18. 04. 2018
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Lifestyle

Golf-Special: Interview mit Top-Golfer Martin Kaymer

MARTIN KAYMER ist einer der ganz Großen des deutschen Golfsports. Im Jahre 1984 in Mettmann geboren, gelang dem sympathischen Spitzenathleten im Jahre 2008 mit zwei Turniersiegen auf der European Tour der internationale Durchbruch.

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Im Jahr 2010 gewann er mit der PGA Championship als zweiter Deutscher überhaupt ein Major-Turnier. Bei der WGC-Accenture Match Play Championship im Februar 2011 (inzwischen WGC-Dell Technologies Match Play Championship) gelang ihm der Aufstieg an die Spitze der Weltrangliste – und das mit erst 26 Jahren. Legendär sein Auftritt beim Ryder Cup des Jahres 2012: Beim Stand von 13:13 gewann Kaymer sein Einzelmatch gegen Steve Strickermit »1-up« und sorgte für den entscheidenden 14. Punkt, durch den Europa im Besitz des Ryder Cup blieb. Mit dem Sieg bei der U.S. Open 2014 konnte er sich seinen zweiten Major-Titel sichern. In den nächsten Monaten will der Deutsche in Florida unter anderem beider THE PLAYERS Championship in Ponte Vedra Beach wieder angreifen.

Herr Kaymer, wenn Sie in einem Vierteljahrhundertauf Ihre Karriere zurückblicken werden, wo werden Sie Anfang 2018 dann gestanden haben? »The best is yet to come«, wie man in Amerika sagt?

Ich bin mit dem bis jetzt Erreichten absolut zufrieden und freue mich auf die Jahre, die noch kommen werden! Ich habe noch viele Ziele, die ich im Laufe meiner Karriere gerne erreichen würde. Dazu soll 2018 der Startschuss sein.

Ihr letzter großer Sieg war der U.S.-Open-Titel 2014. Haben Sie in den letzten Jahren Momente der Frustration gespürt?

Frustriert bin ich nie gewesen, ich würde es eher als lange Geduldsprobe bezeichnen. Ich freue mich jeden Tag, weiter an meinem Spiel zu arbeiten und besser zu werden. Planen kann man leider weder Siege noch Erfolg. Aber ich habe das ühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Insbesondere mein kurzes Spiel ist im Laufe der letzten Monate wieder besser geworden.

In den vergangenen Jahren gab es vergleichsweiseviele Wechsel an der Spitze derGolf-Weltrangliste. Ist der Druck, die Nummer 1 zu sein, besonders groß?

Ja, die Erwartungshaltung und die neu dazukommenden Verpflichtungen werden von außen tatsächlich oft unterschätzt. Insbesondere auch im Zeitalter der Social Media steht man ständig im Fokus der Öffentlichkeitund der Medien. Auch die Golfwelt ist sehr schnelllebig geworden – ich denke aber, dass die vielen Wechsel an der Spitze der Weltrangliste dem Sport guttun.

Gibt es ein Lieblingsturnier für Sie im Sunshine State? Und welches ist die schönste golferische Erinnerung für Sie im Zusammenhang mit Florida?

Die PLAYERS Championship in Ponte Vedra Beach ist schon ein herausragendes Turnier. Ich bin glücklich, dieses Turnier mit dem besten Feld des ganzen Jahres 2014 gewonnen zu haben. Es wird ja nicht umsonst das »fünfte Major« genannt.

Wie wichtig war und ist Bernhard Langer, der seit vielen Jahren in Boca Raton lebt, für Sie als sportliches Vorbild? Pflegen Sie häufigen Kontakt zu ihm?

Was Bernhard jedes Jahr auf der Champions-Tour leistet, verdient den allergrößten Respekt und kann nicht hoch genug eingeschätztwerden. Diese Leidenschaft undder Wille, immer noch besser zu werden, sind bemerkenswert. Wir stehen ab und zu in Kontakt und ich freue mich jedes Jahr auf die gemeinsamen Proberunden mit ihm beim Masters im April.

Sie haben durch Ihr Video, in dem Sie Tiger Woods nach dessen Verhaftung vehement verteidigten, zuletzt viel Aufsehen erregt. Warum waren Sie da so engagiert? Aus Freundschaft? Oder auch aus einer gewissen Kritik an den Medien heraus?

Als die Nachricht kam, habe ich mir viele Gedanken zum Thema »Umgang mit Menschen« im Allgemeinen gemacht. Zunächst hatte ich das Video eigentlich nur für mich selbst gemacht, um meine Gefühle in Worte zu fassen; letztendlich fand ich es aber richtig und wichtig, dies auch zu teilen.

Mit einer eher unpolitischen Äußerung zu Donald Trump, in der Sie seine Verdienste für den Golfsport betonten und die Qualität seiner Plätze weltweit lobten, haben Sie in der deutschen Presse vor einigen Monaten ebenfalls viel Staub aufgewirbelt. Inwieweit dürfen — oder sollten – sich Sportler auch politisch äußern?

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