Art McKee: Jäger der verlorenen Schätze

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Merkwürdige Szene. Dreht hier jemand eine Neuverfilmung von Jules Vernes Klassiker »20.000 Meilen unter dem Meer«? Der altertümliche Tauchhelm mit dem Flair einer Grablampe lässt derlei Vermutung jedenfalls zu – kennt man ja aus dem berühmten Streifen aus dem Jahre 1954 mit James Mason in der Rolle des Kapitän Nemo.

Gruppenbild mit Tauchhelm: Schatztaucher Art McKee wirbt mit der schönen »Miss Key Lime Festival« für sein »Museum of Sunken Treasure«<br> (Foto: © State Archives of Florida)

Gruppenbild mit Tauchhelm: Schatztaucher Art McKee wirbt mit der schönen »Miss Key Lime Festival« für sein »Museum of Sunken Treasure«
(Foto: © State Archives of Florida)

Aber was genau hat dieses kurzbehoste Starlett mit dem Blendax-Lächeln auf der Reling des klapprigen Kahns verloren? Für einen Tauchgang ist diese Dame jedenfalls nicht ausstaffiert.

Des Rätsels Lösung: Bei dem Herrn im Hintergrund handelt es sich um Art McKee, einem der Schatztauch-Pioniere im Florida der Nachkriegszeit. Und die Dame vorn heißt Jackie Sweeting, Schönheitskönigin des »Key Lime Festival« von Key Largo und damals so etwas wie das aparte Gesicht von Floridas Tourismusindustrie.

Geworben werden soll auf diesem Stillleben mit Tauchhelm für das »McKee’s Museum of Sunken Treasure« auf Plantation Key, wo der Unterwasser-Tausendsassa seit 1949 ausstellte, was er den Tiefen des Meeres rund um die Florida Keys so alles entrissen hatte. Letzteres konnte sich sehen lassen: Ein Fischer hatte ihn 1937 auf ein paar verrostete Kanonen vor der Küste aufmerksam gemacht.

Innerhalb von Wochen holte McKee hunderte Silbermünzen und einen auf das Jahr 1721 datierten Gold-Escudo ans Tageslicht. Aus alten Unterlagen ergab sich, dass es sich bei dem Wrack um die »Capitana, El Rubi Segundo«, das Flaggschiff einer ganzen spanischen Schatzflotte handelte, die 1733 vor der Küste Floridas während eines Hurrikans gesunken war.

In den nächsten zehn Jahren durchstöberten McKee und seine Helfer über 70 Schiffswracks und brachten so viele Silberbarren an die Wasseroberfläche, dass der Schatzjäger in den Spelunken entlang des »Overseas Highway 1« fortan nur noch »Silver Bar McKee« genannt wurde.

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Autor: Dirk Rheker