11. 03. 2011
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Lifestyle

Manche mögen's heiß - Spring Break in Florida

Traditionell zieht es Jahr für Jahr unzählige Studenten nach Florida, um hier ihre Frühjahrsferien, die Spring Break, exzessiv zu zelebrieren. Der warme Sonnenstaat ist beliebtes Ziel der jungen Partyleute, die für dieses Event aus dem ganzen Land anreisen.

Autor: Sarah Czuratis

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Zur Spring Break verwandelt sich das sonst als prüde verrufene Amerika in eine einzige Partyzone. Die meist einwöchigen Semesterferien der amerikanischen Studenten liegen in der Regel im Zeitraum von Ende Februar bis Anfang April, sodass mit wechselnden Gästen insgesamt rund einen Monat lang gefeiert wird.

Hunderttausende junge Amerikaner pilgern in die Partyorte im ganzen Land, aber die heißesten Partys steigen natürlich überall dort, wo auch die Temperaturen heiß sind. Kein Wunder also, dass Florida eines der beliebtesten Spring-Break-Ziele ist, derzeit finden South Beach und Panama City Beach den größten Zulauf, wo bekannte Fernsehsender wie der Musikkanal MTV live von den Festivitäten berichten.

Bereits im Herbst eines jeden Vorjahres werben amerikanische Reiseveranstalter auf den Universitätsgeländen für spezielle Spring-Break-Touren und locken die Studenten mit besonders günstigen Pauschalangeboten. Zum Inclusive-Paket für die Partyreise gehört in der Regel: der Flug zum Traumziel, eine günstige Unterkunft und natürlich zahlreiche Bars und Clubs in nächster Nähe.

Wer die Spring Break selbst noch nie miterlebt hat, kennt die Bilder der feiernden Meute wohl zumindest aus deutschen Fernsehberichten. In diesen Wochen widmen sich die jungen Studenten ganz und gar dem ausgiebigen Partyleben und lassen dabei nicht nur den Alkohol in Strömen fließen, sondern gerne auch mal die Hüllen fallen. Bei ausgelassener Stimmung, unüberhörbarer Musik und viel nackter Haut wird rund um die Uhr an den Stränden und in den Bars gefeiert. Die in den USA so hoch gepredigte Moral scheint pünktlich zur Spring Break plötzlich vollkommen vergessen.

Fort Lauderdale an der Westküste Floridas war über viele Jahre eines der beliebtesten Spring-Break-Ziele überhaupt, bis das beschauliche Örtchen 1985 mit knapp 400.000 College-Kids zu platzen drohte. Die Anwohner und sogar der Bürgermeister der Stadt plädierten für eine Einschränkung der Feiern, woraufhin neue und vor allem striktere Verordnungen erlassen wurden. Daraufhin sank die Zahl der Partygäste in Fort Lauderdale erheblich. Daytona Beach, ebenfalls an der Westküste, jedoch einige Autostunden weiter nördlich gelegen, wurde zum neuen Ziel der Studenten, bis die Partystimmung auch dort Überhand nahm. Seit Jahren wechseln sich so die bekanntesten Städte Floridas im Rang um die Pole Position als angesagteste Spring-Break-Hochburg ab.

Viele Amerikaner weichen jedoch aufgrund des Mindestalters für Alkoholkonsum in den Staaten auf Urlaubsziele im Ausland aus, wo der Konsum auch schon unter 21 Jahren erlaubt ist. Mexiko und die Karibik haben in dieser Hinsicht zweifelhaften Ruhm erlangt. Wer in Florida einmal etwas von dem Feiertrubel miterleben möchte, sei gewarnt: Mit der amerikanischen Polizei ist nicht zu spaßen. Öffentlicher Genuss von alkoholischen Getränken ist in den USA gesetzlich verboten, auch wenn es während dieser Wochen nicht so scheint. Für ausländische Gäste könnte dies sogar die sofortige Ausweisung aus den USA zur Folge haben.

Die sagenumwobene Spring Break hat sich mittlerweile auch in europäischen Kreisen etabliert, weshalb auch immer mehr deutsche Studenten nun in den Semesterferien preiswerte Urlaubsländer wie Kroatien und Bulgarien ansteuern. Eines ist also klar: Die Spring Break gehört wohl zu den heißesten Exportschlagern der USA.

 
  
11. 03. 2011
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