich. Momentan sucht der junge Mann mit dem charmanten Lächeln eine neue Wohnung. Ein Loft soll es sein, am besten so weit oben wie möglich. Wegen des Rundblicks. Ist gut für die Inspiration beim Klavierspiel.

Warum ausgerechnet Miamo? »Na, die Probleme, die man hier hat, hat man doch überall anders auch. Warum also nicht an einem der schönsten Plätze der Welt leben und arbeiten«, so die pragmatische Antwort. Recht hat er.

Ein Sport-Stipendium an der Militärakademie in St. Petersburg brachte den talentierten Basketballer in den Sunshine State, er studierte internationale Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaften. Nebenbei spielte er natürlich weiterhin leidenschaftlich Klavier.

»Das brauchte ich als Ausgleich zum intensiven täglichen Training«, erzählt der 30-Jährige. Heute sind Sport und Fitness längst zu seinem Hobby geworden, das Klavierspielen zu Beruf und Berufung. »In der Musik sind hier in Südflorida ganz andere Dinge los als anderswo in den USA«, erklärt der Jazz-Pianist und Komponist. Karibische und lateinamerikanische Einflüsse halt.

Inzwischen ist der Künstler Gottschlich so gefragt, dass renommierte Agenten auf ihn aufmerksam geworden sind. Kleine und große Konzerthallen in Südflorida wollen ihn spielen sehen, auch Anfragen aus dem Ausland trudeln ein. »Wenn ich könnte, würde ich 24 Stunden am Tag am Klavier sitzen«, schwärmt er. »Und wenn es eine 25. Stunde gäbe, würde ich die zum Komponieren nutzen.«

 
  
01. 04. 2011
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