Am Montag gingen die ersten beiden Körperscanner in Deutschland in Betrieb. Am Flughafen Hamburg-Fuhlsbbüttel zählte Bundesinnnenminister de Maizière zu den ersten Reisenden, die sich am Security Checkpoint scannen ließen. Der CDU-Politiker erhofft sich von den neuen Geräten mehr Sicherheit im Flugverkehr. Hintergrund der neu entfachten Sicherheitsdebatte war ein versuchter Anschlag im Dezember 2009, als es ein Passagier schaffte, mit Sprengstoff auf einen Flug von Amsterdam nach Detroit zu gelangen.
Die Nutzung der Körperscanner bleibt für alle Flugpassagiere während der Pilotphase freiwillig. Sechs Monate lang sollen die Geräte in der Praxis getestet werden. Im Gegensatz zu Metalldetektoren können sie sämtliche am Körper getragenen Gegenstände erkennen. Selbst Messer aus Keramik können so erkannt werden.
Über den Nutzen der 120.000 Euro teuren Geräte wird jedoch heftig gestritten. Während sich Befürworter neben einer erhöhten Sicherheit auch beschleunigte Kontrollen und weniger - für viele Reisende - unangenehme Leibesvisitationen versprechen, kritisieren Gegner die Geräte als "Nacktscanner" und die auf die Reisenden ausgesetzte elektromagnetische Strahlung als gesundheitsgefährdend.
Das Innenministerium argumentiert, dass die durch die Geräte eingesetzten Millimeterwellen für die Gesundheit keinerlei Gefahr bedeuteten und sogar wesentlich schwächer als die Strahlung eines Mobiltelefons seien. Zudem würden die Fluggäste auf dem Scan-Bildschirm nur als schematischen Personendarstellung und keinesfalls nackt erscheinen. Nach der Sicherheitskontrolle würden die Daten des Scans darüber hinaus sofort gelöscht.
Die ersten Reaktionen der Hamburger Fluggäste werden als positiv eingeschätzt. So teilte das Bundesinnenministerium am Dienstag mit, dass insgesamt 2.995 Reisende die Körperscanner in den ersten 24 Stunden testeten.
In den USA sind die Geräte bereits seit 2009 in Betrieb. Am Flughafen Miami ist der Bodyscanner mittlerweile sogar das meist genutzte Gerät der Sicherheitskontrolle. Die USA kündigten an, den Einsatz der Scanner bis Ende 2010 auf 150 Geräte zu erhöhen. Auch in Deutschland stellt man sich auf eine Ausbreitung ein. So kündigte der Düsseldorfer Flughafen an, nach abgeschlossener Testphase in Hamburg ebenfalls Körperscanner einsetzen zu wollen, sofern mögliche technische Mängel behoben seien. In Hannover hingegen stößt die neue Technik auf Widerstand und Kritik. Airport-Boss Raoul Hille hält die Geräte für gesundheitlich bedenklich und zweifelt zudem an deren Effizienz.
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