Gesucht und gefunden
Boris Bischof (Spitzname: »Chanz«) weiß, wovon er spricht: Als Diplomatensohn wohnte der gebürtige Kieler Zeit seines Lebens schon in aller Herren Länder, 18 insgesamt, die längste Zeit in Sri Lanka. »Doch Florida ist mein absolutes Traum-Domizil«, bestätigt Bischof, »das fantastische Wetter, die freundlichen Menschen, die unglaublichen Freizeitmöglichkeiten – hier passt einfach alles!« 2006 war der 41-Jährige, ausgestattet mit einem E2-Visum, als Direktor einer Digital-Imaging-Firma nach Sarasota gekommen –und hatte sich sogleich derart wohl gefühlt, dass er mehr wollte als »nur« einen Aufenthalt auf Zeit.
»Gleich im ersten Anlauf klappte es mit der Greencard-Lotterie, »jetzt will ich mein Arbeitsvisum zügig in die Daueraufenthaltsgenehmigung verwandeln – und dann so schnell wie möglich die US-Staatsbürgerschaft beantragen.« Bindung an die alte Heimat? »Sicher, mein 78-jähriger Vater und meine 18 Jahre alte Tochter wohnen noch dort. Aber ansonsten habe ich hier Wurzeln geschlagen.« Und wenn er abends nach der Arbeit von seinem Haus in Siesta Key auf dem Jetski über die Wellen reitet, weiß er, dass es für ihn keinen besseren Platz auf der Welt gibt. »Florida und ich passen einfach wahnsinnig gut zusammen.«
Kindheitstraum Amerika
Als kleines Mädchen träumte Franziska Haesler Wehrli von einer verschollenen Tante in den USA, zu der sie eines Tages auswandern könnte. Da das nie Wirklichkeit wurde, musste die Schweizerin irgendwann schwerere Geschütze auffahren. Seit 2003 nahmen sie und ihr Mann Andy an der Greencard-Lotterie teil. Ihr Ziel: »Bis 2013 leben wir in Florida.« Doch so lange sollte es nicht dauern, denn bereits im Juni 2008 ging es mit der gewonnenen Greencard im Gepäck in den Sunshine State, genauer gesagt nach Clearwater – bekannt für die weißesten Strände des Sonnenstaates.
»Unser ganz privates Paradies«, so Franziska Haesler-Wehrli. In ihrem Eigenheim mit Pool fühlen sich die beiden heute pudelwohl. »Jeden Abend genießen wir hier unsere Kurzferien!« Beruflich steigt das Ehepaar gerade in die Truckfahrer-Branche ein. Parallel dazu beginnen beide ein Bachelor-Studium in Criminal Justice. Das Ziel: mit dem US-Pass in der Hand zum FBI. »Wir waren bereits in der Schweiz für die Justiz tätig. Das kommt hier gut an.«
Erfolgschance Grüne Karte
Schon nach der ersten Teilnahme an der Greencard-Lotterie traf die begehrte Gewinnbenachrichtigung bei Ulrich Schumann ein. Anschließend ging es mit Sack und Pack nach Übersee. Das Ziel: der Sunshine State. »Florida ist einfach super – die Menschen, das Wetter und die Gemütlichkeit«, schwärmt der Auswanderer. Ulrich Schumann, der in Deutschland lange Zeit arbeitslos war, sah die Greencard als Riesenchance. Es folgten ein gut bezahlter Job, eine Eigentumswohnung und ein sonniges Leben in Fort Lauderdale. Alles lief nach Plan – bis ihm die Wirtschaftskrise einen Strich durch die Rechnung machte. Der 49-Jährige wurde arbeitslos und ging vorübergehend zurück nach Deutschland.
»Während dieser Zeit hatte ich aber ständig Sehnsucht nach Florida. Heute weiß ich auch warum: Ich bin hier zu Hause!« Mit einer Zeitarbeitsstelle startete er einen zweiten Anlauf in Florida, der ihn wieder auf den Erfolgsweg brachte. Der Schlüssel zum Glück? »Harte Arbeit! Ausruhen kann man sich hier nicht.« Im Juni 2010 dann der verdiente Lohn: eine Festanstellung als Senior Systems Administrator. »Florida, I’m back!« heißt es fortan. Spätestens im Herbst will er wieder ein Appartement sein Eigen nennen. »Man kann es hier sehr schnell zu etwas bringen, wenn man sich wirklich bemüht.«
Ins SehnsuchtS-Sonnenland
Im November, wenn die grauen Nebel dick über den Zürichsee wabern und die feuchte Kälte durch die Kleider dringt, kann man schon Sehnsucht bekommen nach einem Leben unter Palmen und warmer Sonne.








