27. 09. 2018
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Insider-Tipps

Seltsames Florida (3): Kuriose Kunstwerke und Naturphänomene im Sunshine State

Neben Floridas berühmten Attraktionen gibt es im Sunshine State auch viele weniger bekannte, ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten, mit denen sich oft interessante Geschichten verbinden. Fünf davon sollen hier vorgestellt werden.

Autor: Patrick Pohlmann

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Der kopflose Dinosaurier
In den 1960er-Jahren schuf der Künstler August Herwede rund um sein Haus etwa 13 Kilometer nordöstlich von Brooksville eine ganze Menagerie großer Betonfiguren. Gemäß der Hernando Sun begann Herwede, der zuvor eine Karriere als Innenarchitekt gemacht hatte, sich der Bildhauerei zu widmen, nachdem seine Frau gestorben war. Zu den über 30 Tierskulpturen, die er in nur drei Jahren fertigstellte, zählten unter anderem ein Elefant, ein Wollmammut, ein Löwenpaar und verschiedene Dinosaurier. Bei der Arbeit an seiner größten Kreation, einem Brontosaurus, fiel der damals bereits weit über 70-jährige Künstler vom Baugerüst, brach sich beide Beine und verstarb einige Monate später. Nach seinem Tod wurden sämtliche fertigen Arbeiten Herwedes verkauft. Nur der kopflose Brontosaurier blieb als letztes Überbleibsel seines Skulpturenzoos zurück und kann dort bis heute besichtigt werden.

Der Komodowaran von Tallahassee
2017 entwarf der angesehene Künstler W. Stanley "Sandy" Proctor für den Guyte P. McCord Park in Tallahassee eine Reihe bronzener Skulpturen. Laut dem Tallahassee Democrat hatte er zuvor jahrelang davon geträumt, einen Skulpturengarten für seine Heimatstadt anzulegen. Die meisten der Figuren stellen Kinder dar, die zum Beispiel mit Fröschen oder einem Hund spielen. Eine der Skulpturen sticht aber schon allein aufgrund ihrer Größe deutlich heraus: die imposante, über 2 Meter lange, realistische Darstellung eines Komodowarans. Sobald sich Sponsoren dafür finden, will der Künstler seine Skulpturensammlung auch noch um einen "Zug" von Riesenschildkröten ergänzen, samt einem kleinen Mädchen, das auf einer von ihnen reitet. Es lohnt sich also sicherlich, den Park mehr als einmal zu besuchen.

Die "Blues Brothers" von Dunnellon
Um den legendären "Blues Brothers" ganz nah zu kommen, müssen Musikfans nicht nach Chicago reisen. Im kleinen Ort Dunnellon etwa 42 Kilometer südwestlich von Ocala steht vor dem Hotel Two Rivers Inn eine überlebensgroße, aus Beton und Glasfasern gefertigte Skulptur von Jake und Elwood Blues. Nach Aussage des Hotelbesitzers stammt sie ursprünglich aus Georgia und wurde von ihm als Erkennungszeichen für sein Hotel erworben. Darüber hinaus finden sich auch vor anderen Herbergen, die er an verschiedenen Orten in den USA besitzt, ähnliche Abbilder der beiden Kultbrüde.

Das Hauptquartier des Stinktieraffen
Laut einer lokalen Legende soll in den Sümpfen der Everglades außer den allgegenwärtigen Alligatoren auch ein rätselhaftes Wesen mit braunem Fell hausen, das starke Ähnlichkeit mit einem großen Affen hat und aufgrund des von ihm ausgehenden Gestanks als Skunk Ape bezeichnet wird. Angeblich rührt der starke Geruch von den Ausdünstungen verfaulender Tierkadaver und Sumpfgasen her, da der natürliche Lebensraum der geheimnisvollen Kreatur die Höhlen von Alligatoren sind. Erste Sichtungen von Skunk Apes, die bis zu 3 Meter groß und 600 Kilogramm schwer werden sollen, aber im Allgemeinen als sanftmütig beschrieben werden, wurden bereits in der Kolonialzeit gemeldet. Am Tamiami Trail East in Ochopee, etwa 64 Kilometer östlich von Naples und 97 Kilometer westlich von Miami, hat der selbsterklärte Skunk-Ape-Forscher Dave Shealy die Skunk Ape Headquarters errichtet, an deren Eingang die Besucher von einer großen Stinktieraffenskulptur begrüßt werden. Neben diversen Souvenirs kann man hier auch einen Feldführer erwerben, um sich selbst auf die Suche nach dem sagenumwobenen Lebewesen zu begeben, und dazu von Shealy, der selbst nach eigenen Worten bereits mit 10 Jahren seinen Skunk Ape gesehen hat, sicherlich den einen oder anderen wertvollen Tipp erhalten. Darüber hinaus bietet er auch Touren in die Everglades an.

Der Spukhügel von Lake Wales
Auf dem Spook Hill in Lake Wales etwa 127 Kilometer westlich von Vero Beach und rund 100 Kilometer östlich von Tampa scheint die Schwerkraft umgekehrt zu wirken, sodass Autos und andere Objekte hier bergauf statt bergab rollen. Laut einer Legende stand dort wo der Hügel ist einst ein Indianerdorf, das immer wieder von einem Alligator angegriffen wurde. Schließlich kam es zu einem Kampf zwischen dem Häuptling des Dorfs und dem Reptil, in dessen Verlauf der Krieger die Panzerechse tötete. Infolge des Kampfs entstand ein kleiner See, der Lake Wales, auf dessen Nordseite der Häuptling nach seinem Tod beerdigt wurde. Als die ersten Europäer in die Gegend kamen, stellten sie fest, dass ihre Pferde Mühe hatten, den Hügel herunter zu traben. In der Folge erhielt er den Namen Spook Hill. Zu den Erklärungen für dieses Phänomen zählen die Theorien, dass es sich dabei um die Rache des Alligators handle oder dass der Geist des Häuptlings noch immer versuche, sein Land zu beschützen. Eine andere Hypothese geht davon aus, dass im Hügel eine geheimnisvolle magnetische Kraft wirkt. Tatsächlich steckt dahinter aber eine optische Täuschung: Da Betrachter, die zum Hügel hinaufblicken, keinen Horizont sehen, haben sie den Eindruck, die Straße verlaufe nach unten statt bergauf.

 
  
27. 09. 2018
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