01. 07. 2015
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Reisen

Amelia Island: Insel der Glücksmomente

Elegante viktorianische Villen, herrliche Dünenlandschaften, breite, weiße Sandstrände, mondäne Luxus-Resorts. Und ein historisches Ensemble aus Piraten, Timucua-Indianern, Shrimpern, Adeligen und Sommerfrischlern. Amelia Island im äußersten Nordosten des Sunshine States ist ein echter Schatz. Mit viel Geschichte und dem unwiderstehlichen Flair des amerikanischen Südens.

Autor: Dirk Rheker

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Den »Seafood Platter« mit Fried Shrimp Oysters, Redfish Filet und Crab Cakes? Die »Maine Lobster Roll« auf einem weißen Hoagie-Sandwich? Oder doch lieber die »Low Country Boil«, typische Hausmannskost aus New Orleans mit Andouille Sausage, Steamed Shrimp und Corn-on-the-Cob? Wir sind hier schließlich in »Old Dixie«.

Egal – nach einer morgendlichen Paddeltour durch die herrliche Marschlandschaft von Amelia Island sind wir, was die Kalorienzufuhr angeht, nicht besonders wählerisch. Es müssen nur möglichst viele sein! Und so entscheiden wir uns nach einigem Hin und Her im Sliders Seaside Grill dafür, einfach mal alles zu bestellen. Was sich am Ende nicht unbedingt als Fehler herausstellt (schließlich ist alles köstlich zubereitet), aber unsere Aufnahmefähigkeit doch erheblich übersteigt. Denn die Portionen sind großzügig bemessen, um es vorsichtig auszudrücken. Wir lehnen uns erschöpft zurück, blicken auf den Atlantik, futtern mit großem Appetit Meeresfrüchte und Südstaaten-Eintopf, plaudern mit der freundlichen Bedienung über all das, worüber man mit freundlichen Bedienungen so plaudert – und sind einfach nur glücklich. Ein perfekter Ort, um nach einem sportlichen Kraftakt alle fünfe gerade sein zu lassen. Das Restaurant rühmt sich, die einzige Tiki-Bar am Strand von Amelia Island zu besitzen. Und jeden Abend Livemusik zu spielen. Tatsächlich geht es hier ausgesprochen lässig zu. Man sitzt an einfachen Holztischen, die Wände sind geschmückt im üblichen Dekor rustikaler Fischrestaurants: Strandgut, Netze, Treibholz, alte Bojen. Manche der Gäste scheinen aus irgendwelchen benachbarten Büros mal kurz zum Lunch geschlüpft zu sein, tragen Hemd mit Schlips oder Kostümchen. Andere schlurfen in Sandalen und Tanktops durchs Lokal. Jeder nach seiner Façon. Jimmy Buffetts »Changes in Latitudes, Changes in Attitudes« scheppert für alle gleichermaßen einlullend aus den Lautsprechern. Ziemlich abgenudelt über die Jahre, aber wenn man hier sitzt, die Brise sanft vom Meer herüberweht, die Gäste schon am Mittag Margaritas und Caipirinhas schlürfen und jeder in Partylaune ist, erscheint die musikalische These von der »Stimmungsaufhellung durch Breitengradwechsel« mehr als plausibel. Die »Lobster Roll« haben wir uns übrigens als »Doggie Bag« einpacken lassen, für den kleinen Hunger später ...

Kurz vor Sonnenaufgang waren wir zu einer geführten Paddeltour im Süden der Insel aufgebrochen. Der kleine Simpson Creek, ein von den Gezeiten durchspülter mäandernder Kanal zwischen Big Talbot und dem Little Talbot Island State Park, eignet sich mit seinem niedrigen Wasser auch für Anfänger sehr gut. Die ganze Wegstrecke in unseren zweisitzigen Kajaks war vor Wellen geschützt, und von der Bucht her eröffnete sich eine malerische Aussicht über die Marschlandschaft und auf die Mayport Naval Station in der Ferne, wo sich die Silhouette einiger mächtiger Fregatten und Zerstörer im Dunst abzeichnete. Zwischendurch hatten wir einen längeren Halt auf einer Sandbank am San George River eingelegt, über uns kreisten Habichte und Seeadler, die Mangroven schienen im Gezeitenwechsel zu pulsieren, grüne Kissen mit verschrobenen Wurzeln und ineinander verdrehten Ästen. Unser Tour-Guide erzählte von den Timucua-Indianern, welche hier Tausende von Jahren beheimatet waren. Der Franzose Jean Ribault war übrigens der erste Europäer, welcher der Insel und seinen Eingeborenen einen Besuch abstattete. Den heutigen Namen erhielt Amelia Island erst später – benannt nach der Prinzessin Amelia, Tochter des aus Hannover stammenden britischen Königs Georg II.

Später am Nachmittag fahren wir entlang der Bundesstraße A1A Richtung Norden. Hohe, weiße Dünen und weites Marschland ziehen sich entlang der Küsten. Hier liegen Edel-Hotels wie das Ritz Carlton Amelia Island und das Omni Amelia Island Plantation Resort – allesamt luxuriöse Anlagen mit mehreren Golfplätzen unter herrlich alten Eichenbäumen, die den Ruf der Insel als exklusive Enklave seit vielen Jahren mitgeprägt haben. Wer will, lässt sich hier ein Pferd satteln, um über die lang gezogenen Dünen zu traben, die am Abend rötlich-golden im Sonnenlicht leuchten.

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01. 07. 2015
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