10. 11. 2011
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Lifestyle

Neues Wettrüsten im Kennedy Space Center

Die Buzzer im Mission Control Center sind stumm. Die grünen und roten Kontrollleuchten blinken nicht mehr. Überhaupt herrscht seit dem Ende des staatlichen Spaceshuttle-Programms überirdische Ruhe im Kennedy Space Center. Hier und da kann man sogar das leise Knistern der dicken Grashalme hören, wenn die kleinen Landschildkröten zum ehemaligen Launchpad von Atlantis, Discovery und Co. hinüber kriechen. Doch schon bald soll es jetzt mit dieser Ruhe wieder vorbei sein ...

Autor: Tanja Weithöner

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Denn die drei Hauptgebäude auf dem ehemals staatlich geführten NASA-Gelände wurden bereits an Privatinvestoren verkauft. (Ob die schon von ihren gepanzerten "Haustieren" wissen?)

Einer der Käufer: US-Flugzeughersteller Boeing. Das Luft- und Raumfahrtunternehmen hat sich die 12.000 Quadratmeter "Orbiter Processing Facility" samt Hangar und dem dazugehörigen Bürohaus einverleibt. Was sie damit vorhaben? Großes. Bis 2015 werden sie kommerzielle Raumkapseln bauen, die bald Menschen und Fracht in den Weltraum befördern sollen. Ein Modell der Kapsel namens CST-100, die zukünftig womöglich auch private Raumstationen ansteuern wird, gibt es laut FloridaToday.com schon zu bewundern.

Aber die Konkurrenz schläft nicht. Kollege Lockheed Martin ist schon da, so Time Magazine, und tüftelt in einer leerstehenden Halle an einem universell einsetzbaren Space-Crew-Fahrzeug im Auftrag der NASA.

Die kalifornische Firma SpaceX möchte ebenfalls einen Krümel vom Weltraumkeks und hat sich bereits an der Cape Canaveral Air Force Base in Position gebracht, um an einem eigenen kleinen Raumschiff zu basteln.

Wir schauen gern zu. Mal sehen, wie lange man im KSC noch die Schildkröten hört ...

 
  
10. 11. 2011
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