01. 10. 2015
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Immobilien & Investments

Gut geplant: Die Schritte zum Neubau

Für europäische Kunden ist der Kauf einer Ferienimmobilie in Florida derzeit trotz des gegenüber dem Dollar gefallenen Euro-Kurses immer noch vergleichsweise günstig. Angesichts der steigenden Nachfrage hat sich das Inventar an verfügbaren Immobilien aber gerade im gehobeneren Bereich in den vergangenen Monaten merklich verringert. Die Alternative: der Neubau des Urlaubstraums. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Autor: Esther Maisch

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Ein Ferienhaus zu bauen statt zu kaufen hat viele Vorteile: Zum einen kann man seinen Urlaubstraum nach eigenen Vorstellungen gestalten und muss keine Kompromisse mit bestehenden Grundrissen und Ausstattungen eingehen. Zum anderen erhält man ein Haus, das nach den aktuellen Bauvorschriften etwa hinsichtlich Hurrikanschutz und Wärmeisolierung errichtet wurde und mit neuer Technik ausgestattet ist. Darüber hinaus sparen Besitzer von Neubauten enorm an Prämien bei der Gebäudeversicherung.

Das Wichtigste an einem Neubauprojekt, bei dem man nicht täglich nach dem Rechten schauen kann, ist natürlich die Wahl eines professionellen Partners. Nach dem Erwerb eines Grundstücks stehen daher zunächst Gespräche mit einem seriösen Bauträger auf der Agenda.

Hat man sich mit dem Bauträger auf einen Vertrag geeinigt, sollte dieser so gestaltet sein, dass man als Bauherr genau weiß, was auf einen zukommt – auch finanziell. Der Bauvertrag muss alle Details des Bauvorhabens definieren, sofern diese nicht durch den sogenannten »Building Code«, die Bauverordnung, geregelt sind: Wo und wann wird gebaut, wie lang ist die geplante Bauzeit, welche Zahlungsweise wird gewählt, wie sind die Pläne, wer übernimmt Landvermessung, Erschließung und Bauvorbereitung, wie sind Ausstattung und genaue Baubeschreibung, wie ist der Übergabezustand definiert.

Anschließend erstellt der Bauträger in Zusammenarbeit mit einem Architekten die Entwurfszeichnung. Alternativ kann man seine Traumvilla aber auch anhand bereits bestehender Modelle errichten und diese nach Bedarf modifizieren. Die Baugenehmigungen werden in Florida in der Regel recht schnell erteilt.

Für Europäer, die während der Bauphase nicht oder nur sporadisch an der Baustelle in Florida sein können, empfiehlt es sich, mit einer Firma zusammenzuarbeiten, die auf individuelle Wünsche eingehen kann. Bei vielen der großen, landesweit tätigen US-Bauträger ist dies nicht der Fall. Idealerweise ist jemand in der Firma auch noch der deutschen Sprache mächtig, sodass Missverständnisse vermieden werden können.

Als Bauherr sollte man von seinem Bauunternehmer immer einen genauen Bericht mit Fotos über den Baufortschritt erhalten. Die Kontrolle über die Bauausführung und die Erledigung der einzelnen Bauabschnitte übernehmen derweil die staatlichen Inspekteure des Countys. Eine zusätzliche Kontrolle bietet die Bank, die im Fall einer Baufinanzierung ein Neubauprojekt mehrfach durch einen Inspekteur prüfen lässt.  

Berichte von »typisch amerikanischer Leichtbauweise« sind längst nicht mehr zutreffend. Die Bauweise in Florida ist durch strikte Bauauflagen heute meist massiv, das heißt Stein auf Stein, damit das Gebäude auch heftigeren Stürmen standhält. Der Innenausbau erfolgt in Trockenbauweise; dadurch lassen sich sehr leicht Änderungen an der Raumaufteilung vornehmen.

Bei der Hausabnahme sollten alle Mängel schriftlich festgehalten werden. Ein seriöser Bauunternehmer verpflichtet sich nach Übergabe des Hauses, sämtliche Mängel innerhalb von 60 Tagen zu beheben. Dank guter Kommunikation über den »großen Teich« hinweg ist auch das in der Regel problemlos zu bewältigen.

Die Schritte zum eigenen Ferienhaus

Bauvertrag
Im Bauvertrag werden sämtliche Bauphasen sowie ein Zahlungsplan für die einzelnen Bauabschnitte fixiert.

Genehmigungszeichnung
Nach Fertigung der Konstruktionszeichnungen erfolgt die Baueingabe bei der zuständigen Genehmigungsbehörde.

Baubeginn
Nach Erteilung der Baugenehmigung findet der erste Spatenstich statt.

Baubegleitung und Inspektionen
Der Bauträger informiert regelmäßig über den Baufortschritt und die Zwischenabnahmen (»inspections«) durch die Aufsichtsbehörde.

Endabnahme
Nach Fertigstellung aller Arbeiten erfolgt die Schlussinspektion des Neubaus durch die Bauaufsichtsbehörde.

Endbegehung
Nach der Endabnahme erfolgt eine Begehung des Neubaus zusammen mit dem Bauherrn. Hierbei werden alle Restarbeiten oder Mängel in einer »punch list« dokumentiert.

Über die Autorin
Esther Maisch ist Realtor bei Paradise Cove Properties in Englewood.
Telefon (941) 716-0417, E-Mail: Esther@SunnyDreams.com

 
  
01. 10. 2015
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