Der Deutsche, der wie der Rest seiner Familie ein bekennender Florida-Fan ist, schickte uns seinen ganz persönlichen Erfahrungsbericht vom Leben in Florida. Darin berichtet er über die Auswanderung nach Naples und seine Erfahrungen an einer amerikanischen High School. "Ich würde mich sehr freuen, meine Geschichten mit anderen zu teilen und denen Tipps zu geben, die jemals vorhaben eine amerikanische Schule zu besuchen," erklärt er.
Da helfen wir natürlich gerne weiter. Im Folgenden können Sie Fredericks Auswanderer-Geschichte selbst nachlesen. All diejenigen, die sich über das Thema austauschen oder direkt mit Frederick in Verbindung setzen möchten, können dies in einem eigens dafür angelegten High-School-Thread in unserem Leserforum tun. Frederick freut sich schon darauf, von Gleichgesinnten zu hören.
"Das Abenteuer eines neuen Lebens in Florida begann für uns eigentlich schon im Mai 2001. Für die ganze Familie war dies der erste Besuch in den Vereinigten Staaten überhaupt und wir waren alle sofort von der schönen Atmosphäre, den weißen Stränden und dem gehobenen Einkaufsflair in Naples begeistert. Die nächsten Jahre verbrachten wir unsere Ferien allerdings an verschiedenen Orten in Europa, denn der Dollarkurs war recht ungünstig für uns Europäer.
Im Mai 2004 flogen wir das nächste Mal nach Naples, denn der Dollar hatte ein neues Rekordtief erreicht (1 Euro zu 1.25 Dollar) und meine Eltern hatten die feste Absicht, diesmal mit einem unterschriebenen Kaufvertrag für ein Ferienhaus nach Deutschland zurückzukehren. Wir fanden unser Traumhaus in Naples Park, einem Wohngebiet im Norden von Naples, nahe dem mehrfach ausgezeichneten Wiggins State Park mit herrlichen Stränden und einmaliger Flora und Fauna. Fortan verbrachten wir sämtliche Schulferien in Naples und waren jedes Mal betrübt, wenn die Koffer für die Abreise wieder gepackt werden mussten. Es dauerte nicht mehr lange und wir fingen an, bei prasselndem Regen, kaltem Wind und geschlossener Wolkendecke in Deutschland Pläne zu schmieden, um in Naples eine permanente Existenz aufzubauen.
Im Dezember 2006 kaufte meine Mutter die Kinderboutique "All About April" im Venetian Village, einer Open-Air Einkaufszeile direkt am Wasser, um auf dieser Grundlage ein so genanntes E-2 Visum zu erhalten. Dieses Visum wird alle fünf Jahre überprüft und, wenn die Vorraussetzungen stimmen, verlängert.
Mein Bruder Pascal und ich haben beide im Alter von vier Jahren angefangen, Englisch zu lernen. Das waren in meinem Fall neun Jahre und bei meinem Bruder sieben Jahre, als wir hier herzogen. Man kann natürlich eine Sprache nur begrenzt aus Büchern und dem Anschauen von Filmen lernen, aber dadurch wurde eine gute Basis geschaffen.
Bei unserer Ankunft in Naples war mein Bruder in der siebten und ich in der achten Klasse, also hatte ich nur noch ein paar Monate in der Middle School vor dem Wechsel auf die High School. Schüler aus anderen Ländern werden in den meisten Fällen in einer speziellen ESOL-Klasse unterrichtet. Die Lehrer sind darauf ausgebildet, Sachverhalte mit einfachen Worten zu erklären. Es ist uns überraschend leicht gefallen, uns in die Klasse zu integrieren. Nach kurzer Zeit konnten mein Bruder und ich von der ESOL- in die reguläre Klasse überwechseln.
Sport ist ein wichtiger Bestandteil an jeder Schule und es werden fast alle Sportarten angeboten. Football ist der mit Abstand populärste Sport und ist für viele eine Möglichkeit, ein Stipendium für ein angesehenes College zu erhalten. Mein Bruder und ich jedoch spielen Fußball und sind im Leichtathletikteam.
Teamwork kann man nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in den Klassenzimmern finden. Da man sich seinen Stundenplan mehr oder weniger selbst zusammenstellt, verändert sich andauernd die Zusammensetzung der Schüler in der Klasse. Man trifft immer neue Leute und jedes Jahr sieht man andere Gesichter in seinen Klassen. Auf der einen Seite muss man sich daran erst einmal gewöhnen, auf der anderen Seite vereinfacht dies die Integration, da es keine festen Klassenverbände gibt.








