01. 10. 2011
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Immobilien & Investments

Miami und Miami Beach: Talsohle durchschritten

Miami und Miami Beach waren die Orte in Florida, die von der Immobilienkrise am härtesten betroffen wurden. Aber es zeigte sich in der Vergangenheit auch oft, dass die Erholung am schnellsten dort einsetzte, wo der »Downturn« am dramatischsten war.

Autor: Marion Kaarina Ott

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Nach Einschätzung vieler Marktbeobachter scheint sich die alte Regel, dass der Aufschwung dort beginnt, wo sich die Trümmer am höchsten auftürmten, wieder zu bestätigen: Mit einer Steigerung von 8 Prozent beim Verkaufsvolumen von Immobilien lag Miami im vergangenen Jahr vor allen anderen amerikanischen Metropolen. Mehr noch: In den »Top-8« der US-Metropolen konnte nur Miami zulegen, in allen anderen Ballungszentren war die Tendenz weiter rückläufig. So ging das Verkaufsvolumen in New York City um 13 Prozent, in Los Angeles um 20 Prozent und in San Francisco sogar um 37 Prozent zurück.

Warum scheint sich Miami schneller zu erholen als andere Metropolen? Wohl deshalb, weil die Stadt stärker von ausländischen Investoren und Immobilienkäufern profitiert als andere. Miami ist nach wie vor das Drehkreuz Richtung Südamerika mit Investoren vor allem aus Argentinien, Brasilien und Venezuela. Parallel dazu erfreut sich die Stadt mit ihrem internationalen Flair und bevorzugtem Klima weiterhin auch großer Beliebtheit als »Winterquartier« unter Kanadiern und Europäern.

Die beiden attraktivsten Märkte im Dade County sind Miami Beach und Miami Downtown. Miami Beach wegen seines attraktiven Lifestyles mit Sonne, Strand und Meer. Und Downtown Miami wegen seiner zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung. Hier entsteht gerade das größte private Bauvorhaben in den USA, das »Brickell Citi Center« mit insgesamt fünf Komplexen und im Ganzen 370.000 Quadratmetern Gewerbeflächen – doppelt so groß wie die bekannte »Sawgrass Mills« in Fort Lauderdale. Daneben soll der Museums-Park mit dem Miami Science Museum 2014 fertiggestellt werden.

Es ist also einiges in Bewegung in Downtown Miami – und insofern eine gute Zeit, eine Eigentumswohnung zu – noch – bezahlbaren Preisen zu erwerben. So kann man derzeit eine möblierte Wohnung mit zwei Schlafzimmern, etwa 140 Quadratmetern Wohnfläche und einer traumhaften Aussicht in einem neuen Gebäude für rund 440.000 Dollar kaufen. Appartements mit einem Schlafzimmer auf rund 80 Quadratmetern sind für etwa 280.000 Dollar zu haben. Und Studios mit rund 50 Quadratmetern werden im Herzen Miamis für rund 180.000 Dollar gehandelt.

Derzeit zeigt sich das Angebot noch recht groß. Wir Profis spüren aber, dass die Auswahl stetig abnimmt. In manchen Gegenden in Downtown Miami sind die Preise laut Statistik im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gestiegen – ein deutliches Zeichen für eine sich anbahnende Erholung. Die Verkäufer sind heute nicht mehr wie noch vor Monaten bereit, ihren Besitz zu Niedrigstpreisen zu verschleudern. Die Zeit der Notverkäufe geht zu Ende.

Ähnlich zeigt sich die Lage in Miami Beach. Hier sind die Preise während der Krise nur gering gefallen – und rein statistisch zeigt sich die Erholung entsprechend weniger dramatisch. Luxuswohnungen in der Gegend »South of Fifth Street« wechseln derzeit für 1.000 bis 1.700 Dollar pro Quadratfuß den Besitzer. Für eine 300 Quadratmeter große Wohnung muss man in Top-Lagen entsprechend mit einem Preis von drei bis fünf Millionen Dollar rechnen. Die günstigsten Angebote in diesem Teil von Miami Beach liegen bei weniger luxuriösen Wohnungen in entsprechend weniger begehrten Lagen bei rund 300 Dollar pro Quadratfuß, eine preiswerte Wohnung kostet hier circa 250.000 Dollar.

Weiter nördlich sind Wohnungen schon ab 100.000 Dollar im Angebot, dabei handelt es sich in der Regel um Studios mit circa 30 bis 50 Quadratmetern Wohnfläche in einem älteren Gebäude ohne atemberaubende Aussicht und mit einfacher Ausstattung. Darüber hinaus sind natürlich auch hier keine Grenzen gesetzt: Nach dem Motto »you get what you pay for« kommt es nur darauf an, auf was ein Käufer verzichten kann (oder muss) – und auf was nicht ...

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