01. 01. 2006
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Lifestyle

Abschlag im Paradies: Golfen in Florida

Saftiggrüne Fairways, topgestylte Greens, verteidigt von weißen Bunkern und den charakteristischen Royal Palms. In Florida können Sie dort einlochen, wo auch Tiger Woods zuhause ist. Und das auf fast 1.800 traumhaften Plätzen.

Autor: Dirk Rheker

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Romantische Wanderungen in verschneiten Landschaften sind eine tolle Sache – für alle die, die es gerne eisig mögen. Alle anderen träumen in der nasskalten Jahreszeit lieber von weißen Stränden unter Palmen und sanfter Brandung. Und vom Golfspielen unter idealen Bedingungen. Zum Beispiel im sonnigen Florida. Denn der Sunshine State ist zu jeder Jahreszeit ein Paradies für Golfer. Es gibt fast 1.800 Plätze, die Qualität der gepflegten und in die Natur eingebetteten Greens lässt keine Wünsche offen, der Service gilt als einmalig.

Die sechs Golfregionen Floridas finden Sie um Jacksonville (die unbekannteste), um Tampa (die familiärste), um Naples (die neueste), um Orlando (die phantasievollste), Palm Beach/Fort Lauderdale (die exklusivste) und Miami (die größte). Ein Viertel der Clubs ist privat, trotzdem kommt keiner zu kurz. Selbst öffentliche Plätze sind meist sehr gut, manche sogar phantastisch. So mancher dieser "public courses" ist nämlich von einem der berühmten Stardesigner entworfen worden. Und wer Glück hat, begegnet auf den Greens vielleicht sogar Tiger Woods und anderen Profis, die Florida längst zu ihrer Wahlheimat gemacht haben.

Die beste Reisezeit für Florida ist der europäische Winter, dementsprechend betriebsam geht es auf den Plätzen dann allerdings zu. Das verlangt nach einer soliden Vorbereitung: Entweder Sie buchen ein Komplettpaket von zuhause aus, bei dem vom Orangensaft am Frühstücksbuffet bis zur täglichen Abschlagzeit alles im voraus geplant ist. Oder Sie decken sich mit Tipps und Reiseführern ein, setzen sich in einen Leihwagen und fahren auf eigene Faust durchs Golfer-Paradies. Welche Clubs Sie spielen möchten und welche Sie spielen können - da gibt es allerdings kleinere Unterschiede. Mit öffentlichen Kursen ist es am einfachsten: Zum Preis zwischen 30 und 80 Dollar (inklusive Cart) geht es hier etwas zünftiger zu als auf den edlen Privatplätzen. Wer aber nichts gegen amerikanische Lässigkeit und bunt gemischte Mitstreiter hat (in den Vereinigten Staaten ist Golf Volkssport), kommt hier voll auf seine Kosten.

Die nächste Stufe sind die "semi-privates", die von der Organisation her etwa den Clubs in Europa entsprechen. Es gibt Beschränkungen der Spielzeiten, eine Vorbestellung (und sei es am Vormittag für den Nachmittag) bereitet Ihren Auftritt angemessen vor, die Greenfees sind üblicherweise etwas teurer. Schließlich die Privatclubs, in denen sich im Schnitt 300 bis 500 vermögende Golf-Enthusiasten zusammengefunden haben, um gemeinsam einen Platz zu besitzen. Hier ist preislich alles möglich: Entweder Sie zahlen bis zu 300 Dollar Greenfee (wenn Sie das große Glück haben, für eine Runde vorgelassen zu werden) oder ein Mitglied nimmt sie als Gast mit auf den Kurs – gratis. Schließlich gibt es die Resort-Plätze, die man als Hotelgast ohne Probleme, aber nur gegen Greenfee spielen darf. Eine Woche im gleichen Hotel heißt dabei noch lange nicht, jeden Tag den gleichen Platz spielen zu müssen: Im PGA National in Palm Beach etwa gibt es fünf Kurse.

Musterbeispiel eines Privatclubs ist der Black Diamond Ranch Golf & Country Club bei Lecanto: Von Tom Fazio rund um zwei Steinbruchseen angelegt, bietet der Club einige sensationelle Holes. Üblicherweise spielen dort aber nur Mitglieder. Mindestens ebenso originell, jedoch frei zugänglich, ist Golden Ocala, 70 Meilen nordwestlich von Orlando. Acht der 18 Löcher sind gelungene Nachbauten berühmter Holes: bei der Kopie des 12. Lochs von Augusta stimmen hier sogar die berühmte Brücke über den Rea’s Creek und die Azaleen. Nur beim 1. Loch von St. Andrews muss man ein Auge zudrücken: Es mögen zwar die Maße passen, aber in der bewaldeten Umgebung kommt so gar keine raue Schottland-Stimmung auf.

Viele Florida-Urlauber schaffen es freilich gar nicht bis in den Norden - sie nehmen nach der Ankunft in Miami den ersten Golfführer in die Hand und schlagen am nächstgelegenen Kurs ab. Warum auch nicht? Hier im Süden des Sonnenstaates gibt es einige der schönsten Plätze, zum Beispiel den Biltmore-Kurs in Coral Gables gleich neben dem gleichnamigen Hotel. Der 18-Loch-Platz, 1924/25 von Donald Ross gebaut und vor einigen Jahren einem Facelift unterzogen, war in den 30er Jahren Schauplatz der "Biltmore Open". Mit 10.000 Dollar dotiert, waren sie eines der größten Profiturniere der damaligen Zeit. Sensationell auch die beiden 18-Loch-Plätze des Breakers Golf Clubs in Palm Beach. Während der Ocean Course direkt am Hotel liegt, ist der West Course ungefähr 10 Meilen entfernt. Ab einem Mindestaufenthalt von sieben zusammenhängenden Nächten ist ein Greenfee von 30 Dollar fällig, sonst kostet es pro Runde im Winter 160 Dollar.

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