»Öffnen für Mentalität und Kultur«
Corinna Doerrenbaecher (29) ist noch ein USA-Frischling. Seit Januar lebt sie in Tampa/Florida. »Als ich von der Greencard-Lotterie las, dachte ich mir, das könnte ich mal probieren, und hatte prompt beim ersten Versuch Glück!« Ein Jahr und acht Monate später war Corinnas Traum dann endgültig wahr. Mittlerweile hat sie auch schon einen Job gefunden, allerdings nicht in ihrem Beruf als Diplom-Ingenieurin (FH) für Innenarchitektur, was sie aber nicht als schlimm empfindet. »Ich denke, man darf sich nicht zu fein sein, auch branchenfremd einzusteigen oder erst mal in einer niedrigeren Position anzufangen. Man muss offen sein für das Land, die Leute, die Mentalität und die Kultur.«
Was sie am Leben in den USA am meisten genießt? »Im Moment definitiv die Sonne, das Klima und die Nähe zum Strand und zum Meer. Die Leute hier sind sehr locker und vieles scheint recht entspannt zu sein.« Außerdem: »Hier ist es auch für Leute reiferen Alters möglich, den Job zu wechseln oder doch noch Karriere zu machen, auch wenn man keine zwanzig mehr ist.« Das Einzige, das sie wirklich vermisst, sagt sie, sind die typischen deutschen Innenstädte mit ihren Fußgängerzonen und Straßencafés. Ihre Zukunftspläne?
»Ich hoffe, beruflich gut Fuß zu fassen und mit dem, was ich tue, erfolgreich zu sein. Aus dieser Möglichkeit einfach das Beste herauszuholen. Alles Weitere wird sich zeigen!«
»Fleißig sein und nie aufgeben«
Noel Karrasch (38) gehört zu den Alt-Erfahrenen. Seit 2001 lebt er in Fort Myers. Er hatte eigentlich nie vor, in die USA auszuwandern. »Ich habe 1998 und Silvester 1999/2000 meinen Urlaub in Florida verbracht. Zurück in Deutschland saß ich eines Abends zu Hause und stöberte aus Langeweile im Videotext von RTL. Plötzlich fiel mir die Anzeige von American Dream über Leben und Arbeiten in den USA ins Auge. Noch in der Florida-Urlaubs-Euphorie beschloss ich kurzerhand, die Nummer anzurufen, und nahm an der Lotterie teil. Ich machte mir gar keine Hoffnungen auf einen Gewinn. Als ich dann die Benachrichtigung in der Post fand, überkam mich nur ein ungläubiges Gefühl – weil ich damit nie gerechnet hatte.«
Sein Interview fand am 9. Januar 2001 statt, am 1. Februar landete er mit Sack und Pack in Miami. Der Anfang war zunächst schwer: Sechs Jahre arbeitete der Informatikkaufmann auf einem Golfplatz, abends ging er zur Uni, um den Bachelor Degree im Bereich Computer Information Technology zu erlangen, und nebenbei fing er an, seinen eigenen Computer-Service aufzubauen. Heute arbeitet er in der IT-Abteilung des Lee County Tax Collectors und hat nebenbei weiterhin den Computer-Service, der ihm ein recht gutes Zweiteinkommen ermöglicht. Sein Rat, um in Amerika erfolgreich Fuß zu fassen: »Fleißig sein und nie aufgeben. Wer arbeiten will und kann, der hat es einfacher hier.« Sein Plan für die Zukunft: »Eines Tages möchte ich nur noch meinen Computer-Service betreiben und davon leben können.«
»Nicht blauäugig sein«
Michael (41) und Nicole Stettner (32) leben seit Januar dieses Jahres ihren amerikanischen Traum. Michael war schon einmal für drei Jahre in den USA. Dann zog es ihn zurück nach Deutschland, was er später bereute, wie er sagt. Das Glück bei der Greencard-Lotterie ließ einige Jahre auf sich warten. Dann endlich klappte es. Diesmal zögerte er nicht lange. »Diese Chance hat man nur einmal im Leben«, sagt Michael. Zusammen mit seiner Frau Nicole zog er nach Cocoa in Florida. Dort arbeitet er jetzt in seinem Traumberuf als Helikopter-Pilot und -Instructor.








