Leslie & Jürg Landert: Knusper-Importeure

Lifestyle, Leute

Hier steigt einem schon beim Hingucken der Duft von frisch gebackenen Brötchen, von knusprigen Croissants und Brezeln in die Nase! Da ist man als Deutscher (und dasselbe gilt natürlich für Österreicher und Schweizer) ja irgendwie erblich vorbelastet.

Missionare in der Backwaren-Wüste: Die Landerts beglücken mit ihren importierten Köstlichkeiten ganz Südwestflorida.<br> (Foto: © Jürg Landert privat)

Missionare in der Backwaren-Wüste: Die Landerts beglücken mit ihren importierten Köstlichkeiten ganz Südwestflorida.
(Foto: © Jürg Landert privat)

Wer hat nicht selige Kindheitserinnerungen an den ersten Besuch in einer Bäckerei, bei dem man sich an den herrlichen Auslagen gar nicht sattsehen konnte? Backwaren als Kulturgut? Aber ja doch! 2014 nahm die UNESCO die deutsche Brotkultur als immaterielles Kulturerbe in die Liste schützenswerter Güter auf. Fast ebenso alt wie die Backtradition ist freilich auch die Klage, dass es in Amerika kein gutes Brot zu kaufen gebe. Während man sich vor zwanzig Jahren vielerorts tatsächlich noch mit pappigem Toast à la Wonder Bread begnügen musste, sind aber inzwischen auch hier Backwaren besserer Qualität erhältlich.

Nur eben immer noch nicht so gute wie in Europa – fanden jedenfalls Leslie und Jürg Landert. »Das Mehl ist von einer anderen Qualität. Und mit künstlichen Zusatzstoffen geht man hier sehr großzügig um«, versuchen sich die gebürtige Floridianerin und
der Schweizer an einer Erklärung. Kennengelernt haben sich die beiden in der Finanzmetropole Zürich, wo sie als Banker tätig waren. Doch irgendwann zog das Heimweh Leslie mit den beiden Kindern zurück in den Sunshine State, nach einiger Zeit der »Long-Distance-Ehe« folgte auch Jürg – mit einer köstlichen Geschäftsidee im Kopf.

Und so gründete das Ehepaar 2012 die Firma Landert Bread (www.landert.us), die seither feinste Backwaren tiefgefroren nach Südwestflorida importiert und an Spitzenhotels, Country-Clubs, edle Restaurants und ausgesuchte Einzelhändler vertreibt. Wenn Sie demnächst hierzulande also mal in noblerem Ambiente ein Croissantoder eine Scheibe badisches Bauernbrot genießen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie diese Köstlichkeit den Landerts verdanken.

Mehrmals pro Jahr macht sich der Patron auf die Suche nach den besten Backstuben Europas, von denen er seine Waren (und inzwischen auch Kuchen und Schokoladen) bezieht. Und ist dabei durchaus selbstbewusst: »Gegen unsere Produkte hat Massenware aus der Fabrik keine Chance.« Ein Biss in einen Ciambella, ein Olivenciabatta oder einen knusprigen Schusterjungen bestätigt: Der Mann hat recht!

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Autor: Dirk Rheker