01. 07. 2003
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Lifestyle

So leben Stars und Prominente in Florida

Von den exklusiven Vororten Orlandos über Boca Raton, Miami Beach und Naples bis hin zu den versteckten Villen auf den Keys - Floridas Anziehungskraft auf Prominente ist ungebrochen. Die Ingredienzien: das warme Klima, hervorragende Golfplätze, ungestörte Privatsphäre und ein lässiger Lifestyle. Und es sind natürlich auch ein solider Wertzuwachs der Immobilien und handfeste Steuervorteile, die Stars aus der ganzen Welt in den Sonnenstaat der USA locken.

Autor: Dirk Rheker

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Jahrhunderte lang gab es nur Wildnis und Indianer. Dann kamen die Spanier. Doch sie blieben meist in den Sümpfen stecken. Florida hatte seinen Eroberern nur einen Rohstoff zu bieten: Sonne. Von der war allerdings so verschwenderisch viel vorhanden, dass ein paar sonnenhungrige Investoren aus New York und Neuengland beschlossen, ein Geschäft mit ihr zu machen. Henry Flagler, ein verrückter Millionär, war so überzeugt von der Zukunft Floridas, dass er 1912 eine Eisenbahn bis nach Key West bauen ließ.

Irgendwann kamen dann die Reichen und Prominenten. Ob Miami Beach, Naples oder Palm Beach – überall haben in den vergangenen Jahrzehnten einflussreiche und berühmte Menschen aus Wirtschaft, Sport und Show-Business hier einen Erst-, Zweit- oder Drittwohnsitz erworben. Auch deutsche Promis wie Boris Becker, der Playmobil-Chef Horst Brandstätter, der Musikproduzent Frank Farian oder der Mäuse-Zeichner Uli Stein konnten den Verlockungen des „Sunshine State“ nicht widerstehen. Einer kam schon vor dreißig Jahren: James Last. Heute läuft er auf seinem Lieblings-Golfplatz in West Palm Beach oft Otto Waalkes über den Weg. Der Bandleader aus Bremen und der Komiker aus Emden wissen nur zu gut, warum sie so versessen sind auf eine Gegend, in der man beim Golf keinen Ostfriesennerz anziehen muss.

Stefanie Maria Graf, in den Neunzigern zur weltbesten Tennisspielerin aufgestiegen, nennt einen traumhaft schönen Wohnsitz im noblen Boca Raton ihr eigen – genauso wie ihre ehemalige Kontrahentin Chris Evert. Mit seinen von Palmen gesäumten Straßen, den eleganten Boutiquen, schicken Restaurants und prächtigen Wohnanlagen, zu denen meist schmiedeeiserne Tore Normalsterblichen den Zugang verwehren, bietet Boca Raton seinen Prominenten einen Flair von Luxus und Sicherheit.

Für den Hamburger Tommy Haas dagegen war die Nähe der berühmten Tennis- Academy von Nick Bollettieri ausschlaggebend, sich in Bradenton an der Westküste Floridas niederzulassen. Mary Pierce und Marcelo Rios ging es ähnlich. Wo sonst kann man praktisch zwölf Monate im Jahr das Racket schwingen – und ist doch in zwei Stunden in New York? Die Liste der Tennis-Cracks, die einen Wohnsitz in Florida ihr eigen nennen, liest sich denn auch wie das Who’s Who des weißen Sports. Jennifer Capriati hat eine Immobilie in Saddlebrook, die schöne Russin Anna Kournikova in Miami Beach, Todd Martin residiert in Ponte Vedra, Monica Seles in Sarasota und die Williams-Sisters Serena und Venus haben sich in Palm Beach Gardens niedergelassen.

Überhaupt die Sportler! Wenn Shaquille O’Neal nicht für seine Los Angeles Lakers auf Korbjagd ist, genießt Amerikas Basketballer Nummer Eins daheim in der Promi-Enklave Isleworth nahe Orlando die angenehmen Seiten des Lebens. Hier gibt es keine kreischenden Fans, einen herrlichen Golfplatz und den schnellen Zugang zum internationalen Flughafen von Orlando. Ach ja, die Tatsachen, dass der Bundesstaat Florida keine eigene Einkommenssteuer erhebt und ein vergleichbares Haus in Kalifornien gut das Dreifache kosten würde, waren für den 2,16 m großen Riesen nicht ganz unbedeutend. Nur einen Steinwurf entfernt besitzen auch Mega-Golfer Tiger Woods, Schauspieler Wesley Snipes und Gesangs-Sternchen Mandy Moore Immobilien.

In Tampa Bay, Heimat des derzeitigen Super Bowl-Gewinners im Football, den Tampa Bay Buccaneers, zieht die eingezäunte Golf-Wohnanlage Avila nicht nur die Sportgrößen der heimischen Region an. So hat sich neben den Football-Stars Warren Sapp und Shaun King auch der Baseballer Derek Jeter von den New York Yankees – Amerikas höchstbezahlter Sportler – hier eingekauft.

Florida ist „in“ unter Promis und niemand stört sich daran, dass die großen US-Klatschmagazine wie der National Enquirer oder der Star ausgerechnet hier angesiedelt sind. Anders als in Beverly Hills oder Manhattan bleiben die „rich and famous“ in Florida weitgehend unbehelligt.

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