01. 04. 2008
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Lifestyle

Boat Clubs: Tolle Alternative zum eigenen Boot

Erfahrene Skipper wissen: Die Schönheiten von Palm Beach und Umgebung erschließen sich so richtig erst vom Wasser aus. Die Mitgliedschaft in einem »Boat Club« macht das Vergnügen eines »eigenen« Bootes inzwischen bezahlbar.

Autor: Martin K. Schaefer

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Von Palm Beach bis Miami und nicht zuletzt bis zu den Florida Keys zieht sich eines der faszinierendsten Bootsreviere Amerikas. Sowohl auf dem offenen Meer als auch auf dem Intracoastal Waterway, dem Wasserweg zwischen dem Festland und den Barriereinseln, bieten sich unerschöpfliche Möglichkeiten zum Cruisen, Wasserskifahren, Speedboat-Fahren oder Segeln. Wer träumt da nicht von einem Haus am Wasser mit eigenem Boot vor der Tür? Dieser Traum endet meist nach der ersten Kostenschätzung – ein Haus mit Bootsanlegeplatz ist gerade in der Gegend um Palm Beach kaum mehr für unter zwei Millionen Dollar zu haben.

Dazu kommt noch das Boot und natürlich der laufende Unterhalt für beides. Wenn man zudem nur wenige Monate des Jahres in Florida verbringt, steht der Aufwand in keinem Verhältnis zu den Kosten. Bleibt nur, ein Boot zu mieten. Oder die Mitgliedschaft in einem Bootsclub. Letzteres hat sich in den vergangenen Jahren für viele als eine äußerst attraktive Alternative herausgestellt. »Own the water – not the boat« lautet etwa der Werbeslogan des »Freedom Boat Club« in North Palm Beach, einem von vielen solcher Clubs in Florida. Wie in einem Sportverein kann man dort eine Jahresmitgliedschaft erwerben und hat damit Zugriff auf alle Boote des Clubs.

Ein Anruf genügt und das Gefährt steht am nächsten Tag bereit zum Ausflug in die Wasserwelt. Am Wochenende kann es bei den Booten schon mal zu Engpässen kommen, aber jedes Mitglied kann bis zu vier Reservierungen auf einmal platzieren. Damit weiß man sicher, an welchem Wochenende man Zugriff auf das Boot haben wird. Während der Woche ist ein Boot meist innerhalb von zwei Stunden bereit zur Abfahrt. Einmal im Club angekommen, bringt ein kleines Golfauto die Freizeitkapitäne mit Kühltaschen, Wasserskiern und sonstigen Utensilien direkt zum Boot. Die freundlichen Dockmaster helfen beim Ablegen.

Diese Hilfe wird besonders an windigen Tagen gerne angenommen. Nach der Ausfahrt aus dem Hafen, vorbei an Megajachten von Tiger Woods und Kollegen, geht es mit »Idle Speed« durch die Manatee Zone. Mit »Top Speed« kann man dann Richtung Peanut Island, einer kleinen Familieninsel mit Grillplätzen, oder in Richtung offenes Meer brausen. Eine faszinierende Alternative ist die Erkundung der unzähligen Wasserwege, gesäumt von kleinen Restaurants, sympathischen alten Häusern oder beeindruckenden Villen mit Traumbooten am eigenen Dock. Wenn zwischendurch der »kleine Hunger« kommt, bietet sich »Panama Hatties« als Zwischenstopp an. Ein paar Coconut Shrimps und ein Glas Wein mit Blick auf das Boot, das man direkt am Restaurant festmachen kann, lässt das Urlauberherz höher schlagen. Auch ein Steakhouse mit Valet Parking für Boote ist eine tolle Anlaufstation für ein gehobeneres Dinner mit Freunden. Zurückbringen kann man das Boot auch spät in der Nacht – ein Anruf beim Dockmaster etwa 15 Minuten vor Ankunft genügt.

Das Schönste: Nach Abschluss des Törns geht man einfach von Bord! Kein Saubermachen, Tanken, Vertauen. Alles wird von der Crew des Bootsclubs erledigt. Ein ordentliches Trinkgeld sichert einen netten Empfang auch beim nächsten Besuch. Die Preise für Mitgliedschaften variieren natürlich von Club zu Club. Der »Freedom Boat Club« etwa bietet eine so genannte »Boat Membership« für rund 5000 Dollar und die »Yacht Membership« für etwa 8000 Dollar an. Dafür steht einem dann vom Familienboot, dem klassischen Sundeck, bis zum Fishingboat alles zur Verfügung. Der Zustand der Boote ist unterschiedlich – und wie bei einem Mietwagen sollte man nie Perfektion erwarten. Der Service, die Bequemlichkeit und die unglaublich niedrigen Kosten im Vergleich zum Bootseigentum – neben dem Mitgliedsbeitrag fallen lediglich die Benzinkosten an – sind allerdings nicht zu schlagen.

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