01. 04. 2015
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Leben & Arbeiten

Autoversicherung: Brauche ich den US-Führerschein?

Wer einen Teil des Jahres in Florida ansässig ist, braucht in den meisten Fällen ein Auto. Doch was ist mit dem Versicherungsschutz? Benötige ich in jedem Fall einen amerikanischen Führerschein? Unser Versicherungsexperte gibt Antworten.

Autor: Rudolf Reiterer

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Um auch einen längeren Aufenthalt in Florida voll genießen zu können, braucht man ein Auto. Doch was zu Hause selbstverständlich ist, wirft zunächst einige Fragen auf. Ich möchte auch mit meinem deutschen, schweizerischen oder österreichischen Führerschein auf Floridas Straßen fahren. Oder brauche ich einen amerikanischen Führerschein, um ein Auto zu kaufen oder eine Kfz-Versicherung abzuschließen?

Die Antwort auf die oben gestellte Frage lautet: Nein. Tatsächlich ist es für all diese Dinge nicht notwendig, einen amerikanischen Führerschein zu beantragen und die entsprechende theoretische Prüfung auf Englisch abzulegen.

Während es auf den ersten Blick ein Vorteil zu sein scheint, einen US-Führerschein zu besitzen, ist dies auf längere Sicht nicht unbedingt der Fall. Der vom Bundesstaat Florida ausgestellte Führerschein ist nämlich immer nur solange gültig, wie es das Visum in Ihrem Reisepass ist. Gilt Ihr Visum für drei Monate, so ist auch Ihr amerikanischer Führerschein nur drei Monate lang gültig. Natürlich ist dieser bei ihrem nächsten Besuch in Florida mit einem einfachen Antrag und der Zahlung einer Gebühr bei der Kfz-Behörde verlängerbar. Aber wie bei Behördengängen üblich, verlieren Sie dadurch einen halben Tag Ihrer kostbaren Zeit oder, wie wir hier in Florida sagen, einen halben Tag Sonnenschein.

Mit ihrem deutschen, schweizerischen oder österreichischen Führerschein (gleiches gilt für alle EU-Führerscheine) können Sie in Florida problemlos fahren und auch Autos kaufen oder Kfz-Versicherungen abschließen. Ebenso wie in Deutschland, der Schweiz oder Österreich herrscht auch in Florida Versicherungspflicht. Allerdings liegt die zu versichernde Mindestschadensumme bei lediglich 10.000 Dollar. Zum Vergleich: Bei Personenschäden beträgt die Mindestdeckungssumme in Deutschland 7,5 Millionen Euro. Da im Schadensfall hohe Schadensersatzzahlungen anfallen können, ist grundsätzlich natürlich zu empfehlen, die Kfz-Versicherung auch in Florida mit dem höchstmöglichen Haftpflichtschutz zu wählen.

Aber: Einige Versicherungen bieten die Möglichkeit, die volle Versicherungsprämie nur für diejenigen Monate zu bezahlen, in denen der Versicherungsnehmer das Auto tatsächlich auch benutzt. Für die übrige Zeit, in der das Auto nur in der Garage steht, wird die Police auf den sogenannten »Garagenstatus« reduziert. Dabei wird Ihr Versicherungsschutz nicht aufgehoben, sondern lediglich auf die staatlich verpflichtende Mindestdeckungssumme von 10.000 Dollar reduziert. Dadurch lässt sich einiges an Prämien sparen, wobei der Teilkaskoschutz (Diebstahl, Brandschutz, Vandalismus usw.) voll aufrechterhalten bleibt. Eine weitere Möglichkeit einer Prämienreduzierung ist das Einreichen einer ausländischen Kfz-Versicherungsbestätigung auf Englisch.

Fazit: Als Fahrzeughalter mit ausländischem Führerschein zahlen Sie in den USA in der Regel höhere Kfz-Versicherungsprämien als mit US-Driver's Licence. Aber durch geschickte Planung und mit der richtigen Versicherung an Ihrer Seite können Sie diese deutlich reduzieren.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern dient ausschließlich der allgemeinen Information.

Über den Autor
Rudolf Reiterer ist Präsident der Lions Group International of SWFL in Lehigh Acres, Telefon (239) 425-5911, E-Mail: rudi@lionsgroupinsurance.com

 
  
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