16. 07. 2019
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Kunst & Kultur

St. Petersburg im Wandel: Vom Rentnerparadies zum Hipstertreffpunkt

Früher galt es als "Gottes Wartezimmer", heute ist es eine der angesagtesten Städte Floridas: St. Petersburg hat einen drastischen Imagewandel vollzogen. Dass ausgerechnet die Rezession im Jahre 2008 der Auslöser dafür sein würde, hätte wohl niemand für möglich gehalten.

Autor: Stefanie Becker

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Wer vor rund 20 Jahren nach St. Petersburg reiste, konnte feststellten, dass die Stadt nur eine von vielen Rentnerhochburgen Floridas war. In der Innenstadt gab es keine nennenswerten Restaurants und in der Central Avenue lediglich staubige alte Antiquitätenläden, die nie etwas verkauften – so Greg Stanek, ein hiesiger Touristenführer, gegenüber den Dallas News. Doch die Immobilienkrise Ende der 2000er löste in der Stadt nach seinen Worten eine wahre Renaissance aus. Immobilien wurden für junge Menschen plötzlich erschwinglich, und Start-up-Unternehmen erkannten das Potenzial von St. Pete.

Paradies für Kunstliebhaber

Heute zählt St. Petersburg zu den bedeutendsten Street-Art-Städten der Welt. Infolge der Immobilienkrise wurden leer stehende Häuser von jungen Künstlern besetzt, die die vorherigen hässlichen Graffitis und Tags an den Fassaden mit aufsehenerregenden Murals übermalten. 2015 wurde das erste SHINE Mural Festival veranstaltet. Künstler aus der ganzen Welt erschaffen seitdem bei diesem jährlichen Herbstevent immer wieder neue lebendige, kreative und inspirierende Wandbilder.

Doch die Kunst in St. Petersburg beschränkt sich nicht auf Wandmalereien. Im Salvador Dalí Museum finden Besucher die größte Kunstsammlung des spanischen Künstlers außerhalb seiner Heimat. Das 6.000 Quadratmeter große Museumsgebäude befindet sich direkt am Ufer der Tampa Bay und ist selbst ein Kunstwerk, das vom renommierten Architekten Yann Weymouth entworfen wurde. Wer sich für lokale, nationale und internationale Künstler interessiert, sollte zudem unbedingt einen Abstecher in das Morean Arts Center im Central Arts District machen. Hier gibt es eine permanente Ausstellung beeindruckender Skulpturen des amerikanischen Glaskünstlers Dale Chihuly.

Kulinarische Angebote

Ein weiteres Beispiel dafür, wie hip St. Petersburg heute ist, ist das kulinarische Angebot der Stadt. Über 30 Craft-Bierbrauereien säumen mittlerweile St. Petes Innenstadt sowie die gesamte Pinellas-Halbinsel. Für Getreidesaftfans wurde sogar eigens eine Bier-Route ins Leben gerufen, auf der zahlreiche Brauereien nacheinander von speziellen Trolley-Bussen angefahren werden. Moderne Bars und Restaurants bestimmen heute das Stadtbild. So eröffnete etwa 2015 die italienisch inspirierte, von den Starköchen Michael Mina und Don Pintabona gegründete FarmTable Cucina (ehemals FarmTable Kitchen) im zweiten Stock eines lokalen Gourmettempels ihre Türen. Als ein weiteres kulinarisches Highlight der Stadt gilt das Restaurant The Mill, das 2015 vom aufstrebenden Küchenchef Ted Dorsey gegründet wurde und sich auf die amerikanische Küche konzentriert. Seine Inneneinrichtung besitzt einen Hauch von Steampunk: Moderne und futuristisch-technische Funktionen werden hier mit Elementen des viktorianischen Zeitalters verknüpft.

Die aufstrebende Food-Szene von St. Petersburg erstreckt sich bis an die Strände: Die BRGR Kitchen & Bar wurde 2016 zusammen mit dem Treasure Island Beach Resort eröffnet. Insgesamt zehn spezielle Burger stehen hier auf der Speisekarte. Wer Sonnenuntergänge liebt, sollte sich unbedingt einen Platz auf der Terrasse des Restaurants sichern und das Ereignis bei einem Cocktail genießen.

 
  
16. 07. 2019
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