01. 10. 2006
Artikel bewerten
  
Leben & Arbeiten

Krankenversicherung: Gut versorgt in den USA

Für Ausländer in den USA stellt sich unweigerlich die Frage nach der besten Krankenversicherung. Eine Übersicht.

Autor: Adelheid Helbich

Left3-disabled Bild 1 von 1 Right3-enabled

Welche Krankenversicherung ist für mich optimal im Ausland? Soll ich eine zeitlich begrenzte Auslandsversicherung wählen oder lieber eine US-Versicherung. Gibt es vielleicht noch andere Möglichkeiten, wie ich mich versichern könnte? Was passiert, wenn ich die Firma verlasse? Was passiert, wenn ich nach Deutschland zurückkehren beziehungsweise abwechselnd in Deutschland und den USA leben möchte? Beim Thema Krankenversicherung stellen sich Menschen, die für einen längeren Zeitraum in den USA leben wollen, viele Fragen. Im Folgenden sind die gängigsten Alternativen dargestellt.

Zeitlich begrenzte Krankenversicherung
Der Vorteil einer zeitlich begrenzten Krankenversicherung mit einem deutschen Versicherer ist, dass sie in der Regel preisgünstig ist. Abgedeckt sind hierbei Krankheitsfalle während des festgesetzten Zeitraums, nicht aber Vorerkrankungen. Bei den meisten Gesellschaften wird im Zahnbereich bis maximal 500,00 Euro pro Jahr erstattet. Der Nachteil ist, dass die Versicherung den Vertrag nicht weiter verlängern muss. Dies tut sie vor allem dann nicht, wenn hohe Kosten entstanden sind, und krankheitsbedingt voraussichtlich weitere Kosten erwartet werden.

Unbefristete Krankheitskosten-Vollversicherung
Möglich für Versicherte, die einen Teil des Jahres im Ausland verbringen. Dabei werden Zuschläge von bis zu 40 Prozent fällig. Der Versicherte muss allerdings seinen Wohnsitz in Deutschland behalten. Hinweis: Es sei unbedingt davor gewarnt, die Versicherung im Glauben zu lassen, der Hauptwohnsitz sei in Deutschland, wenn das nicht mehr der Fall ist. Sollte es jemals zu einer kostspieligeren Behandlung kommen (zum Beispiel nach einem Unfall) und die Rechnungen alle aus dem Ausland kommen, beginnt die Versicherung zu recherchieren und stellt fest, dass man die meiste Zeit im Ausland gelebt hat.

Auslands-Gruppen-Vertrag
Viele deutsche Firmen bieten ihren Auslandmitarbeitern eine relativ preiswerte Absicherung durch eine deutsche private Auslands- Gruppen-Versicherung an. Diese bietet in der Regel hervorragende Leistungen, die jene amerikanischer Gesellschaften um einiges übertreffen. Doch Vorsicht: Wird die Firma eines Tages von einem US Unternehmen übernommen oder der Versicherte entlassen, verliert er die Gruppenversicherung. Bei älteren Versicherten ist eine Umstellung auf einen individuellen Vertrag wegen des höheren Einstiegsalters dann oft sehr teuer. Versicherte sollten vorher prüfen, ob sie ihre eigene private Krankenversicherung für einen geringen Beitrag auf Anwartschaft legen lassen können. Dies bietet die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt ohne höheres Eintrittsalter und ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder einzusteigen. Grundsätzlich gilt: Deutsche Firmen im Ausland sollten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich in einer deutschen Privaten Krankenversicherung zu versichern. Der Arbeitnehmer ist in der ganzen Welt krankenversichert und hat in Zukunft keine Probleme, wenn er wieder in Europa leben möchte.

Zuschuss zur deutschen internationalen Krankenversicherung
Erfahrungsgemäß sind amerikanische Arbeitgeber bereit, ihren deutschen Mitarbeitern die gleiche Summe, die das Unternehmen für die US-Versicherung ausgibt, als Zuschuss für ihre private deutsche Versicherung zu bezahlen. Voraussetzung dafür ist, dass man im Personalbüro die langfristigen Nachteile einer US-Versicherung dokumentiert, besonders für den eventuellen Fall einer teilweisen oder vollkommenen Rückkehr nach Deutschland im Rentenalter. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ein Arbeitgeber sich beteiligen kann: 1.) Er überweist den kompletten Krankenversicherungsbeitrag aller Mitarbeiter an die deutsche Krankenversicherung. Die Differenz zwischen dem Arbeitgeberanteil und dem Beitrag zieht der Arbeitgeber vom Gehalt ab. 2.) Der Arbeitgeber bezahlt seinen Anteil mit dem Gehalt als Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag. Die Höhe des Anteils deckt sich in der Regel mit der Summe, die der Arbeitgeber für eine entsprechende US-Versicherung bezahlen würde.

Über die Autorin:
Adelheid Helbich und Dr. Nikolaus Helbich sind Experten in Versicherungsfragen mit Büros in New York und Hamburg. Telefon (212) 242-3087 sowie +49-40-220 67 06), im Internet unter www.german-healthplans-worldwide.com

 
  
01. 10. 2006
Artikel bewerten