01. 10. 2017
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Versicherungen

Gewusst wie: Autoversicherung in Florida

Viele Florida-Besucher, die längere Zeit im Sunshine State verweilen, möchten sich gern mit dem eigenen Auto fortbewegen. Aber benötigt man dafür einen US-Führerschein? Und wie sieht es eigentlich mit dem Versicherungsschutz aus? Versicherungsfachmann Rudolf Reiterer fasst die Fakten zusammen.

Autor: Rudolf Reiterer

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Bei einem längeren Florida-Aufenthalt ist ein Auto überaus praktisch. Was zu Hause selbstverständlich ist, wirft hier jedoch zunächst Fragen auf: Kann ich mit meinem in Europa ausgestellten Führerschein auf Floridas Straßen fahren, oder brauche ich zum Autokauf und Abschluss einer Kfz-Versicherung einen US-Führerschein? Die klare Antwort: Es reicht völlig aus, eine schweizerische, österreichische, deutsche oder sonstige EU-Fahrerlaubnis zu besitzen.

Auf den ersten Blick mag der Besitz eines US-Führerscheins unkomplizierter und praktischer erscheinen, zumal sich damit die Versicherungsprämien reduzieren lassen. Langfristig verbinden sich damit aber sogar Nachteile. Die Gültigkeit des vom Bundesstaat Florida ausgestellten Führerscheins ist nämlich an die des Visums im Reisepass gebunden. Zwar kann er beim nächsten Besuch in Florida durch einen einfachen Antrag und die Zahlung einer Gebühr bei der Kfz-Behörde verlängert werden. Dadurch verlieren Sie dann aber wiederum einen halben Tag, den Sie stattdessen in der Sonne verbringen könnten.

Auch in Florida herrscht Versicherungspflicht. Anders als etwa in Deutschland, wo die Mindestdeckungssumme bei Personenschäden 7,5 Millionen Euro beträgt, liegt die zu versichernde Mindestschadenssumme hier aber lediglich bei 10.000 Dollar. Da im Schadensfall in den USA bekanntermaßen hohe Schadenersatzzahlungen anfallen können ist allerdings grundsätzlich zu empfehlen, auch in Florida die Kfz-Versicherung mit dem höchstmöglichen Haftpflichtschutz abzuschließen.

Um nicht unnütz hohe Prämien zu zahlen, wenn der Wagen über längere Zeit in der Garage steht, sollte man zudem eine Versicherung wählen, bei der die volle Prämie nur für die Monate zu zahlen ist, in denen der Versicherungsnehmerndas Auto auch tatsächlich benutzt. In der übrigen Zeit wird die Police dann auf den sogenannten »Garagenstatus« reduziert. Dabei ist der Versicherungsschutz nicht aufgehoben, sondern beschränkt sich lediglich auf die vorgeschriebene Mindestdeckungssumme von 10.000 Dollar. Der Teilkaskoschutz (Diebstahl, Brandschutz, Vandalismus und so weiter) bleibt ebenfalls bestehen. Alternativ können Sie die Prämien auch mit einer ausländischen Kfz-Versicherung reduzieren, wenn Sie einen Nachweis der Versicherung auf Englisch bei der Versicherungsgesellschaft einreichen.

Fazit: Als Fahrzeughalter mit ausländischem Führerschein zahlen Sie in den Vereinigten Staaten in der Regel zwar höhere Kfz-Versicherungsprämien als mit einer »US driver’s license«, durch die geschickte Auswahl der Versicherung lassen sich diese aber deutlich verringern. Auf die Beantragung eines US-Führerscheins können Sie daher getrost verzichten.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern dient ausschließlich der allgemeinen Information.

Rudolf Reiterer ist Präsident der Lions Group International of SWFL in Lehigh Acres, Telefon (239) 425-5911, E-Mail: rudi@lionsgroupinsurance.com

 
  
01. 10. 2017
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