08. 08. 2009
Artikel bewerten
  
Auswandern & Visa

Sprachreise: Zum Englischlernen nach Florida

Wie verbringe ich sinnvoll meine Semesterferien? Ein entspannender Urlaub unter Palmen, oder doch lieber etwas für den Lebenslauf tun? "Warum nicht beides?", dachte sich die Wiener Studentin Barbara und buchte eine vierwöchige Englisch-Sprachreise ins sonnige Miami.

Autor: Sarah Czuratis

Left3-disabled Bild 1 von 3 Right3-enabled

Bei der Planung ihrer Sprachreise schaute sich die Österreicherin hauptsächlich bei den zahlreichen deutschen Anbietern um. "Der Preisvergleich lohnt sich", berichtet Barbara, die durch Zufall kurz vor der Abreise noch auf ein sehr günstiges Angebot stieß. Auf der Suche nach dem passenden Reiseziel wägte die Studentin ab, welche Stadt die Faktoren Kultur und gutes Wetter vereinen würde. Ihre Wahl fiel auf Miami Beach, dessen Kunst- und Kulturszene gerade ganz groß im Kommen ist.

Um sich auf das subtropische Reiseziel einzustimmen, hat sich Barbara vor ihrer Abreise alte Folgen der 80er-Jahre-Kultserie "Miami Vice" angeschaut, in der die Stadt als pastellfarbene Metropole voller attraktiver Menschen und strahlender Art-déco-Villen porträtiert wird. "Die Realität sieht nicht ganz so aus wie es in der Serie dargestellt wird", schmunzelt die Studentin, die während ihres Aufenthalts natürlich auch die weniger schönen Gegenden der Stadt kennen lernte. 

In Wien studiert die 30-Jährige Filmproduktion und steht kurz vor ihrem Master-Abschluss. Für ihr Studium und die berufliche Karriere wollte Barbara ihre Sprachkenntnisse weiter ausbauen und insbesondere ihr gesprochenes Englisch verbessern. "Das ist in einer Stadt, in der der Großteil der Menschen Spanisch spricht, allerdings nicht sehr einfach. Ich versuche jedoch, bei jeder möglichen Gelegenheit mit Amerikanern ins Gespräch zu kommen – ob mit der Kassiererin im Supermarkt oder der Bedienung im Restaurant."

Barbaras Wohnung, die sie für einen Monat gemietet hat, ist nur vier Blocks vom Strand entfernt. Jeden Morgen steht die Wienerin um sieben Uhr auf und joggt eine Stunde am türkisblauen Meer entlang. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es wieder an den Strand. Erst um zwölf Uhr mittags beginnt ihr erster Sprachkurs und dauert bis in den späten Nachmittag hinein. Abends geht Barbara dann viel spazieren, shoppen oder erkundet die Stadt.

In der Sprachschule, die ihr deutscher Anbieter vermittelt hat, belegt Barbara Konversationskurse und einen Kurs über amerikanische Redewendungen. "Die Kurse an sich sind gut. Aber ich bin sehr enttäuscht, dass die Schule keine Freizeitaktivitäten und Ausflüge für ihre Schüler plant", erzählt die Studentin, die zum ersten Mal alleine verreist ist. "Die Schüler lernen sich so untereinander kaum kennen. Generell würde ich anderen Sprachschülern empfehlen, lieber mit einer weiteren Person oder in der Gruppe zu verreisen."

In den USA hat Barbara einen wahren Kulturschock erlitten, insbesondere was die Ernährung der Amerikaner betrifft. "Es ist mir ein Rätsel, wie all die jungen Frauen, die ich morgens am Strand sehe, bei dem schlechten Essen so schlank bleiben. Es ist wirklich schwierig, sich hier gesund zu ernähren." Zudem gäbe es zu wenig kulturelle Events in Miami. "Zumindest sind diese für Touristen nur schwer zugänglich. Die Stadt ist mehr auf das Partyleben ausgelegt. Sehr unangenehm ist, dass man auf den Straßen von den Männern ständig mit schlechten Sprüchen angebaggert wird - auch wenn ich noch so verschwitzt vom Laufen komme."

Ihren ersten Tropensturm hat die Österreicherin schon hinter sich. Doch der hat ihr kaum den Schlaf geraubt. "In Wien gibt es manchmal schlimmere Winde." Stattdessen verfolgte sie gespannt die Berichterstattung des lokalen Wetterkanals. "Es war faszinierend zu sehen, wie genau die Meteorologen den Verlauf des Sturms vorhersagen können." Barbara genießt es, dass viele Geschäfte in den Vereinigten Staaten 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche geöffnet haben. "Am besten gefällt mir jedoch, dass die Amerikaner alle so freundlich sind. Das ist etwas, wovon sich viele noch eine Scheibe abschneiden können."

 
  
08. 08. 2009
Artikel bewerten