01. 07. 2010
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Auswandern & Visa

EB-5-Visum: Per Investition zur Greencard

Für wohlhabende Ausländer ist eine Investition in ein sogenanntes EB-5-Regionalzentrum oft der einfachste und schnellste Weg zu einer permanenten Einwanderung in die USA. Doch vor diesem Schritt muss die Bonität des Zentrums sorgfältig geprüft werden.

Autor: Anthony Olson

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Der eigentliche Zweck des EB-5-Programms, durch das Ausländer per Investition eine Greencard erhalten können, ist die Schaffung von Arbeitsplätzen: nämlich mindestens zehn Arbeitsplätze pro Investor in Regionen, wo die Arbeitslosigkeit 50 Prozent über dem nationalen Durchschnitt liegt. Eine Investition von 500.000 Dollar in diesen Gebieten genügt, um sich für die Greencard zu qualifizieren, während in anderen Gegenden eine Investition von mindestens einer Million Dollar erforderlich ist.

Ein Regionalzentrum beschäftigt in seinen Projekten normalerweise keine Angestellten, sondern veranlasst dritte Parteien, die Arbeitsplätze direkt und/oder indirekt zu schaffen. Die Geldgeber investieren in eine Kommanditgesellschaft (KG) und werden somit Kommanditisten. Das Regionalzentrum dient als geschäftsführender Komplementär der KG und leitet die Geschäftstätigkeit. Ein Projekt kann das Gewähren von Darlehen an eine private Firma, an eine städtische oder staatliche Entwicklungsbehörde sein, die ein Vorhaben ausführt, das neue Arbeitsplätze schafft. Ein Projekt kann aber auch den Ankauf und die Sanierung von großen gewerblichen Objekten beinhalten, die dann an Firmen vermietet werden, die wiederum neue Mitarbeiter anstellen. Weitere Regionalzentren verwalten Projekte wie die Bebauung von geschlossenen Militärstützpunkten, die Förderung von landwirtschaftlichen Exporten, die industrielle Entwicklung, den Bau von Alters- bzw. Pflegeheimen usw.

Zurzeit gibt es mehr als 75 Regionalzentren in verschiedenen amerikanischen Bundesstaaten. Viele dieser Zentren sind seit Jahren aktiv, und man kann ihre Erfolgschancen relativ gut bewerten. Andere wurden erst vor Kurzem von der Einwanderungsbehörde anerkannt, sodass man als Investor dieser Projekte das Erfolgspotenzial zunächst kritisch bewerten muss.

Bei der Wahl des Regionalzentrums ist besonders die Art der Arbeitsplatzschaffung zu berücksichtigen. Es ist wichtig, dass der Investor versteht, wie die verschiedenen Zentren die Schaffung von mindestens zehn Arbeitsplätzen pro Geldgeber berechnen. Zunächst erhält der Investor nämlich eine bedingte Greencard für zwei Jahre. Der Erhalt der dauerhaften Greencard hängt dann davon ab, ob mithilfe der Investition tatsächlich zehn neue Arbeitsplätze dauerhaft geschaffen wurden.

In Florida wurde gerade ein Regionalzentrum von der Einwanderungsbehörde anerkannt, das berechtigt ist, in bestimmten Gebieten innerhalb des gesamten Bundesstaates unterschiedliche Projekte mit Darlehen von EB-5-Investoren zu unterstützen. Mit einer Investition in ein Regionalzentrum kann ein Investor die bedingte Greencard innerhalb von sechs Monaten erhalten. Die Bestimmungen der Einwanderungsbehörde verlangen, dass diese Investition mit Risikokapital getätigt wird. Das heißt, das Regionalzentrum darf die Sicherheit der Investition nicht garantieren. Es bleibt also dem Investor überlassen, die Bonität des gewählten Zentrums zu bewerten. Eine seriöse Beratung von einem erfahrenen Einwanderungsanwalt oder einem anderen Experten trägt wesentlich dazu bei, dass der Investor das potenzielle Investitionsrisiko besser einschätzen kann.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern dient ausschließlich der allgemeinen Information.

Über den Autor:
Anthony Olson ist deutschsprachiger Anwalt bei der Immigration Law Firm in Sarasota. Telefon (941) 362-7100, E-Mail: tony@immigrationvisausa.com

 
  
01. 07. 2010
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