11. 02. 2020
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Natur & Tiere

Artenschutz in Marco Island: Stadt fördert Bau von Kaninchenkauz-Bruthöhlen

Der Kaninchenkauz gilt in Florida mittlerweile als bedrohte Art. Um die Population der bodenbewohnenden Eulen wieder zu vergrößern, hat der Stadtrat von Marco Island beschlossen, Grundstücksbesitzer beim Bau von Bruthöhlen zu unterstützen.

Autor: Patrick Pohlmann

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Der Kaninchenkauz (Athene cunicularia) kommt natürlicherweise in Grassteppen Süd- sowie des westlichen Nordamerikas vor. Isolierte Populationen gibt es darüber hinaus in Florida und auf einigen Karibikinseln. Es werden 18 Unterarten beschrieben, die sich vor allem im Hinblick auf die Gefiederfärbung unterscheiden. Zum Schlafen und Brüten nutzt der Vogel bis zu drei Meter lange, gewundene Bodenhöhlen, bei denen es sich oft um verlassene Bauten von Säugetieren handelt, die er aber notfalls auch selbst graben kann. Bei einer entsprechenden Habitatsgröße bilden die 19 bis 26 Zentimeter großen Eulen Kolonien von bis zu zwölf Brutpaaren.

Wie die Biologin Alli Smith von der Umweltschutzorganisation Audubon of the Western Everglades gegenüber CNN ausführt, leben in Marco Island noch etwa 500 Kaninchenkäuze, die hauptsächlich in der Dämmerung Jagd auf große Insekten, Kleinsäuger, Amphibien oder Vögel machen. Im übrigen Florida seien sie dagegen zunehmend seltener geworden. Die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission führt die hiesige Unterart Athene cunicularia floridana seit 2017 als "bedroht". Laut Smith ist der natürliche Lebensraum der Vögel in den zurückliegenden Jahren weitgehend dem Häuserbau und der Landwirtschaft zum Opfer gefallen. Infolgedessen seien die Eulen heute vor allem auf leeren Grundstücken in städtischen Gebieten zu finden. Gemäß CNN brüten fast 95 Prozent der Kaninchenkäuze Marco Islands auf solchen Grundstücken. Grundstücksbesitzer, die die Flächen bebauen wollten, bräuchten lediglich eine Genehmigung zu beantragen, um die Höhlen zu entfernen. Neben Marco Island beherbergt das rund 72 Kilometer nördlich gelegene Cape Coral die größte floridianische Population des Kaninchenkauzes, der auch als offizieller Stadtvogel des "Venedigs Südwestfloridas" fungiert.

Angesichts dieser Entwicklung hat nach einem Bericht von EcoWatch Marco Island kürzlich ein jährliches Budget von 5000 Dollar verabschiedet, das für die Anlegung von Bruthöhlen für die Eulen verwendet werden soll. Das Programm soll nach Auskunft des Vizestadtratsvorsitzenden Jared Grifoni unmittelbar starten und kommt damit gerade noch rechtzeitig zum Beginn der Brutsaison der Kaninchenkäuze, die von Februar bis Juli dauert. Einwohner der Stadt, die bereit sind, auf ihrem Grundstück eine Höhle anzulegen, erhalten dafür 250 Dollar. Die Bruthöhen dürfen allerdings nicht von den Grundstücksbesitzern selbst gegraben werden, sondern müssen von Mitarbeitern von Audubon of the Western Everglades fachkundig angelegt werden. So dürfen sie etwa nicht zu nah an einem Baum oder einem Haus liegen, und auch der Verlauf von Abwasserrohren ist beim Graben der Höhlen zu berücksichtigen.

Mehr über Floridas Kaninchenkäuze, aber auch über andere hiesige Wildtiere, kann man am 29. Februar beim Burrowing Owl Festival im Rotary Park in Cape Coral erfahren. Neben Vorträgen und einer Ausstellung gibt es dabei unter anderem geführte Bustouren zu den Kaninchenkauzhabitaten Cape Corals.

 
  
11. 02. 2020
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