01. 07. 2010
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Immobilien & Investments

Immobilien-Krise: Verfall oder Aufschwung?

Erst kürzlich sorgten Berichte über eine neue Flut an Zwangsversteigerungen von Immobilien für Schlagzeilen. Betroffen waren allerdings meist keine Ferienimmobilien, die für europäische Käufer interessant seien, glaubt die Immobilienexpertin Marion Kaarina Ott aus Miami.

Autor: Marion Kaarina Ott

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Haben wir mit dem Jahr 2009 den Tiefpunkt der Krise durchschritten? Selbst Experten für den Häusermarkt in Amerika im Allgemeinen und Florida im Besonderen würden derzeit nicht ihre Hand ins Feuer legen. Seit Januar 2010 nämlich haben die Banken die Immobilien im finanziellen Verzug zur Zwangsversteigerung freigegeben. Dies war vorher aus rechtlichen und politischen Gründen nicht möglich.

Konkret heißt das: Alle Immobilien, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren nicht durch einen Short Sale oder durch eine Einigung mit dem Eigentümer verkauft werden konnten, landen jetzt bei Gericht und werden zwangsversteigert. In Miami-Dade County sprechen wir über etwa 200 Objekte am Tag oder rund 1.000 pro Woche.

Natürlich führt diese Entwicklung zunächst einmal zu einer weiteren Erhöhung auf der Angebotsseite, einer regelrechten Schwemme. In der Mehrzahl handelt es sich aber vor allem um weniger begehrenswerte Objekte.

Welche Auswirkungen hat das auf die Preise? Ich vermute, dass in der unteren Preiskategorie durchaus noch ein weiterer Verfall zu erwarten ist: Alles »Übriggebliebene« verbilligt sich weiter. Doch wie gesagt: Es handelt sich bei diesen Objekten mitnichten um Immobilien, die für europäische Käufer, die in Florida Sonne, Strand und Meer genießen wollen, interessant sind. Als Zweitwohnsitz eignet sich diese Art von Ramsch-Immobilie keinesfalls.

Anders sieht es bei den Top-Immobilien aus: Wohnungen z. B. in der Brickell Avenue, also in bester Lage von Downtown Miami (ab 250.000 Dollar), oder Villen in Miami Beach (ab 700.000 Dollar). In diesem Segment beobachten wir kaum noch Short Sales, weil deren Besitzer finanziell solide aufgestellt sind und nicht »upside down«, wie die Amerikaner so treffend sagen. Und hier gab es in den vergangenen sechs Monaten tatsächlich einen Stopp des Wertverlusts. Die Besitzer haben dies erkannt und sind nicht mehr bereit, ihr Objekt zu absoluten Niedrigpreisen zu verkaufen. Ich rechne damit, dass sich in diesem Segment die Erholung fortsetzen wird und zukünftig durchaus wieder eine Wertsteigerung von drei bis fünf Prozent pro Jahr erzielt werden kann.

Zeit für Europäer also, sich in Florida nach einer Immobilie umzusehen? Auf jeden Fall, denn es sind noch viele Häuser und Wohnungen zu Schnäppchenpreisen verfügbar. Der Zinssatz für Finanzierungen bewegt sich bereits in Richtung sechs Prozent – ein Trend, der sich bis Ende 2010 noch weiter fortsetzen könnte.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern dient ausschließlich der allgemeinen Information.

Über die Autorin:

Marion Kaarina Ott ist Brokerin und Inhaberin von Dynamic Realty in Bay Harbor Island. Telefon (305) 915-4854, E-Mail: marion@dynamic-realty.com

 
  
01. 07. 2010
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