01. 04. 2011
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Interview mit Generalkonsulin Eva Alexandra Gräfin Kendeffy

Seit August 2010 ist Eva Alexandra Gräfin Kendeffy wieder als Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland für Florida, Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln tätig. Florida Sun besuchte die Diplomatin, die dieses Amt bereits von 2004 bis 2007 innehatte, im Generalkonsulat am Biscayne Boulevard in Downtown Miami.

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Florida Sun Magazine: Gräfin Kendeffy, welcome back!
Eva Alexandra Gräfin Kendeffy: Herzlichen Dank, ich freue mich, das Generalkonsulat von Miami erneut leiten zu dürfen.

Sie waren bereits von 2004 bis 2007 hier im Sunshine State, ehe Sie als Leiterin des Protokollreferats für Staatsbesuche und Offizielle Besuche ins Auswärtige Amt nach Berlin wechselten.
Richtig, auch Letzteres war natürlich eine spannende Aufgabe.

Sie haben den Besuch des damaligen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama in Berlin organisiert sowie später seine beiden Besuche als Präsident der Vereinigten Staaten in Deutschland – in Baden-Baden, Dresden sowie Buchenwald – oder auch die historische Reise von Kanzlerin Angela Merkel nach Israel.
Sicherlich waren das Höhepunkte! Es war ein Erlebnis, Präsident Obama bereits vor den Wahlen kennen gelernt zu haben und seine Besuche danach zu organisieren. Und die Rede von Kanzlerin Merkel vor der Knesset war ein weiterer Meilenstein in der Vertiefung der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel.

Wie kam es, dass Sie nun wieder in Miami »auf Posten« sind, wie es in der Diplomatensprache recht unelegant heißt?
Nach Ablauf der Amtszeit meines Vorgängers Klaus Ranner habe ich mich gezielt für Miami beworben – und es hat geklappt.

Was fasziniert Sie an Florida?
Durch meine Ehe mit einem Amerikaner habe ich ja gewissermaßen eine familiäre Verbindung in die Vereinigten Staaten. Und wir haben uns hier in Florida immer sehr wohl gefühlt und planen, nach meinem Abschied aus dem Diplomatendienst uns auch dauerhaft hier niederzulassen.

Eine echte Liebeserklärung!
(lacht) Wenn man so will, ja. Für mich als Diplomatin ist es nun natürlich ausgesprochen interessant zu sehen, was aus den Projekten geworden ist, die ich während meiner ersten Amtszeit angestoßen habe bzw. die in dieser Zeit entwickelt worden sind …

… damit meinen Sie sicherlich zum Beispiel die Niederlassung des Max Planck Florida Institutes in Jupiter, dessen grundsätzliche Idee während einer gemeinsamen Reise des damaligen Gouverneurs Jeb Bush und Ihnen geboren wurde.
Genau, es ist eine große Freude für mich zu sehen, dass aus dem Projekt Realität geworden ist und dass das erste Forschungsinstitut der Max-Planck-Gesellschaft in den USA hier großartige wissenschaftliche Arbeit leistet. Es gibt aber natürlich auch viele Initiativen im kulturellen Bereich wie unsere Präsenz auf der »Art Basel Miami Beach« oder unser Sponsoring des »Palm Beach International Film Festivals«. Es ist schon sehr schön, wenn man die Saat aufgehen sieht, die man dereinst mitgesät hat.

Welche Aufgaben liegen Ihnen jetzt besonders am Herzen?
Wir wollen natürlich weiter am Ausbau der deutsch-floridianischen Wirtschaftsbeziehungen mitwirken, zum Beispiel im Bereich Solarenergie. Wenn wir da als Anstoßgeber und Katalysator fungieren können, wäre das wunderbar. Dann ist das Thema Kultur natürlich eines, für das wir uns sehr einsetzen: Wir wollen den Amerikanern ein neues, spannendes Deutschland mit seinen vielen Facetten zeigen.

Und sonst?
Natürlich ist die Pflege der Beziehung zur jüdischen Gemeinde ein ganz wichtiges Thema für jeden deutschen Generalkonsul in Florida und liegt mir auch persönlich sehr am Herzen. Ich freue mich, da auf sehr gute und vertrauensvolle Beziehungen und Freundschaften aus meiner ersten Amtszeit aufzubauen. Und – last, but not least – steht natürlich das Tagesgeschäft eines Generalkonsulats …

… Reisepässe, Visa-Angelegenheiten, Betreuung von straffällig gewordenen Deutschen etc. …
… ganz oben auf unserer Agenda. Hier sind wir um eine ständige Verbesserung des Kundenservice bemüht.

Gräfin Kendeffy, wir wünschen Ihnen eine gute Hand während Ihrer Amtszeit und danken für das Gespräch!

 
  
01. 04. 2011
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