01. 10. 2009
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Lifestyle

Zehn Jahre Florida Sun: Verlegerin Jacqueline C. Freund im Gespräch

Zehn Jahre Florida Sun Magazine – Grund genug, einmal zurückzuschauen und sich an die Anfangszeiten der führenden deutschsprachigen Publikation im Sunshine State zu erinnern. Wie hat alles begonnen? Und was hat das Magazin über ein Jahrzehnt hinweg erfolgreich gemacht? Jacqueline C. Freund, Gründerin und Verlegerin des Florida Sun Magazines, gibt die Antworten.

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Florida Sun Magazine: Frau Freund, in nur einem Jahrzehnt haben Sie das Florida Sun Magazine zur erfolgreichsten deutschsprachigen Publikation im Sunshine State gemacht. Auch ein Anlass zum Feiern?

Jacqueline C. Freund: Ja, natürlich freut man sich, wenn man für die vielen Fans des Sonnenstaates Florida ein publizistisches Forum geschaffen hat, das für sie auch eine Art Heimat geworden ist. Aber ich weiß natürlich auch, dass einem im Verlagsgeschäft der Erfolg nicht hinterhergetragen wird. Deshalb müssen mein Team und ich uns jeden Tag aufs Neue anstrengen.

Florida Sun Magazine: Wann kamen Sie eigentlich selbst nach Florida?

Jacqueline C. Freund: Ich bin Anfang der neunziger Jahre als junge Tageszeitungsredakteurin hierher gekommen mit der Absicht, ein halbes Jahr lang meine englischen Sprachkenntnisse zu vertiefen.

Florida Sun Magazine: Wieso ausgerechnet der Sunshine State?

Jacqueline C. Freund: Weil man in Deutschland natürlich immer eine gewisse Sehnsucht nach Sonne, Strand und lässigem Lifestyle verspürt. Da bot sich Florida gewissermaßen wie von selbst an!

Florida Sun Magazine: Und nach einem halben Jahr sind Sie – wie so viele – dann sozusagen hängen geblieben?

Jacqueline C. Freund: Ja, ich hatte mich so in Florida verliebt, dass ich mir eine Rückkehr nach Deutschland nur noch schwer vorstellen konnte. Um ein Arbeits- und Aufenthaltsvisum zu bekommen, habe ich damals zunächst im Rahmen des »Cultural Representative Program« im Germany Pavilion von Epcot in Orlando gearbeitet.

Florida Sun Magazine: Die Liebe zu Florida war also stärker als der Wunsch, eine Erfolg versprechende Karriere als Journalistin in Deutschland fortzusetzen?

Jacqueline C. Freund: Verrückt, nicht? Aber das sind eben der große Charme und die Anziehungskraft, die Florida auf einen ausübt. Und das Thema Journalismus und Verlagswesen habe ich ja immer irgendwie im Hinterkopf behalten. Nach Disney arbeitete ich dann in einer deutschen Reiseagentur in Miami. Gemeinsam mit deren Besitzern habe ich damals die Rechte an einem Magazin mit Namen »Inseln & Strände« erworben, dessen Verleger sich beruflich in Richtung Westküste orientieren wollte. Im Prinzip war das eine recht einfache Infobroschüre für Touristen. Irgendwann im Laufe dieser Arbeit habe ich mir gesagt: »Das kann ich auch alleine machen – und noch viel besser!«

Florida Sun Magazine: Vom Wunsch, ein eigenes Magazin zu publizieren, bis zum ersten Heft ist es freilich ein großer Schritt.

Jacqueline C. Freund: In der Tat! Im Jahr 1999 habe ich dann meinen ganzen Mut zusammengenommen und das Florida Sun Magazine gegründet.

Florida Sun Magazine: Dazu bedarf es normalerweise einer Menge Startkapital. Hatten Sie damals einen Investor mit im Boot?

Jacqueline C. Freund: Nein, und mir war es auch wichtig, allein meinem Instinkt und Konzept zu folgen und keine Kompromisse eingehen zu müssen. Mein Plan war es, sich das Magazin ganz langsam entwickeln zu lassen. Ich habe gleich am Anfang unglaublich positive Reaktionen von Lesern erhalten, und auch die Anzeigenkunden waren ausgesprochen offen. Ich habe da tolle Dinge erlebt! Zum Beispiel erinnere ich mich an ein Treffen in der German-American Business Chamber in Miami, wo ich mein Magazin vorgestellt habe. Gabriele Heinrichs von der American Freight Line kam damals ganz spontan auf mich zu und sagte: »Eine junge Unternehmerin? Das müssen wir unterstützen!« So etwas hat mir natürlich großen Auftrieb gegeben.

Florida Sun Magazine: Gab es für Sie einen »Frauen-Bonus«?

Jacqueline C. Freund: Das würde ich nicht unbedingt sagen, solche Diskussionen sind ja immer eher müßig. Aber ich denke, dass es manche einfach beeindruckt hat, dass ein junger Mensch den Mut aufbringt, etwas auf die Beine zu stellen. So etwas wird in Amerika ja sehr geschätzt.

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