01. 07. 2009
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Lifestyle

Als Rechtsanwalt in Florida: Daheim bei Familie Baur

Seit nunmehr 30 Jahren setzt sich Rechtsanwalt Thomas Baur für deutsche Mitbürger in Florida ein. Florida Sun besuchte den Advokaten und seine Familie in ihrem Haus in Miami.

Autor: Sarah Czuartis

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Es ist ein herrlich warmer Sonntagnachmittag in Miami. Im Hause Baur ist die gesamte Familie zusammengetroffen und sitzt gemütlich im Salon beieinander. Das Sonnenlicht strahlt durch die zahlreichen Glasfronten des Hauses und durchflutet den Raum. Wir plauschen über das traumhafte Florida-Wetter und über die Ergebnisse des Tennisturniers in Key Biscayne, das die gesamte Familie am Tag zuvor live im Stadion mitverfolgte. Irgendwann steht Thomas Baur auf und holt das Bundesverdienstkreuz, das er in der Vitrine seines rustikalen ungarischen Holzschranks aufbewahrt, dem Lieblingsstück des Hausherrn.

»Wie ein Geburtstag«, so beschreibt Baur den Tag im vergangenen Jahr, an dem ihm der deutsche Generalkonsul Klaus Ranner in Miami die Auszeichnung für seine Verdienste um deutsche Mitbürger in Florida überreichte. Als Mitbegründer der German American Business Chamber – kurz GABC – setzt sich Thomas Baur seit über zwei Jahrzehnten für die deutsch-amerikanischen Beziehungen ein. Zudem ist er seit über 30 Jahren Vertrauensanwalt des Deutschen Generalkonsulats. Baurs Frau Angela, die neben ihrem Job als Diplomübersetzerin auch Strandhochzeiten vor allem für europäische Paare organisiert, war zusammen mit den zwei Kindern ebenfalls bei der Verleihung anwesend. »Sehr aufregend«, erinnert sie sich sichtlich stolz.

Wir gehen hinaus in den Garten des Hauses, der mit Pool und Grillstation eine wahre Ruheoase darstellt. Man mag kaum glauben, dass wir uns noch immer mitten in Miami befinden, denn vom Trubel der Großstadt ist nichts mehr zu spüren. Das Haus der Baurs liegt am Ende einer ruhigen Seitenstraße, und der Garten grenzt direkt an einen kleinen Fluss, der sich leise durch die Wohnsiedlung schlängelt. »In Miami kann man praktisch auf dem Land leben und hat doch die Annehmlichkeiten einer Großstadt: viele gute Restaurants und Lokale, viele Festivals und Shows. Davon haben wir immer profitiert«, sagt Angela Baur.

Nach drei Jahren Anwaltstätigkeit in Deutschland zog Thomas Baur 1978 mit seiner Frau aus Darmstadt nach Florida. Während seine Frau als Leiterin eines Sprachinstituts arbeitete, studierte Baur »Comparative Law« an der University of Miami. Was als kurzfristige Auslandsstation gedacht war, geriet schnell zum Langzeitaufenthalt. Den Baurs gefiel es im Sunshine State so gut, dass sie Florida 1979 endgültig zu ihrer neuen Wahlheimat machten. 1993 baute die Familie schließlich ihr Eigenheim im Stadtteil »The Falls«, nachdem Hurrikan Andrew das erste Haus komplett zerstört hatte.

Um auch in Florida als Anwalt tätig sein zu können, legte Baur erneut ein komplettes Jurastudium ab. »Eine harte Zeit«, wie er heute zugibt. Die Anstrengungen haben sich im Nachhinein jedoch mehr als gelohnt, denn von da an ging es stetig bergauf. Baur hat mit seinem doppelten Examen eine Nische auf dem juristischen Markt erschlossen. Den Erfolgskurs seiner Kanzlei mit derzeit zehn Rechtsanwälten setzt inzwischen auch die nächste Baur-Generation fort, denn Sohn Jason und Tochter Tanya sind ebenfalls als Anwälte mit im Boot.

»Die beiden haben sich selbst und ohne Druck der Eltern für ein Jurastudium entschieden, und sie wollten dann gern in meiner Kanzlei arbeiten«, erklärt Baur. Wie ist es, für seinen Vater zu arbeiten? »Toll!« sagt Tanya, die im ersten Jahr ihres Arbeitslebens steckt. »Ich habe meinen Vater und meinen Bruder als Ansprechpartner direkt vor Ort.« Im August wird Baurs Neffe Benjamin, der ebenfalls als Anwalt in Deutschland zugelassen ist, als neuestes Mitglied das Team der Kanzlei ergänzen – ein wahrer Advokaten-Clan!

Um auch mal Abstand vom stressigen Berufsalltag zu gewinnen, nutzen die Baurs die Nähe zum Kreuzfahrthafen von Miami. Donnerstagabends aufs Schiff, ein paar Tage Entspannung in der Karibik und montagmorgens wieder zurück ins Büro – so lässt es sich leben.

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01. 07. 2009
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