29. 09. 2009
Artikel bewerten
  
Städte & Regionen

Allgemeine Reise-Infos: Everglades

Die Everglades sind die größte subtropische Wildnis in den USA. Sie liegen an der südlichsten Spitze Floridas und bedecken rund ein Sechstel des Staatsgebiets. Rund 100 Kilometer südwestlich von Miami entfernt findet man den "Everglades National Park", den zweitgrößten US-Nationalpark außerhalb Alaskas.

Left3-disabled Bild 1 von 9 Right3-enabled

Er ist das Herzstück eines einmaligen Ökosystems mit einer Fläche von zirka 6.000 Quadratkilometern, welches seit 1982 auch auf der Liste des UNESCO-Weltnaturerbes steht. "Fluss aus Gras" wird die Landschaft auch genannt, denn das Gebiet ist ein Fluss, der vom Lake Okeechobee in Zentralflorida bis an die Südspitze des Sonnenstaates reicht.

Das riesengroße Sumpfgebiet wird aus nur einem einzigen breiten Fluss, dem Okeechobee, gebildet. Das Wasser ist oft nur wenige Zentimeter tief, selbst an der tiefsten Stelle sind es nur etwa 90 Zentimeter. Der höchste Punkt der Everglades liegt nur 2,4 Meter über dem Meeresspiegel.

Es scheint, als würde das Wasser stehen. Tatsächlich fließt es aber mit einer Geschwindigkeit von nur wenigen hundert Metern am Tag in Richtung Meer. Auf dem schlammigen, kalkhaltigen Grund wächst meterhohes Seegras, und die inselartigen Erhebungen im Wasser sind dicht bewachsen. Hier erstreckt sich ein etwa 15 Kilometer langer Mangrovenwaldstreifen. Mangroven sind immergrün und aufgrund ihrer dichten Wurzeln fast undurchdringlich.

Vor Jahrmillionen ist diese unvergleichliche Sumpflandschaft über einem porösen Kalksteinsockel entstanden: ein 80 Kilometer breiter, 322 Kilometer langer, aber nur wenige Zentimeter tiefer Wasserstrom mit Tausenden von Bauminseln. Ursprünglich erstreckte sich eine unermesslich weite Urlandschaft aus Wasser und Sümpfen zwischen den Kissimmee Seen und dem Golf von Mexiko. Hiervon ist heute lediglich ein Zehntel übrig geblieben. Heute ist klar, dass nur gezielte Gegenmaßnahmen das Sterben dieser weltweit einzigartigen Wasserlandschaft verhindern können. Ein ehrgeiziges Rettungsprojekt zum Erhalt der Everglades wurde gestartet. Es ist auf 25 Jahre angelegt und soll rund zehn Milliarden Dollar kosten.

In dem riesigen Naturschutzgebiet, welches bereits vor über 60 Jahren entstand, sind Hunderte von Fisch-, Vogel- und Pflanzenarten heimisch. Berühmt für ihre artenreiche Vogelwelt, sind die Everglades auch Heimat einer Vielzahl von Tieren, die sich den extremen klimatischen Bedingungen hier – von extremer Dürre während der Trockenzeit bis hin zu üppiger Schwemme des Feuchtbiotops während der Regenzeit – angepasst haben.

Der Nationalpark bietet Lebensraum für mehr als 50 Meeres- und Landsäugetiere, über 50 Reptilienarten, ein Dutzend verschiedene Amphibien und mehr als 300 Vogel- und 500 Fischarten. Das Besondere ist nicht nur die Artenvielfalt, sondern gerade die Häufigkeit, in der viele seltene Arten hier vertreten sind.

In der Sumpflandschaft der Everglades leben auch höchst seltene Tierarten. So zum Beispiel der Florida-Panther, den man so gut wie nie zu Gesicht bekommt, wenn er durch die Graslandschaft streift. Es gibt schätzungsweise nur noch 100 Exemplare dieser nachtaktiven Tiere. Wasser ist ohne Zweifel das Lebenselixier dieser Region. Wie kein anderes Ökosystem unterliegen die Everglades dem jahrtausendealten Zyklus von Feuchtigkeit und Trockenheit. Herrscht sommerlicher Überschuss, verteilt sich das Wild weiter im nahrungsreichen Umland. Im trockeneren Winter versammelt sich das Leben in Wassernähe, und so bestehen weit größere Chancen, dort Alligatoren und andere Tiere zu beobachten. Neben dem "Fluss aus Gras" existiert der Mangrovenwald als zweites großes Ökosystem der Everglades.

Die hartnäckigen, ausdauernden Mangroven profitieren von der nährstoffreichen Mischung aus Süß- und Salzwasser an den Küsten. Mit ihren verflochtenen Gruppen, kleinen Inseln und verschlungenen Wasserwegen bilden die immergrünen Bäume den allmählichen Übergang des Festlandes zum Meer.

Klima
Im Everglades National Park herrscht subtropisches, maritimes Klima. Die Sommer sind feucht-heiß und die Winter mit nur wenigen frostigen Nächten sehr mild und trocken. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei etwa 130 Zentimeter. Von Ende Dezember bis Anfang April sind Luftfeuchtigkeit und Temperaturen sehr angenehm.

Anreise
Der internationale Flughafen von Miami liegt etwa 70 Kilometer vom Osteingang und 80 Kilometer vom Nordeingang des Nationalparks entfernt. Am Flughafen gibt es zahlreiche Autovermietungen. Von Miami aus gibt es keine regulären Busverbindungen in die Everglades. Verschiedene Reiseunternehmer bieten jedoch regelmäßig Ausflüge und Rundfahrten durch die Everglades an.

Seite

1  |

2

nächste Seite »

 
  
29. 09. 2009
Artikel bewerten

florida sun branchen-guide

Hotels im Branchen-Guide

Jetzt die passende Unterkunft für Ihren nächsten Urlaub finden: Florida-Hotels in unserem Branchen-Guide

Florida Sun Blogs

Leser-Forum

Kleinanzeigen

Anzeigen - Gesuche - Angebote

Florida Sun Magazine bietet einen kostenlosen Service für Privatanzeigen. Einfach Anzeigenformular ausfüllen.