17. 01. 2009
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Auswandern & Visa

Arbeiten unter Palmen: Praktikum in Miami Beach

Die Englischkenntnisse verbessern und gleichzeitig wichtige Auslandserfahrung für den Lebenslauf sammeln – das war das Ziel von Stefan Brinkemper, als er sich zu seinem einjährigen Praktikum in die USA aufmachte. Der Standort seines neuen Arbeitgebers ist dabei kaum zu übertreffen, denn Stefan arbeitet im traumhaften Miami Beach an der Südwestküste Floridas. Ein Erfahrungsbericht über den American Way of (Working) Life!

Autor: Sarah Czuratis

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Auf der Suche nach einem Praktikumsplatz im englischsprachigen Ausland schrieb Stefan rund zwanzig Firmen im US-Bundesstaat Florida an, deren Kontaktdaten er über das German-American Business Chamber einholte. „Ich rate allen, die sich für ein Praktikum in den USA interessieren, stets mit mehreren Personen der jeweiligen Firma Kontakt aufzunehmen – auch mit dem CEO selbst", erklärt er. Mit viel Motivation und Eigeninitiative dauerte es nicht lange und Stefan bekam das Angebot für eine einjährige Praktikumsstelle am amerikanischen Standort eines deutschen Consulting-Unternehmens. Schon bald ging es über den großen Teich ins sonnige Miami Beach, und nun ist er dort schon seit mehreren Monaten als Recruiter im IT-Development tätig.

Einblicke in die amerikanische Berufswelt

Der 23-Jährige, der in Deutschland eine duale Ausbildung zum Betriebswirt und Industriekaufmann abgeschlossen hat, wollte während seines Praktikums gerne weiterhin in seinen Studienschwerpunkten Personalwesen und Marketing arbeiten. Zu einem der größten Projekte seines Praktikums zählen die Vor- und Nachbearbeitung einer Firmenmesse, zu der er kürzlich sogar quer über den Kontinent nach Los Angeles reiste. "Die Convention war eine interessante Erfahrung", berichtet Stefan, "die Mühe hat sich gelohnt." Die Reise bot auch einigen Nervenkitzel, denn in L.A. haben er und seine Kollegen sogar noch ein Erdbeben der Stärke 5,4 miterlebt.

Den Hauptunterschied zu seinen bisherigen beruflichen Erfahrungen in Deutschland sieht der Praktikant darin, dass bei seinem US-Arbeitgeber alles "klein und kurz" vonstatten geht. Damit ist zum einen gemeint, dass in seinem amerikanischen Büro nur wenige Angestellte sitzen. „Ein kleines Unternehmen bietet mir jedoch viel mehr Entwicklungsmöglichkeiten und Freiräume. Außerdem sind die Entscheidungswege hier viel kürzer. Die meisten Probleme werden noch am selben Tag gelöst", so der Deutsche. Einen weiteren Unterschied zum deutschen Berufsleben sieht Stefan in der Arbeitskleidung, die hier als "Business Casual" bezeichnet wird. "Im Büro trägt keiner eine Krawatte. In vielen deutschen Firmen wäre das undenkbar."

Time Off

Da an Stefans Arbeitsplatz fast ausschließlich Deutsch gesprochen wird, bietet sich ihm dort kaum eine Möglichkeit, seine Englischkenntnisse zu verbessern.  Seine Wohnung teilt sich Stefan jedoch mit einem Amerikaner, so dass er nach der Arbeit viel Englisch sprechen kann. Seine Freizeit verbringt er oft – wie sollte es auch anders sein – an den weißen Sandstränden von South Beach. Seine beiden deutschen Kollegen, Ina und Patrick, die auch ein Praktikum absolvieren, sind meist mit von der Partie.

Einen Kulturschock hat Stefan nach seiner Einreise in die USA nicht erlebt, denn er hatte schon im Vorhinein die Hilfe und Unterstützung seiner Cousine, die seit mehreren Jahren in Miami lebt und ihn auf die amerikanischen Geflogenheiten vorbereiten konnte. An der hiesigen Kultur gefällt dem Praktikanten besonders, "dass man mit jedem sofort ins Gespräch kommt, wohingegen man sich in Deutschland eher anschweigt. Allerdings musste ich erst lernen, dass ein How are you? hier eher als Grußformel gilt, und nicht als ernst gemeinte Frage zu verstehen ist." Gewöhnen musste sich der 23-Jährige erst an den Lebens- und Wohnstandard, der speziell in Miami Beach für das gleiche Geld deutlich unter deutschem Niveau liegt. "Die Stadt ist sehr teuer. Gleichzeitig lässt das Verständnis von Sauberkeit hier zu wünschen übrig."

In den nächsten Monaten plant Stefan noch eine Reise nach New York City. Die Stadt hatte ihm schon während des Orientierungsseminars sehr gefallen, das er vor Praktikumsbeginn bei seiner Visumsagentur im Big Apple absolvierte. Nach Beendigung seines Praktikums wird Stefan wieder nach Deutschland zurückkehren und dort eventuell auch weiter für seine Praktikumsfirma arbeiten. Die vielen Eindrücke und Erfahrungen seines USA-Aufenthaltes werden ihn dabei sicherlich sowohl bei seiner weiteren beruflichen Karriere als auch auf seinem privaten Lebensweg begleiten.

 
  
17. 01. 2009
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