01. 07. 2010
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Sport

Bernhard Langer: Frühling auf der Champions Tour

In Deutschland hat man ihn lange nicht ausreichend gewürdigt. »Sportler des Jahres« zum Beispiel wurde er nie, obwohl er als einziger Deutscher 1986 sogar in diesem von Amerikanern, Südafrikanern und Briten dominierten Sport für ein paar Wochen Weltranglistenerster war.

Autor: Dirk Rheker

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Im Ryder Cup spielte er zehn Mal, fungierte einmal als Kapitän und siegte dabei in den USA mit seinem Team überlegen – eine Sensation. Nicht zuletzt deshalb wurde er in den USA in die »World Golf Hall of Fame« aufgenommen, die Ruhmeshalle der Golfer. Und natürlich auch wegen seiner brillanten Siege beim legendären Masters-Turnier in Augusta.

Gestört hat Bernhard Langer die relative Nichtbeachtung im eigenen Land nie. Auf Publicity legt er keinen großen Wert. »In meinem Leben zählen der Glaube an Gott, meine Familie und der Golfsport«, sagt er. Wie andere über ihn denken, ist dem Profigolfer ziemlich egal. Wie zu Beginn seiner Karriere setzt er sich Ziele und verfolgt sie hartnäckig und ehrgeizig. Nebenschauplätze zur Präsentation der eigenen Persönlichkeit? Fehlanzeige.

Wir treffen Bernhard Langer beim ACE Group Classic in Naples. Mit acht Schlägen unter Par wird der Ausnahmeathlet hier am Ende den vierten Platz hinter seinen langjährigen Rivalen Fred Couples, Tommy Armour III und Scott Hoch belegen.

Seit drei Jahren spielt er auf der Champions Tour, jener Veranstaltung, die allen Golf-Assen über 50 Jahren offensteht und sich – trotz Wirtschaftskrise – lukrativer Fernsehverträge, zahlungskräftiger Sponsoren und hoher Zuschauerzahlen erfreut. »Für mich gibt es keinen besseren Ort als Florida«, verrät der im bayerischen Anhausen geborene Profi im Gespräch auf dem Putting Green.

Mit seiner amerikanischen Frau Vikki Carol und den gemeinsamen vier Kindern lebt er auf der anderen Seite des Sunshine States in Boca Raton. Was er an Florida schätze, sei der relaxte Lifestyle – und natürlich die Tatsache, dass er hier das ganze Jahr den Schläger schwingen kann. Seine Heimat bleibt stets Bayern, doch er denkt amerikanisch und mit den Kindern spricht er Englisch. Und auf das geliebte Schwarzbrot braucht er auch nicht zu verzichten, das lässt er sich immer von Freunden mitbringen.

Bernhard Langer hat seine Ziele nie aus den Augen verloren, schon gar nicht auf dem Golfplatz. In seiner Biografie schreibt er, was ihn antreibt: »Ich bin ein Mensch, der immer alles gibt. Manchmal wird diese Neigung bei mir so intensiv, dass ich mich bewusst bremsen und mir in Erinnerung rufen muss, dass es nur ein Golfturnier ist und wir nicht um Leben oder Tod spielen.« Ein Profi durch und durch halt …

 
  
01. 07. 2010
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