01. 04. 2013
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Lifestyle

Alles für die Schönheit: Spa-Stunde in Miami

Wärme und Geborgenheit, viel Zeit und Raum zum Sein. Spas sind außergewöhnliche Ort der Stille, der Schönheit und des Wohlbefindens. Ganzheitliche, von uralten fernöstlichen Heilpraktiken inspirierte und mit ausgesuchten westlichen Methoden ergänzte Behandlungen bringen das Innere wieder ins Gleichgewicht. Besonders schön zu erleben in zwei der exklusivsten Spas von Miami. Notizen eines Besuchs.

Autor: Tanja Weithöner

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»Du brauchst die richtige Atmosphäre, die richtigen Behandlungen – und dann siehst Du aus wie eine Prinzessin«, sagt meine beste Freundin. »Meinst Du?«, frage ich. »Absolut«, bekräftigt sie.

Das Ziel unserer Sehnsüchte: Tolles Aussehen vom Kopf bis zur perfekten Flip-Flop-Sohle. Wir sind in »glitzy Miami« – und hierzu gehört es nun mal, unverschämt gut auszusehen. Der Ort unserer Rettung: ein Luxus-Wellness-Tempel. Oder zwei.

Deshalb hocken wir gespannt wie die Flitzebogen auf den braunmelierten Kissen des Spas im Mandarin Oriental. An der Rezeption steht ein ultraschlankes Mädchen und zupft eine ihrer vielen Kreditkarten hervor. Sie muss sehr entspannt sein, denn die gefühlten zwanzig Kosmetik-Ladys, die direkt an ihrem Hinterteil vorbeiwuseln, um dicke Flauschhandtücher zu tauschen oder verführerisch duftende Öle nachzufüllen, können sie nicht stören. Da! Jetzt dreht sie sich doch um, »Wow«. Die Anwendung scheint bei ihr gewirkt zu haben. Ich fühle mich plötzlich wie ein Nashorn, das darauf wartet, in ein dünnhäutiges Einhorn verwandelt zu werden.

Ein Engel mit streng zurückgekämmtem schwarzen Haar fliegt herbei. »Hi, I am January! Are you ready?« Ich nicke, zwinkere meiner Freundin zu und folge January in ein elegantes Separée in der dritten Etage, wo ein herrlicher Duft von süßer Mango, jungen Frangipani-Knospen und frischer Avocado in der Luft liegt. »Relax«, sagt January und reicht mir ein Glas mit etwas Quietschgrünem darin. »Das ist ein Glowing Green Smoothie«, zwinkert sie. Aha, ein was? Ein Vitaminmix aus allerlei Blattgemüse, Wildkräutern, scharfer Chili und Zitrone, erfahre ich, das lässt einen von innen leuchten. Ob es J.Lo bei ihrem letzten Besuch hier direkt aus Los Angeles von der berühmten Promi-Ernährungsberaterin Snyder mitgebracht hat? Sei’s drum, wenn’s schön macht, denke ich. Ich stochere einmal mit dem Strohhalm drin herum und kippe, ohne mein Gesicht zu verziehen, die zähe Flüssigkeit geballter Antioxidantien und Spurenelementen herunter, als sei ich ein Star in der Dschungelprüfung.

Dann geht es los. January führt mich ins Dampfbad. Mindestens 30 Minuten soll ich mich hier locker machen, um für die Behandlung bereit zu sein. Danke sehr! Da bin ich ja in eine schöne heiße Veranstaltung geraten, flüstere ich zu mir selbst, eigentlich bekennende Nicht-Sauniererin. Mit zunehmender Hitze entfalte ich aber tatsächlich eine wohltuende Tiefenentspannung!

Gerade als ich kurz davor bin, genussvoll einzunicken, flüstert mir jemand ins Ohr: »Let’s get going, Darling.« January bittet mich zurück in die VIP-Privatsuite. Kurz danach strecke ich mich frisch geduscht auf dem Bauch aus. Feine Hände prasseln plötzlich auf meine Schultern, trommeln meinen Rücken rauf und runter. Immer wieder. Die »Kundalini Journey« tut gut und auch ein ganz bisschen weh. Was dann kommt, setzt neue Maßstäbe für mein Spa-Traumkino: January legt Gemstones auf! Wie eine Decke schiebt sich die Wärme der Steine über meine Rückseite. Einen kurzen Moment weiß ich nicht mehr, wo ich bin. Zustand zwischen Wachsein und Traum.

»You are ready, how do you feel?« Ich zucke fast ein wenig zusammen. »Uh, great, thanks!«, antworte ich und möchte eigentlich für immer hierbleiben. Die zwei Stunden für 360 Dollar sind aber fast um. January hockt sich zu mir und erklärt, wie ich mich auch zu Hause verwöhnen kann. Sie hält mir eine mattrosa Tube unter die Nase. »Do you know Beauty by Clinica Ivo Pitanguy?«, fragt sie mich. Ich schnuppere und fühle die kühle Creme. Eine Minute später weiß ich, warum die Bodylotion mit rund 150 Dollar ein halbes Vermögen kostet.

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