Immobilien & Investments
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Miami "Weiss" auf der Immobilien-Landkarte?

Im Zuge der fallenden Condo-Preise in Miami Downtwon stoßen immer mehr Eigentümer ihre Immobilie ab. Kein Einzelfall, denn die Zahl der Amerikaner, die mehr schulden, als ihr Immobilieneigentum noch wert ist, steigt.

Autor: Tanja Weithöner

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Früher kannten wir die gelb gefärbten Bordsteine an Miamis Flaniermeilen mit den herrschaftlichen Namen Collins, Washington, Lincoln & Co. als härteste "Tow-Away" Zonen der Welt. Wird's jetzt, wo gerade die Parksituation durch interaktive Automaten revolutioniert wurde, zur großen "Walk-Away" Immo-Zone?

Mal sehen, es war ein mit 23 Jahren blutjunger Management Consultant, der im April 2006 (im vermeintlich "never ending" Immobilienboom) ein schickes, kleines Ein-Schlafzimmer Condo für $215.000 in Miami Beach kaufte. Artig zahlte er 20 Prozent an und sicherte sich ein Darlehen mit festem Zinssatz. Nicht mal vier Jahre später werden die Apartments links und rechts in Zwangsvollstreckung für $90.000 verscherbelt.

Mit seinen monatlichen Kosten von $1.500 für Grundschulden, Steuern und Versicherung überlegt sich der junge Mann nun für sein bescheidenes Alter viel zu ernsthaft, ob er nicht für immer fortgehen soll…direkt an die SoBeach, dort, wo er heute für's gleiche Geld Fitnesscenter, Wachmannschaft und Parkservice hinterher geworfen bekommt!

Ein Einzelfall? Nope. Die Zahl der Amerikaner, die mehr schulden, als ihr Immobilieneigentum noch wert ist, steigt. Und damit die Abwanderquote. Ging die Immo-Überschuldung bis Mitte 2006 noch quasi gegen Null, so war sie bereits im dritten Quartal von 2009 mit geschätzten 4,5 Millionen Hauseigentümern an ihrer kritischen (Tür-)Schwelle angelangt. Dort nämlich, wo der Immobilienwert unter 75 Prozent des Hypotheken-Saldo rutscht, so die NewYork Times.

Neueste US-Immobilienmarkt-Recherchen von First American CoreLogic
haben ergeben, dass genau an diesem 75%-Punkt Eigentümer, auch wenn sie theoretisch über die Mittel zur Weiterfinanzierung verfügen, eindringlich über den "Abstoß" ihres Grundbesitzes nachdenken. Bis Juni 2010 sollen bis zu 5,1 Millionen (10% aller Amerikaner mit Hypotheken!) in diesem Grenzbereich angekommen sein, so die CoreLogicer weiter. Eine Situation mit bis zu 30% gefallenen Immobilienpreisen wie es die moderne US-Welt noch nicht gesehen hat (obwohl man Ähnliches schon in den 80ern beobachten konnte, nur nicht in diesem Ausmaß).

Natürlich hat man für diese ganze Szenerie schon mark(etin')ante neumodische Titel gefunden: "House Arrest", "Jingle Mail"… Und was fällt Ihnen dazu noch ein?

 
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