Cheers! Floridas Trinkkultur im Wandel

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Ein guter Drink steht in Florida derzeit hoch im Kurs. Die Nachfrage nach sogenannten "craft drinks", also handgemachten Getränken, ist vor allem in den Metropol-Regionen um Orlando, Tampa und Miami groß. Befeuert wird der Trend vor allem von Millenials, der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen, die einen gut gemixten Cocktail oder ein selbstgebrautes Bier einem industriell produzierten Getränk oft vorzieht. Da sie nicht den Mainstream-Geschmack treffen müssen, entstehen dabei oft ausgefallene Kreationen.

Drinks aus Massenproduktion sind out, individuelle Neukreationen sind gefragt.<br> (Foto: © Evgeny Starkov)

Drinks aus Massenproduktion sind out, individuelle Neukreationen sind gefragt.
(Foto: © Evgeny Starkov)

Hierbei ginge es den Youngsters nicht darum, sich zu betrinken, sondern darum hochwertige Getränke zu genießen. "Sie wollen wissen, wo ihre Drinks herkommen und bevorzugen Produkte kleinerer, örtlicher Brennereien und Brauereien gegenüber Getränken aus industrieller Massenproduktion," zitiert der Orlando Sentinel Scott Smith, Professor für Fremdenverkehr und Tourismus an der University of South Carolina.

Eine Entwicklung, die den Tourismusmarketing-Experten ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Schließlich freuen sich auch Besucher und ältere Bevölkerungsgruppen über eine größere Auswahl an alkoholischen Getränken. Vor allem in Orlando sieht man in dem neuen Trend eine echte Chance, die gängige Wahrnehmung als typisches Familien-Reiseziel zu durchbrechen.

"Das eröffnet uns eine völlig neue Zielgruppe. Wir sind nicht mehr nur auf den Familientourismus angewiesen," so Smith weiter. Während er hofft, dass der neue Trend mehr Besucher anziehen wird, die kein Interesse an den Themenparks haben, wiegelt sein Kollege Robin Back, Professor an der University of Central Florida Rosen College of Hospitality Management, ab: Die größere Auswahl an alkoholischen Getränken bedeute nicht, dass Orlando nun weniger familienfreundlich sei, aber auch er glaubt, dass die Vielzahl der neuen Craft-Brauereien und -brennereien ein weiterer Pluspunkt im vielseitigen Angebot sind, das Florida bereits zu bieten hat.

Das "Craft", bezieht sich im übrigen wirklich auf das Handwerk im Herstellungsprozess der Getränke. Der Kreativität der Braumeister und Bartender ist hier kaum eine Grenze gesetzt. Vielleicht gehört sogar etwas Überwindung dazu, ein Maple Bacon Coffee-Bier (Funky Buddha Brewery) zu probieren oder ein Sea Cow Milk Stout (Saltwater Brewery) mit seiner schokoladigen Note. Dagegen klingt das Chancellor Kolsch, also das Kanzler-Kölsch (Tequesta Brewing) eher harmlos und vertraut. Auch in den Cocktailbars Floridas wird fleißig experimentiert, geschüttelt und flambiert. Wohl bekomms!

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Autor: JKH / AL