01. 04. 2007
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Lifestyle

Fußball-Promi Reiner Calmund entspannt in Naples

Reiner Calmund ist bereits seit vielen Jahren begeisterter Florida-Fan und entspannt sich regelmäßig in Naples.

Autor: Dirk Rheker

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Natürlich kommt er auch hierher, weil man irgendwann ja mal dem ganzen Trubel entfliehen muss. Für ein paar Wochen, meist über Weihnachten und Neujahr. »Schotten dicht machen«, wie er in seinem rheinischen Idiom sagt. Erholungskur für Nerven und Seele. Irgendwann wurde Naples für Reiner Calmund aber mehr als nur Zufluchtsstätte und Rückzugsrevier. Sondern durchaus ein Stück Heimat.

»Mancher mag dieses typisch amerikanische Lichtergedöns zu Weihnachten kitschig finden«, sagt er und blinzelt entspannt in der Mittagssonne. »Aber mir wird dann immer ganz festlich ums Herz.« Das ist die Zeit, wenn er seine Lieben endlich mal beisammen hat, seine Frau, die Kinder und Enkelkinder. Da muss ein Familienmensch wie er ja ganz jeck werden vor Freude. Und dann kocht er für alle »Black Grouper mit Kapern« – ein Gericht, mit dem er schon in Alfred Bioleks »alfredissimo!« fünf Sterne gewonnen hat.

»Noch heute sprechen mich die Leute neben dem Fußball vor allem auf dieses Rezept an«, erzählt er nicht ohne Stolz. Tagsüber bummelt er mit seiner Sylvia am Strand von Port Royal oder auf Naples eleganter 5th Avenue, ohne dass sich die Menschen gleich auf ihn stürzen würden, »weil die mich hier entweder gar nicht kennen oder mit ihren Promis relaxter umgehen als bei uns«. Besonders gern stöbert er im örtlichen Supermarkt, »die Frische der Waren begeistert mich einfach«. Quatscht mit den Leuten. Genießt die Restaurants, »muss aber nicht gleich ein Gourmettempel sein«.

Gestern zum Beispiel, da waren er und seine Familie zusammen bei »Carrabba’s«, einer rustikalen italienischen Restaurantkette. »Und wissen Sie, was mich dort am meisten beeindruckt hat?«, fragt er und setzt das spitzbübische Lächeln des »Landkölner Jong« auf.

»Uns hat eine sehr herzliche Kellnerin bedient, die war tagsüber Assistenzprofessorin an der örtlichen Uni. Und abends ist sie sich nicht zu schade, die Ärmel hochzukrempeln, um ein paar Dollar dazuzuverdienen. So was find’ ich doll!« Und überhaupt: Land und Leute haben ihn schon seit seiner Jugend fasziniert – damals als er auf eigene Faust durch Kalifornien reiste. Doch erst ein befreundeter Unternehmer aus Frankfurt brachte ihn auf Südwestflorida.

Seither wohnt er meist in dessen Haus mit herrlichem Blick über die Naples Bay. Und tankt Kraft für alles, was da so kommen mag in den nächsten Monaten: Fußball, Fernsehen, Strippenziehen, natürlich der Karneval – das volle Programm eines Reiner Calmund eben.

Doch bis zum Rückflug bleibt noch ein bisschen Zeit, auf dem Liegestuhl in der Sonne zu dösen. Oder gemeinsam mit Frau und Familie per Boot die Buchten und Seitenarme des Golfs von Mexiko zu erkunden. Zur Zeit liest er »Die Welt ist flach« von Thomas Friedman, der in seinem Werk eine Lanze für die Globalisierung bricht. Friedman sei, so sagt man, ein Kerl mit großen Visionen und mindestens ebenso großer Klappe. Das gefällt Reiner Calmund. Weil er sich darin natürlich auch selbst wiedererkennt. Aber jetzt heißt es erst mal, sich zurückzulehnen und die winterliche Wärme zu genießen. Die Welt kann warten. Zumindest noch für ein paar Tage ...


Black Grouper mit Zitronenpfeffer
Sein Lieblingsrezept, das Reiner Calmund vor ein paar Jahren in Florida kennen lernte.Seither bereitet er es immer wieder mit Begeisterung selbst zu und machte es in Alfred Bioleks Kochsendung »alfredissimo!« bundesweit bekannt.

Zutaten:
400 Gramm Black Grouper (ersatzweise auch Seeteufel oder Zackenbarsch)
1/2 Zitrone
200 Gramm Butter, gesalzen
1 kleines Glas Kapern
Zitronenpfeffer, Salz Pfeffer schwarz und gemahlen

Zubereitung: In einer Pfanne die Butter zergehen lassen, den Fisch salzen und pfeffern und unter häufigem Wenden anbraten. Zitronensaft und Kapern hinzufügen und das Ganze etwas einköcheln lassen. Mit reichlich Zitronenpfeffer würzen. Dazu Basmati-Reis oder Kartoffelpüree reichen.

 
  
01. 04. 2007
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