01. 07. 2015
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Immobilien & Investments

Schwacher Euro: Schlecht fürs Vermietungsgeschäft?

Der Dollar ist so stark wie seit Jahren nicht mehr. Für Florida-Reisende aus dem Euro-Raum sind das eigentlich schlechte Nachrichten. Doch hat der Wechselkurs schon das Vermietungsgeschäft für Ferienhäuser beeinflusst? Hartmut O.E. Meins von der BMI Florida Realty, einer der führenden Agenturen für Mietobjekte in Cape Coral, gibt Auskunft.

Autor: Florida Sun Interview

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Florida Sun Magazine: Herr Meins, seit nunmehr 20 Jahren sind Sie  als Unternehmer auch im Vermietungsgeschäft von Ferienhäusern tätig. Haben die Buchungen in den letzten Monaten sehr unter dem für Urlauber aus dem Euro-Raum doch ungünstigen Wechselkurs gelitten?

Hartmut O.E. Meins: Wir können das nicht bestätigen. Im Gegenteil: Unsere Buchungen waren im Frühjahr 2015 um 26 Prozent höher als noch im Vorjahr.

Florida Sun Magazine: Wirklich? Allerorten ist doch von einer deutlich gedämpften Euphorie die Rede. Der Wechselkurs, so heißt es, könnte vielen Deutschen die Reiselust auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten verderben.

Hartmut O.E. Meins: Was wir tatsächlich bemerken sind veränderte Buchungsmuster. So sind etwa große Häuser mit Platz für bis zu zehn Personen derzeit besonders beliebt – dann teilen sich zwei Familien oder mehrere Paare halt ein Objekt. Des Weiteren hören wir, dass unsere Gäste häufiger als früher etwa auf billigere Flüge ausweichen. Man nimmt dabei in Kauf, mehrere Zwischenstopps einzulegen, um vielleicht 300 Dollar pro Ticket zu sparen – das macht bei einer fünfköpfigen Familie ja auch immerhin 1.500 Dollar aus.

Florida Sun Magazine: Auf Florida verzichten tut man nicht, aber man versucht hier und da zu sparen?

Hartmut O.E. Meins: Genau! Florida ist als Reisedestination ja immer noch einzigartig. Und wer hier seinen Urlaub verbringen will, der kommt auch – schwacher Euro hin oder her. Aber es ist schon so, dass man vielleicht weniger häufig ins Restaurant geht und sich stattdessen daheim die Mahlzeiten zubereitet. Gerade diese Möglichkeit macht ein Ferienhaus ja auch so attraktiv. Oder man fährt vielleicht einmal weniger in die Vergnügungsparks nach Orlando und unternimmt dafür eine Paddeltour durch die Mangrovensümpfe gleich hier vor der Haustür – (lacht) ist im Zweifelsfall ja auch erholsamer!

Florida Sun Magazine: Kommt jetzt vor allem eine eher wohlhabende Klientel nach Florida?

Hartmut O.E. Meins: Florida nur noch für Reiche? Nein, das kann ich so nicht bestätigen. Die typischen Ballermann-Last-Minute-Gäste hatten wir ja ohnehin nie. Etwas solventer mögen unsere Gäste vielleicht sein. Was sich allerdings deutlich verringert hat, ist die schiere Zahl der Anfragen. Wer früher »nur mal so spaßeshalber« mit dem Gedanken an einen Florida-Urlaub gespielt hat, ihn sich in Wahrheit aber nicht leisten konnte, kontaktiert uns heute erst gar nicht mehr. Aber diejenigen, die sich bei uns nach Ferienhäusern und deren Verfügbarkeit erkunden,
sind dann auch die, die wirklich fest entschlossen sind zu buchen.

Florida Sun Magazine: Welche Auswirkungen hätte ein weiter fallender Euro für Ihr Geschäft?

Hartmut O.E. Meins: Das würde das Vermietungsgeschäft sicher nicht einfacher machen, aber das Ende der Welt wäre das auch nicht. Wir haben schon Zeiten erlebt, in denen der Euro deutlich unter einem Dollar lag – und trotzdem sind die Leute nach Florida gekommen. Weil Sie nämlich selbst dann im Vergleich etwa zu Rügen oder Dänemark hier immer noch sehr günstig Urlaub machen können. Und das mit Sonnenschein-Garantie. Für unser Baugeschäft gelten da allerdings andere Regeln, da würde ein solcher Kurs unser Geschäft tatsächlich drastisch beeinflussen.

Florida Sun Magazine: Gibt es für Geschäftsleute wie Sie einen »idealen Kurs«?

Hartmut O.E. Meins: Nun, ein Wechselkurs zwischen 1,10 bis 1,20 Dollar zum Euro wäre aus unserer Sicht langfristig wünschenswert. Als Unternehmer sind wir aber auf alle Eventualitäten vorbereitet. Und schauen Sie: Heute haben es deutsche Urlauber zwar mit einem ungünstigeren Kurs zu tun, dafür können sie aber
hier in Amerika zum Beispiel für wesentlich weniger Geld tanken als noch vor ein paar Jahren. Insofern gleicht sich da vieles auch wieder aus.   

Hartmut O. E. Meins ist Gründer der Immobilienfirma BMI Florida Realty, LLC in Cape Coral. Telefon (239) 549-5400, E-Mail: info@BMI-Homes.com

 
  
01. 07. 2015
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