18. 04. 2018
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Reisen

Anna Maria Island: Übers Wasser laufen

Was einst nur den Königen von Hawaii vorbehalten war, etabliert sich als trendige Sportart, die Ausdauer und Geschick erfordert, aber dennoch von jedermann leicht erlernt werden kann: Stand-up-Paddling gewinnt immer mehr an Popularität. Das idyllische Anna Maria Island an Floridas ruhiger Golfküste ist das ideale Revier, um sich im Stehpaddeln zu üben.

Autor: Hans Enderneit

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EIN SPAZIERGANG ÜBERS WASSER? Das klingt wie Fliegen ohne Fluggerät. Tatsächlich ist man beiden Menschheitsträumen inzwischen erstaunlich nahe gekommen. Während die einen in einem Anzug durch die Luft rasen, gleiten andere auf einem Brett sanft über die Wellen. Zumindest dann, wenn sie etwas Übung haben.

Für Anfänger ist das Stand-up-Paddleboarding zunächst eine ziemlich furchteinflößende, weil wackelige Angelegenheit. Auf einem überdimensionierten Surfbrett von etwa zwei Metern Länge und einem knappen Meter Breite zu stehen und dabei ein Paddel mit langem Stiel in der Hand zu halten, dazu bedarf es einiger Balance. Ähnlich wie beim Surfen positioniert man sich in der Mitte des Bretts, sticht abwechselnd mit dem leichten Carbonpaddel knapp neben der Spitze ins Wasser, zieht es nach hinten und bewegt sich so fast schwebend fort.

Dies verspricht jedenfalls unser Instrukteur von Beach Bums auf Anna Maria Island. Klingt doch kinderleicht! Was man noch braucht, ist natürlich ein ruhiges Gewässer, über das man so angetrieben aus eigener Kraft gleiten kann. Normalerweise ist der Golf von Mexiko perfekt dafür. Anders als an der Atlantikküste, wo die Wellen zur Freude der Surfer in beständigem Rhythmus an den Strand rollen, kräuselt sich das Meer auf dieser Seite des Sunshine States an den meisten Tagen allenfalls wie in einem Planschbecken. Heute ist das anders. Der Wind bläst recht kräftig, auf dem Golf bilden sich kleine Wellenkämme.

Doch es gibt eine Alternative auf der anderen Seite der Insel, dort, wo die Mangroven am seichten Strand wuchern. Also rüber auf die geschützte Seite am Grassy Point, wo wir uns auf unseren Brettern langsam ins warme Wasser schieben. Dann rauf auf die Boards – und los geht’s. Für Ungeübte gilt es zunächst, die Balance zu finden: aus dem flachen Wasser auf die Knie, dann vorsichtig aufstehen und lospaddeln – so jedenfalls die Theorie. Und tatsächlich schaffen es auch wir Anfänger nach einigen Versuchen in die Vertikale, gewinnen an Fahrt, ohne allzu oft ins badewannenwarme Wasser zu plumpsen. Mit dem langen Paddel lassen wir das Board zügig durchs Wasser gleiten, während wir die Grassy Point Bayou erkunden und unter der Brücke hindurch langsam Richtung Keyes Marina paddeln. Irgendwie beruhigend, wie unser Stehpaddel in regelmäßigem Rhythmus in ruhiges Wasser taucht.

Seinen Ursprung hat das Stand-up-Paddling in Polynesien: Fischer auf Tahiti nutzen seit jeher lange surfbrettähnliche Boote, um auf den zahlreichen Gewässern vorwärtszukommen. In jüngerer Zeit entdeckten Surflehrer auf Hawaii diese Form des Surfens für sich, da sie stehend einen besseren Überblick über ihre Schüler hatten. Es dauerte nicht lange, bis das Standup-Paddling selbst zu einer beliebten Sportart wurde. Wir jedenfalls genießen unseren kurzen Anfängertrip auf dem flachen Wasser des Anna Maria Sound – trotz mancher Abstiege und obwohl hier und da ein Motorboot für unseren Geschmack ein bisschen zu nahe an uns vorbeirauscht und uns mit seiner Bugwelle etwas ins Schlingern bringt. In der Regel sind die Bootsfahrer hier aber sehr rücksichtsvoll, drosseln ihre Geschwindigkeit und halten gebührend Abstand. Der Wind hat sich inzwischen gottlob einigermaßen gelegt – aber nach so viel Übung sind wir ohnehin schon ausgesprochen sicher auf unseren schwimmenden Bügelbrettern.

Nach unserer Paddleboarding-Premiere stärken wir uns im Old Hamburg Schnitzelhaus (www.schnitzel.house). Seit drei Jahren verwöhnen Gary und Armin aus Bayern beziehungsweise Österreich ihre Gäste mit Bratwurst, Reibekuchen, Kartoffelsalat und natürlich Schnitzel. Die Atmosphäre ist heimelig wie überall auf Anna Maria Island, wo sich Einheimische und Urlauber immer wieder begegnen – ob im kostenlosen, alle paar Hundert Meter stoppenden Trolleybus, am Strand, im Café oder im Supermarkt. Man grüßt sich und plaudert.

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