Peter Schutz: Retter einer Legende

Leute, Naples

Die Geschichte hat etwas von einem Märchen – auch wenn der Hauptdarsteller davon vermutlich nichts wissen will. Ist er doch Ingenieur durch und durch. Rationaler Denker, mit linker Gehirnhälfte im Dauerbetrieb. Da glaubt man nicht an wundersame Zufälle und übernatürliche Kräfte.

Ruhestand kann warten: Ex-Porsche-Chef Peter W. Schutz lebt seit <br>1991 als Autor, Redner und Unternehmensberater im floridianischen <br>Naples. (Foto: © Dirk Rheker)

Ruhestand kann warten: Ex-Porsche-Chef Peter W. Schutz lebt seit
1991 als Autor, Redner und Unternehmensberater im floridianischen
Naples. (Foto: © Dirk Rheker)

Aber wenn man als jüdischer Junge 1938 aus Berlin mit seiner Familie vor den Nazis nach Amerika flieht, in Chicago Maschinenbau studiert und nach erfolgreichen Berufsstationen bei Caterpillar, dem Landmaschinen-Hersteller Cummins Engine und Klöckner-Humboldt-Deutz dann irgendwann die Geschicke ausgerechnet der urdeutschen Porsche AG übernimmt, dann ist das mitnichten eine gewöhnliche Managementkarriere. Sondern ein bemerkenswertes Stück deutsch-amerikanischer Wirtschaftsgeschichte. Mindestens.

Peter W. Schutz sitzt auf der Lanai seines eleganten, weitläufigen Hauses im noblen Naples (entworfen übrigens von Gattin Sheila, Vertraute, Beraterin und große Liebe seines Lebens), blinzelt in die warme Frühsommersonne und erzählt. Von den ersten zaghaften Gesprächen mit Ferry Porsche, Sohn des legendären Unternehmensgründers Ferdinand Porsche. Damals im Jahre 1981. Davon, wie er den Erben überzeugte, mit kompromisslosem Fokus auf den Kunden die ins Trudeln geratene Marke wieder auf Vordermann zu bringen. »Ich wusste nicht viel über Porsche«, lächelt Schutz, »aber ich wusste, dass dort die weltbesten Ingenieure darauf brannten, die weltbesten Sportwagen zu bauen.«

Als neuer Vorstandsvorsitzender krempelt er die Ärmel hoch, ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Produktion des Porsche 911 fortgesetzt wird und die Baureihe eine Renaissance erfährt. Er revolutioniert die Qualitätskontrolle, feiert Erfolge im Bereich Motorsport. Als er 1987 Porsche verlässt, ist der Umsatz von 850 Millionen auf 3,7 Milliarden Mark gestiegen. Und die Saat für zukünftige Erfolge gesät.

verwandte Artikel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Autor: Dirk Rheker