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Oktoberfest 2006 in Florida: Gaudi in bester Tradition

Schon 1810 startete in München das erste Oktoberfest. Aber auch sein Ableger in Südwest Florida ist bereits ein "alter Hase": Schon zum 21. Mal lädt der "German American Social Club" in Cape Coral zu Weißbier, Oompah und Gemütlichkeit ein.

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Nicht nur die deutsche Gemeinde in Südwesten Florida streicht sich zwei Wochenenden im Herbst wieder ganz dick im Kalender an. Dann nämlich, wenn in Cape Coral das fast schon legendäre Oktoberfest startet. Und wenn bei hausgemachten Speisen, zünftiger Musik und frisch gezapftem deutschen Bier die große Gaudi angesagt ist. Bei der inzwischen auch immer mehr Menschen mitfeiern, die Deutschland und der deutsche Kultur "nur" als Fan verbunden sind. Wer könnte es ihnen verdenken? Die Münchner Wiesn hat in Southwest Florida jedenfalls ernsthafte Konkurrenz.

Auf dem Oktoberfest in Cape Coral tanzen die Besucher zur schmissiger "Musi" in Lederhosen auf den Tischen, während nebenan im Biergarten eine lange Schlange vor dem Schnitzel-Stand steht. Und befinden sich dabei natürlich in bester Tradition. Denn das erste "Oktoberfest" fand schon am 12. Oktober 1810 statt: Zur öffentlichen Feier ihrer Hochzeit veranstalteten der damalige Kronprinz Ludwig und die Prinzessin Therese von Sachen-Hildburghausen ein großes Pferderennen. Da die Hochzeit am 12. Oktober stattfand und das Pferderennen am 17. Oktober gibt es deshalb heute auch überall auf der Welt unterschiedliche Termine. Was aber keinen weiter stört …

Bereits zum 21. Mal laden der German American Social Club und sein Präsident Harold F. Bajusz sowie Oktoberfest Chairman Klaus Kohl heuer zur Gaudi, Weißbier, Oompah und natürlich "Gay-mood-lick-kite" ein. Und wie immer bietet das größte Oktoberfest im Sonnenstaat neben Dirndln und und Krachledernen ein reichhaltiges Angebot an herzhafter Atzung und Labung sowie traditioneller Musik. Wer könnte schon bei Sauerbraten und Schnitzel nein sagen? Oder bei Reibeplätzchen mit Apfelmus? Für Unterhaltung sorgen in diesem Jahr direkt aus dem Schwarzwald die Stettholz Musikanten, ebenfalls aus Deutschland D’Blechroaner und die Hafenkapelle, so etwas wie die Hausband des Clubs.

Mindestens 35.000 Besucher werden auch diesmal wieder erwartet. Deutschland ist allerorten wieder "in" – nicht zuletzt nach der sympathischen Visitenkarte, die "Good Old Germany" in diesem Sommer mit der Fußballweltmeisterschaft abgeliefert hat. Die Begeisterung liegt wohl auch daran, dass die Deutsch-Amerikaner mit 60 Millionen Menschen die größte Gruppe europäischer Einwanderer in den USA sind.

Für die vielen Deutschen in Südwest-Florida (und darüber hinaus) ist die alljährliche Gaudi jedenfalls zu einer wichtigen Bühne geworden, um den zahlreichen amerikanischen Gäste deutsche Gastfreundschaft näher zu bringen und sie mit deutschem Brauchtum zu unterhalten: Und das geht beim Schuhplattler und Wiener Walzer ebenso gut wie beim Ententanz. Wer hierher kommt, um zu schunkeln, im Festzelt die Füsse im Takt der Blasmusik zu wippen und ein kühles Warsteiner oder König Ludwig Weißbier (und alternativ gerne auch ein Budweiser) zu genießen, hat schlicht "A Grand Ol’ Time". Und wer will, kriegt eine ordentliche Portion Heimatgefühl gleich mitgeliefert. "O’zapft is" – an zwei Wochenenden Ende Oktober!

Miss Oktoberfest 2006

Vor nunmehr siebzehn Jahre wurde anlässlich des Oktoberfests in Cape Coral erstmals eine "Miss Oktoberfest" gekürt. Ihre Aufgabe definierte der »German American Club« damals so: Die Organisation, deutsche Kultur und Lebensfreude zu repräsentieren. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Mit dem rasanten Wachstum des Oktoberfestes – inzwischen werden hier pro Jahr über 35.000 Gäste begrüsst – stieg allerdings die Zahl der Verpflichtungen der "Miss Oktoberfest".

Christina Kaiser-Bryant, die 2005 gekürt wurde, verweist auf das enge Band zwischen Club und Region, dessen wichtiges Element die "Miss Oktoberfest" ist. Und auch Club-Präsident Klaus Kohl hält die Botschafter-Rolle für ihre wichtigste Aufgabe. "Gerade deshalb ist es so wichtig, die richtige Repräsentantin zu haben. Eine, die sich eng mit dem Oktoberfest und der deutsche Kultur identifizieren kann." Miss Oktoberfest 2006 ist da keine Ausnahme: Patricia Bachmann wurde das "Deutsche" schon in die Wiege gelegt. Ihre Mutter, eine gebürtige Bremerin, und ihr aus Heidelberg stammender Vater brachten ihrer in Amerika geborenen Tochter die deutsche Sprache bei.

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