27. 11. 2018
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Städte & Regionen

Bahnverkehr in Florida: Brightline-Verbindung zwischen Orlando und Tampa nimmt erste Hürde

Im Januar wurde die Schnellbahnlinie Brightline zwischen West Palm Beach und Fort Lauderdale eröffnet, mittlerweile verkehrt sie bis Miami. Doch das ist nach den Vorstellungen der Betreiber erst der Anfang: In drei Jahren soll eine Verlängerung von West Palm Beach nach Orlando folgen. Nun gab das floridianische Verkehrsministerium auch grünes Licht für die Einrichtung einer Verbindung zwischen Orlando und Tampa.

Autor: Patrick Pohlmann

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Eine Auswahlkommission von Vertretern des Verkehrsministeriums und der Schnellstraßenbehörde Zentralfloridas erteilte der Betreiberfirma kürzlich die Genehmigung, Pachtverträge für das Durchfahrtsrecht mit Grundstücksbesitzern entlang der vorgesehenen Strecke auszuhandeln. Laut den Tampa Bay Times ist die Fertigstellung der neuen Verbindung ebenso wie die Verlängerung der bestehenden Linie nach Orlando für 2021 geplant. Ihre Errichtung soll rund 1,7 Milliarden Dollar kosten, die ausschließlich aus privaten Quellen stammen werden. Behördenvertreter betonten, dass die Pachtverträge nur genehmigt würden, wenn sichergestellt sei, dass auf die Öffentlichkeit keine Kosten oder Verkehrsbeeinträchtigungen zukämen, falls die Bahnbetreiberin mit ihrem Projekt in Zeitverzug kommen oder es aufgeben sollte. Staatliche Subventionen irgendeiner Art werde es nicht geben.

Nachdem die Virgin Group von Sir Richard Branson kürzlich über eine Minderheitsbeteiligung in die Betreibergesellschaft einstieg, teilte das Unternehmen mit, dass sein Name in Virgin Trains USA geändert werde. Virgin Trains unterhält in Großbritannien bereits seit Mitte der 90er-Jahre eine Reihe von Zugverbindungen. Laut Dokumenten der Betreibergesellschaft soll eine Fahrt zwischen Orlando und Tampa etwa 35 Dollar kosten. Virgin rechnet demnach mit 2,9 Millionen Passagieren pro Jahr. Die bis zu knapp über 200 Stundenkilometer schnellen Züge sollen die Strecke in einer Stunde zurücklegen, was gegenüber den zwei Stunden und fünf Minuten mit dem Silver Star von Amtrak und den etwa neunzig Minuten, die eine Autofahrt zwischen den beiden Städten dauert, eine deutliche Zeitersparnis darstellen würde. Die Züge werden über Ledersitze verfügen, einen Speisen- und Getränkeservice und freies Hochgeschwindigkeits-WLAN bieten. Um die gesamte Strecke zu diesen Bedingungen profitabel betreiben zu können, muss die Linie nach Berechnungen von Virgin etwa 2 Prozent des Reisemarktes zwischen Miami und Tampa für sich gewinnen.

Der Bahnhof in Tampa soll in oder nahe der Innenstadt errichtet werden und über angeschlossene Geschäftsflächen verfügen. Schon bisher hatte es zum Geschäftsmodell von Brigtline gehört, an den Bahnhöfen auch Geschäfte zu errichten, um Geschäftsleuten und Anwohnern ein attraktives urbanes Umfeld zu bieten und auf diese Weise zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Pläne für die Errichtung einer Schnellbahnverbindung entlang der Interstate 4 zwischen Orlando und Tampa hatte es bereits früher gegeben. 2011 hatte Gouverneur Rick Scott öffentliche Fördermittel in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar für den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen den beiden Städten abgelehnt, da er befürchtete, dass Kostenüberschreitungen und allzu optimistische Fahrgastzahlschätzungen zum Scheitern des Projekts führen könnten und die floridianischen Steuerzahler in diesem Fall in finanzielle Haftung genommen würden. Nachdem Brightline im Juni den Vorschlag einer privat finanzierten Verbindung zwischen Orlando und Tampa geäußert hatte, gab Scott bekannt, dass der Bundesstaat alle Unternehmen, die daran Interesse hätten, um entsprechende Angebote bitte. Im November hatte Brigthline als einziges Unternehmen ein Angebot eingereicht. Wie bekannt wurde, hatten Scott und seine Frau Ann 2017 insgesamt 3 Millionen Dollar in einen Kreditfonds für Brightlines Muttergesellschaft, die Fortress Investment Group, investiert und daraus ein Einkommen von mindestens 150.000 Dollar bezogen. Der Gouverneur ließ dazu mitteilen, dass seine Frau ihm keine Rechenschaft im Hinblick auf ihre Investitionen abzulegen habe und seine eigenen Investitionen von einer dritten Partei ohne seine Einflussnahme gemanagt würden, um potenzielle Interessenkonflikte zu vermeiden.

 
  
27. 11. 2018
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