Klösterliche Ruhe: Spanish Monastery in Miami

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Mitten im Trubel Miamis bietet das historische Kloster St. Bernard de Clairvaux einen Ort der Entspannung mit geschichtsträchtiger Vergangenheit. Doch wie kommt ein spanisches Kloster aus dem 12. Jahrhundert in das 7.000 Kilometer entfernte Florida?

Das Kloster St. Bernard de Clairvaux in Miami ...<br> (Foto: © Florida Sun Magazine)

Das Kloster St. Bernard de Clairvaux in Miami ...
(Foto: © Florida Sun Magazine)

Außer ein paar Vögeln, die in den tropischen Bäumen sitzen, und einer Katze, die träge durch den Garten streift, ist an diesem frühen Morgen noch kein Besucher unterwegs. Und das ist auch gut so, denn so habe ich ein mittelalterliches Kloster inmitten der pulsierenden Metropole Miami ganz für mich allein. Ich schlendere über den tropischen Gartenweg, verweile einige Zeit und genieße die Ruhe. Exotische Gewächse und Bäume erinnern an die Zeit, als hier noch eine Gärtnerei in Betrieb war. Später betrete ich den schattigen Kreuzgang, der den begrünten Innenhof einrahmt.

Was für eine kuriose Geschichte: Das nach dem heiligen Zisterzienser-Mönch benannte St.-Bernard- de-Clairvaux-Kloster wurde zwischen 1133 und 1141 im kleinen Ort Sacramenia in Spanien erbaut. In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kaufte es der Medienmagnat und Kunstsammler William Randolph Hearst, ließ es Stein für Stein zerlegen und in 11.000 Holzkisten nach New York verschiffen. Eigentliches Ziel: Los Angeles. Doch Hearst ging zwischenzeitlich das Geld aus – und so lagerten die Steine bis zu seinem Tod im Jahre 1952 in einem Speicher in Brooklyn, ehe sie schließlich von zwei Investoren gekauft und nach North Miami Beach verfrachtet wurden. Was folgte, war ein 19 Monate andauerndes und 1,5 Millionen Dollar teures Riesenpuzzle, ehe das Kloster wieder zusammengesetzt war.

Heute ist der Ort eine beliebte Touristenattraktion und romantischer Schauplatz zahlreicher Trauungen. »Wir organisieren etwa 200 Hochzeiten im Jahr«, bestätigt mir Tania Witten, die in den vergangenen zehn Jahren im St. Bernard de Clairvaux viele glückliche Brautpaare betreut hat. Die Trauung kann – je nach Anzahl der Gäste – an sieben verschiedenen Orten des Klosters gehalten werden, wobei das Brautpaar die Qual der Wahl hat: ob vor dem mächtigen indischen Banyan-Baum im tropischen Klostergarten oder im sonnigen Innenhof vor dem Brunnen, der aus dem zweiten Jahrhundert stammt und aus römischem Granit gebaut wurde – ein Platz ist bezaubernder als der andere. Am beliebtesten sei jedoch die Trauung in der Kapelle, erklärt mir Tania Witten.

Kein Wunder: Als ich die dunkle Holztür öffne und das ehrfürchtige Gotteshaus betrete, taucht die durch bunte Glasfenster strahlende Sonne den Raum in ein fast mystisches Licht. Die Kapelle diente ursprünglich als Speisesaal des Klosters und wurde später für viele Jahre als Museum genutzt. Heute werden hier zweimal wöchentlich Gottesdienste der amerikanischen Episkopalkirche gehalten.

Noch schnell ein Abstecher in die Eingangshalle mit den historischen Ausstellungsstücken wie etwa dem alten Walnussschrank aus dem 17. Jahrhundert, in dem Papst Urban VIII. seine Amtstracht lagerte. Im Kloster von St. Bernard de Clairvaux habe ich eine ganz andere Seite Miamis zu Gesicht bekommen, bevor es am Ende des Ausflugstages wieder zurück in die moderne Millionenmetropole geht.

Weitere Informationen:
Kloster von St. Bernard de Clairvaux – The Ancient Spanish Monastery
16711 West Dixie Highway
North Miami Beach
Telefon (305) 945-1461
www.spanishmonastery.com
Eintritt: 5 Dollar/2,50 Dollar für Senioren, Schüler und Studenten

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Autor: Sarah Czuratis

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