Im Sonnenstaat herrscht Hitzeträgheit. Zwar vermeldet Florida Realtors für die meisten Metroregionen seit 23 Monaten ununterbrochen ankletternde Verkaufszahlen, aber seit April 2010 dümpelt man doch mehr oder weniger unverändert auf dem selben, im Vergleich zu 2009 allerdings um 18 Prozent erhöhten Absatzniveau. Ohne Sommerschweiß kein Preis?
16.745 Einfamilienhäuser gingen im Mai 2010 an neue Besitzer, 16.781 waren's im Monat davor und 14.172 im Vorjahr. Etwas reaktionsfaul auch ihr Verkaufswert: So verharrt der mittlere Preis für ein bestehendes Florida-Einfamilienhäuschen derzeit bei 140.400 Dollar (Vergleichswert 2009: 143.800 Dollar). Nachdem drei Monate in Folge ein Anstieg zu verzeichnen war, gab es zuletzt einen Preissprung von + 300 Dollar (April–Mai 2010), schreibt die St. Petersburg Times nach Angaben von Immoprofi Florida Realtors. Die National Association of Realtors bestätigt für sämtliche Florida-Eigenheime ein 2,7-Prozent-Plus des Preismedians (Checkzeit: Mai 2009–Mai 2010). Bei knapp einem Drittel aller Wonnemonat-Verkäufe handele es sich um finanziell "gestresstes" Eigentum, so die Realtors in der St. Petersburg Times weiter.
Okay, alles floridaklaro, aber Augenblick mal: Was spielt sich denn immobilientechnisch bei Uncle Sam insgesamt ab? Der Absatz übers vergangene Jahr stieg um 19,2 Prozent! Zu doll aufgeblasen? Der US-Immobilienabsatz sackte nämlich im Mai 2010 in sich zusammen wie eine löchrige Luftmatratze. US-Verkäufe vorhandener Eigenheime schmolzen von 5,79 Millionen im April 2010 um 2,2 Prozent auf eine jährliche saisonbereinigte Rate von 5,66 Millionen Wohneinheiten im Mai 2010. Und das bei so schön wackelnden Sollzinsen: Die durchschnittliche Rate für einen 30-Jahres-Kredit verlor innerhalb von einer Woche von 4,75 Prozent auf 4,69 Prozent (die niedrigste Verzinsung seit 1971; im Dezember 2009 lag sie bei 4,71 Prozent), schreibt die Palm Beach Post.
Immerhin: Rund 340.459 Amerikaner profitieren derzeit (Stand: Mai 2010) effektiv vom damit zusammenhängenden Refinanzpusher "Making Home Affordable", darunter 41.272 in Florida (allein 15.050 Schuldner aus den südlichen Palm Beach, Miami-Dade und Broward Counties), so die Palm Beach Post weiter.
Auf die Ami-Neubau-Verkäufe scheint das jedoch in etwa so zu wirken, wie die Mai- (pardon) Mittagssonne von Sarasota auf ein Eis von Big Olaf: Sie schmelzen dahin und zwar um 33 Prozent auf den allerniedrigsten Stand überhaupt, so die Associated Press in ihrem Mai-Bericht.
Von April auf Mai verringerte sich die jährliche, saisonal angepasste US-Verkaufsgeschwindigkeit auf 300.000 Wohneinheiten – der gravierendste monatliche Einschnitt in der Geschichte staatlicher Immobilien-Absatz-Aufzeichnungen.
Im Süden der USA, also auch in Florida, büßten die Verkäufe "nur" 25 Prozent ein – im Westen waren es gar 53 Prozent.



