01. 07. 2009
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Lifestyle

Dr. Dale Brill: Interview mit Floridas Tourismus-Chef

Dr. Dale A. Brill, bei Gouverneur Charlie Crist in Tallahassee für Tourismus, Handel und Wirtschaftsförderung verantwortlich, über die Attraktivität des Standorts Florida, Management in der Krise – und warum er so gut Deutsch spricht.

Autor: Dirk Rheker

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Florida Sun Magazine: Herr Dr. Brill, wie schwierig ist es eigentlich, das »Produkt Florida« zu verkaufen?

Dr. Dale A. Brill (lacht): Nun, natürlich hat der Sunshine State in jeder Hinsicht Einmaliges zu bieten: Seine wunderschönen Landschaften, die tollen Strände und das beständig gute Wetter machen den Staat ja zu einer absoluten Top-Destination für Touristen aus aller Welt. Florida hat einfach alles – außer vielleicht alpine Skihänge!

Florida Sun Magazine: Und im wirtschaftlichen Bereich?

Dr. Dale A. Brill:  Auch da ist Florida absolut top, gilt inzwischen als einer der Innovationsmittelpunkte der Vereinigten Staaten. Das unternehmerfreundliche, innovative Klima, kombiniert mit bequemen Handelszugängen zu Wachstumsmärkten in Amerika und Südamerika, bietet genügend Gründe, um Unternehmen in Florida anzusiedeln oder hier zu expandieren.

Florida Sun Magazine: Was können Sie und die Regierung in Tallahassee konkret tun, um Florida für Unternehmen noch attraktiver zu machen?

Dr. Dale A. Brill: Indem wir beispielsweise Forschung und Entwicklung sowie den Technologie-Transfer beherzt vorantreiben. Regierung, Industrie und Universitäten haben sich in Florida zusammengeschlossen und Partnerschaften gegründet, um die Entwicklung und Expansion der Unternehmen zu fördern.

Florida Sun Magazine: Gibt es andere Beispiele?

Dr. Dale A. Brill: Ja, etwa im Rahmen unserer »Rural Economic Development
Initiative«, die gezielt Darlehen für die Entwicklung der Infrastruktur in ländlichen Gebieten vergibt. Oder das »Council of Economic Advisers«, wo Unternehmen und Politik zusammenkommen, um über gesetzliche Rahmenbedingungen im Bundesstaat, über Steuererleichterungen und die Vergabe von Fördermitteln zu beraten. Des Weiteren haben wir zahlreiche internationale Handelsförderungsprogramme initiiert.

Florida Sun Magazine: Ist Ihre Arbeit im Zuge der aktuellen Wirtschaftskrise nicht ungleich schwerer geworden?

Dr. Dale A. Brill: Natürlich spüren auch wir den Abschwung. Umso wichtiger ist es aber, dass Regierung und Wirtschaft gezielt zusammenarbeiten, um den Herausforderungen zu begegnen.

Florida Sun Magazine: Was meinen Sie damit konkret?

Dr. Dale A. Brill: Nehmen Sie zum Beispiel das Paket zur Förderung kleinerer Unternehmen, welches wir gerade verabschiedet haben. Das Ganze ist als Übergangslösung für eine Zeit gedacht, in der viele Banken sehr zurückhaltend bei der Kreditvergabe sind.

Florida Sun Magazine: Gehören solche Kredithilfen zu dem, was hier in den USA derzeit als »Economic Stimulus« in aller Munde ist?

Dr. Dale A. Brill: Ja. Bereits im vergangenen Jahr hat Gouverneur Charlie Crist im Rahmen des Programms »Accelerate Florida: Extending Florida’s Economic Horizons« eine milliardenschwere Initiative auf den Weg gebracht, in der zahlreiche Infrastruktur-, Bildungs- und Umweltschutzprogramme angeschoben werden. Wir versprechen uns davon die Schaffung tausender neuer Arbeitsplätze.

Florida Sun Magazine: Wie steht es daneben um die Förderung des Tourismus?

Dr. Dale A. Brill: Nun, da haben wir mit »Visit Florida« ja seit 1996 eine bewährte und erfolgreiche Organisation, mit der ich mich persönlich auch ganz gut auskenne...

Florida Sun Magazine: Weil sie einige Jahre lang deren Chef waren ...

Dr. Dale A. Brill: ...und die die offizielle Informationsquelle des Bundesstaates zur Planung von Reisen in den Sunshine State ist. Visit Florida betreibt Marketing für Verbraucher innerhalb und außerhalb der USA, arbeitet mit den wichtigsten Reisejournalisten zusammen, vertritt den Staat auf in- und ausländischen Reisemessen und wirbt weltweit bei Reiseagenturen und -veranstaltern.

Florida Sun Magazine: Zuletzt konnte man lesen, Visit Florida könne möglicherweise von Etatkürzungen betroffen sein.

Dr. Dale A. Brill: Natürlich muss sich in wirtschaftlich angespannten Zeiten jede Behörde und jede Organisation fragen, wie sie die zur Verfügung stehenden Mittel am besten einsetzt, das ist doch ganz normal. Aber Visit Florida ist und bleibt ein integraler Bestandteil in der Außendarstellung des Sunshine States. Mit dem Büro in München signalisieren wir im Übrigen ja auch, wie bedeutend gerade der deutschsprachige Markt für Florida ist.

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