Traum-Fahrzeug: So holen Sie’s über den Atlantik

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Dank großzügiger Rabatte und eines günstigen Dollar-Kurses kann sich eine Verschiffung von Automobilen, Motorrädern oder Booten von Florida nach Europa lohnen. Doch wie bekommt man sein Traumgefährt über den Atlantik?

Den Traumwagen nach Hause holen - so geht's!<br> (Foto: © Fotos: Rocket400 Studio)

Den Traumwagen nach Hause holen - so geht's!
(Foto: © Fotos: Rocket400 Studio)

Was darf es sein? Eine Harley? Eine Corvette, lieber einen restaurierten Oldtimer oder gar eine schnittige Motorjacht? Bei vielen Florida-Besuchern entsteht irgendwann der Wunsch, das Traumfahrzeug – sei es ein Auto, ein Motorrad oder auch ein Boot – im Sunshine State zu kaufen und nach Europa mitzunehmen. Die Gründe sind offensichtlich: Der nach wie vor vorteilhafte Dollar-Kurs (Stand: Mai 2010) verschafft handfeste Preisvorteile. Und mit einem günstig erworbenen Traum-Mobil kann man sich ein Stück Lebensfreude à la Florida nach Hause »exportieren«.

Mit dem richtigen Partner in den USA und auf europäischer Seite lässt sich dieser Traum – ein gewisses Maß an Eigeninitiative vorausgesetzt – durchaus problemlos und ohne Kopfschmerzen bewältigen. Und das unabhängig davon, ob man sich für eine Verschiffung im Container oder per »Roll-on-roll-off« (RORO) direkt auf einem Schiff entscheidet. Natürlich ist es empfehlenswert, sich schon vorab von zu Hause aus zu informieren und gegebenenfalls bereits die entsprechenden Händler und privaten Verkäufer in Florida zu kontaktieren und eine »Besichtigungstour« zusammenzustellen.

Hat man sich schließlich zum Kauf entschieden, stellt sich die Frage: Wie bekomme ich das gute Stück nun nach Europa? Natürlich mit einer auf den Transport und die Überführung von Fahrzeugen spezialisierten Verschiffungsfirma. Die meisten lokalen Händler in Florida kennen gute Verschiffer mit Verbindungen nach Deutschland. Für Europäer ist es dabei zweifelsohne vorteilhaft, wenn der Anbieter in der jeweiligen Muttersprache mit dem Kunden kommunizieren kann.

Im Prinzip ist ein Besuch der Verschiffungsfirma nicht nötig – meist reicht eine kurze E-Mail oder ein Fax vom Büro des Händlers aus, um einen Verschiffungsauftrag zu erteilen und die notwendigen Formulare zugesandt zu bekommen. Erfahrungsgemäß entscheiden sich jedoch viele Käufer, bei der Verschiffungsfirma vorbeizuschauen, um das sichere Gefühl zu haben, dass die Abwicklung problemlos läuft. So ein Kauf ist eben auch mit Emotionen verbunden!

Die Formalitäten sind kurz und schmerzlos. Benötigt werden:
•    Der Originaltitel (für die Verzollung von Autos und Motorrädern in den USA, nicht für Boote), den sowohl der Verkäufer als auch der neue Besitzer unterschreiben müssen.
•    Eine Kopie des Kaufvertrags (bestimmt den Wert des Fahrzeugs für die Versicherung und den Zoll im Importland). Beide Dokumente erhält der Kunde in Deutschland bei Abholung wieder zurück. Die notariell beglaubigte Exportvollmacht (»Power of Attorney«) kann man meist gleich vor Ort unterschreiben (wird nicht gebraucht für Boote). Diese Exportvollmacht ist übrigens eine Besonderheit des Zollamts in Miami.
•    Eine Kopie des Reisepasses und der I-94 (kleine grüne oder weiße Einreisekarte im Pass) als Beweis, dass man in den USA war, als die Unterschrift auf der Power of Attorney beglaubigt wurde.
•    Ein Versicherungsblatt, auf dem anzukreuzen ist, ob man eine Versicherung für den Transport nach Übersee abschließen möchte oder nicht.

Eine Containerverschiffung dauert insgesamt rund fünf Wochen von der Ankunft des Fahrzeugs bei der Verschiffungsfirma bis zur Übernahme durch den Kunden im Heimathafen (in der Regel Bremerhaven). Entweder holt sich der Käufer sein Fahrzeug selbst ab oder vereinbart mit dem Importspediteur einen Weitertransport bis vor die eigene Haustür. Auch bezüglich der Umrüstung etwa des Automobils auf deutsche Standards gibt die Verschiffungsfirma schon vorab Kontaktinformationen zu Firmen, die sich auf die Umrüstung von Fahrzeugen aus den USA spezialisiert haben.

Auf amerikanischer Seite ist keine »Sales Tax« zu zahlen, wenn man die sofortige Ausfuhr nach Europa nachweisen kann. Bei der Einfuhr eines Autos in Deutschland müssen allerdings 10 Prozent Zoll (Motorräder 6 Prozent, Boote 1,7 Prozent) und 19 Prozent Mehrwertsteuer gezahlt werden, wenn der Wagen nicht älter als 50 Jahre ist. Neben der Verschiffung in einem Container gibt es auch die Möglichkeit der sogenannten RORO-Verschiffung. Diese Option nutzt man hauptsächlich für Fahrzeuge mit Überbreite und Überhöhe und für die Verschiffung von Booten, da diese meist zu groß für die Verladung in einen Container sind.

Fazit: Mit dem richtigen Partner an der Seite ist es relativ einfach und problemlos, sich sein persönliches Traumauto, ein rassiges Motorrad oder eine tolle Jacht aus Florida nach Hause zu holen.

Über die Autorin:
Gabriele Heinrichs ist Geschäftsführerin von AFL Logistic GmbH in Hamburg und Bremerhaven sowie American Freight Line S E Inc. in Fort Lauderdale. Telefon Deutschland + 49 (40) 742 00 13-0, Telefon USA (954) 767-0929

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Autor: Gabriele Heinrichs und Ulrike Bracken