Deutsche Hausmannskost in Florida: German Bratwurst, anyone?

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Die Franzosen mögen Coq au vin und Nouvelle Cuisine. Aber wenn es um Hausmannskost geht, macht uns Deutschen niemand etwas vor. Wie Einwanderer aus »Good Old Germany« den amerikanischen Appetit auf Herzhaftes dazu genutzt haben, sich dauerhaft in Florida zu etablieren.

Es wird scharf geschnitten: Walter Voos mit seinem wichtigsten Arbeitsgerät.<br> (Foto: © Florida Sun Magazine 02/2008)

Es wird scharf geschnitten: Walter Voos mit seinem wichtigsten Arbeitsgerät.
(Foto: © Florida Sun Magazine 02/2008)

Eine europäische Wurstküche im tropischen Süden Floridas? Gibt’s doch gar nicht? Klar gibt’s die. Wer denkt, in West Palm und Miami Beach leben die Sonnenanbeter nur von der South-Beach-Diät – Eiweiß-Omelettes, Power-Riegeln und Protein-Shakes – und abends von Piña Colada, Margaritas und kubanischem Pollo mit Bohnen –, der hat sich getäuscht. »Emil’s European Sausage Kitchen« ist ein für amerikanische Verhältnisse fast schon »alteingesessenes« Unternehmen im schönen Städtchen Deerfield Beach.

Zu Beginn des Jahres 2008 feierte die Wurstküche Neueröffnung: Im März weihten Walter und Jutta Voos ihren neuen Laden an der floridianischen Südostküste ein. Der Beginn des amerikanischen Traums war eigentlich eher zufällig als kategorisch geplant. Nachdem Familie Voos in den neunziger Jahren mehrmals im Urlaub in Florida war und sich schon langsam, aber sicher ein zweites Zuhause aufbaute, entschloss man sich schließlich, ganz »rüber zu gehen«. Walters Sohn hatte 1998 eine Metzgereizeitschrift mit nach Hause gebracht, in der vom Verkauf von »Emil’s« berichtet wurde.

Ohne lange zu zögern, verkauften die Voos ihr Haus und siedelten über in den Sunshine State. Der Anfang war nicht leicht. Da die Vorbesitzer Belgier waren und somit der Laden und die Produkte ein belgisch-französisches Flair hatten, verlor man zunächst einige Kunden. Doch nach zwei bis drei Jahren war der jetzige Kundenstamm aufgebaut – »und er wächst noch weiter!«, sagt Walter Voos.»Ich hatte eigentlich schon immer geplant, nach Amerika zu gehen, wusste bloß noch nicht, wann«, sagt Walter. Da er die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, war die Visumsfrage kein Hindernis.

Jutta Voos bekam durch die US-Staatsbürgerschaft ihres Mannes schnell die Greencard. Walters Sohn, die Schwiegertochter und die kleine Enkeltochter blieben zunächst in Deutschland – erst mal wollten Walter und Jutta ein solides Fundament legen. Zurück nach Deutschland möchten die Voos nicht. »Schnee, Nebel und Sprühregen brauchen wir nicht zum Glücklichsein.« Die gute Laune der Menschen (die ja vielleicht mit dem Wetter zusammenhängt) trägt ebenfalls dazu bei, dass die beiden sich hier so wohl fühlen. Allerdings bleiben sie stets mit den Füßen auf dem Boden: »Denn auch im Paradies muss man hart arbeiten!«

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Autor: Daniela Boettcher