01. 04. 2008
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Lifestyle

Pepper’s Deli & Butcher: Deutscher Metzger verlegt Geschäft nach Florida

Im Prinzip war alles Zufall. Dass Georg und Heike Hörndler und die Kinder damals in ihrem Urlaub statt an die kroatische Adriaküste nach Florida kamen, »weil ein Freund von uns in Fort Myers ein Haus hatte«. Irgendwann muss sich das Metzgerehepaar aus Roth bei Nürnberg damals ganz tief in die Augen geblickt haben – »von da an haben wir gewusst: Hier wollten wir eines Tages leben«.

Autor: Dirk Rheker

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Und von da an sind die Hörndlers in ihrer fränkischen Heimat im Prinzip nur noch Gast, »gedanklich waren wir längst im Sunshine State«, erinnert sich Heike. Im Jahre 2003 machen sie dann Nägel mit Köpfen, beantragen das E2-Visum und verkaufen die elterliche Metzgerei. »Als uns der Konsularbeamte in Frankfurt die Visa erteilt hat, konnten wir auf der Rückfahrt keinen Satz herausbringen, so aufgeregt waren wir«, lacht Heike heute.

Dann geht alles Schlag auf Schlag: Am 15. Oktober eröffnen die Hörndlers in Lehigh Acres ihren »European Deli & Butcher«. Schnell spricht sich herum, dass der »Schorsch« aus Germany sein Handwerk versteht, »weil wir Franken ja dafür bekannt sind, die beste Wurst zu machen«, wie der Chef durchaus selbstbewusst verlauten lässt. Der Laden floriert – auch, weil mit Heike jemand hinterm Tresen steht, die mit Mutterwitz die Kundschaft unterhält. Doch als sich im vergangenen Jahr die Chance auftut, mit »Pepper’s Fine Foods« in Naples einen seit Jahren etablierten deutschen Deli mit fast legendärem Ruf zu übernehmen, fackeln die Hörndlers nicht lange.

»Wir sind inzwischen ja gewohnt, ins kalte Wasser zu springen«, schmunzelt Georg. Also: den Laden in Lehigh Acres verkaufen, Umzug nach Naples, wieder mal Neuanfang. Statt wie früher alles in Eigenregie zu managen, helfen heute allerdings fast ein Dutzend Angestellte mit. Neben den hausgemachten Würsten und Fleischwaren sind die aus Deutschland importierten Produkte, täglich frisch zubereitete Speisen und das Catering die Standbeine des Geschäfts. Und Georg und Heike haben mit fränkischer Energie wieder Schwung in den Laden gebracht. Ihr Erfolgsrezept? Das klingt für jemanden, der letztlich auf das Gütesiegel »Made in Germany« (oder genauer gesagt: »Made by Germans«) setzt, fast schon überraschend: »Man muss sich als Einwanderer dem Land anpassen – dann kann man hier alles erreichen.«

 
  
01. 04. 2008
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