Vagabund im Paradies: Deutscher Hotelmanager im Ritz Carlton Miami

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Ein »Vagabund seit 20 Jahren«, so beschreibt er sich selbst. Timur Senturk ist die Hälfte seines Lebens durch die Welt gereist, davon wiederum die Hälfte für die renommierte Hotelkette Ritz-Carlton.

In der Erfolgsspur: Der aus Deutschland stammende Hotelmanager Timur Senturk, aufgenommen in der eleganten Lobby des Ritz-Carlton in South Beach.<br>(Foto: © John Seberg)

In der Erfolgsspur: Der aus Deutschland stammende Hotelmanager Timur Senturk, aufgenommen in der eleganten Lobby des Ritz-Carlton in South Beach.
(Foto: © John Seberg)

Heute fungiert er als Geschäftsführer – oder auf Amerikanisch »General Manager« – einer der wohl hippsten Ritz-Locations weltweit: dem Ritz-Carlton South Beach im trendigsten Viertel von Miami Beach. Angefangen hat die Hotelkarriere des heute 40-jährigen Deutsch-Türken im heimischen Schwarzwald. Weiter ging’s via London, New York, Bangkok, Neu-Delhi, Los Angeles, Las Vegas und Washington, D. C. nach Florida. »Miami Beach für immer?« – diese Worte sind für so einen Wandervogel vielleicht ein bisschen zu hoch gegriffen, aber die Senturks fühlen sich schon pudelwohl im Sunshine State. Seine aus Hongkong stammende Frau Deon und ihre gemeinsame dreijährige Tochter Mia Johanna haben sich in dem knappen Jahr sehr gut an das Flair der Stadt gewöhnt. Für Timur sind es neben den unverwechselbaren lateinamerikanischen Einflüssen vor allem das bekannte Art-déco-Erbe und die vielseitige zeitgenössische Kunstszene, die das Besondere von Miami Beach ausmachen.

»Ich finde es toll, wie die Stadt ihre Architektur aus der Gründerzeit, den zwanziger bis vierziger Jahren, instand hält. Der kulturelle Aspekt von South Beach kommt bei vielen Besuchern zu kurz und wird leider oft ignoriert.« In seiner knapp bemessenen Freizeit widmet sich der Manager vor allem seiner Familie. Einmal wöchentlich begleitet er Töchterchen Mia zum Ballett, am Wochenende spielt er mit ihr im Pool, und alle drei Senturks probieren gern gemeinsam Miamis neue Restaurants und Cafés aus. Ein richtiges Männerhobby à la Florida hat Timur selbstverständlich auch: »Da steht das Golfspielen ganz oben auf dem Programm.« Und die Verbindung zu Deutschland? »Die wird nie abreißen«, bekennt der Schwabe. »Jedes Mal wenn die Sehnsucht nach schwäbischen Käsespätzle zu groß wird, sitzen wir im Flieger nach Stuttgart!«

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Autor: Daniela Boettcher