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Bed & Breakfast im idyllischen Mount Dora

Wer es romantisch liebt, ist in Mount Dora und seinen schnuckeligen Frühstückspensionen am richtigen Platz. Im Heron Cay Lakeview Bed & Breakfast erlebten wir eine Zeitreise in eine verblüffend heile Welt.

Autor: Jacqueline C. Freund

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Das Ticken der alten Standuhr. Und die leichte Brise, welche die hellen Vorhänge aus weißem Gazestoff sanft hin und her wiegt. Von irgendwo kündigt das Knarren der alten Holzdielen die Ankunft eines neuen Gastes an. Melodie entspannter Behaglichkeit.

»Möchten Sie noch einen Tee«, fragt uns Margie Salyer, die Besitzerin des Heron Cay Lakeview Bed & Breakfast mit ihrer unaufdringlichen, warmen Stimme. Natürlich wollen wir. Denn wir könnten ewig hier sitzen und die Zeit an uns vorbeiströmen lassen in ihrer nachmittäglichen Trägheit. Eine Woche. Einen Monat. Ein ganzes Leben.

In den bequemen Sesseln zwischen all diesen herrlichen Antiquitäten, von denen jedes Zimmer überzuquellen scheint. Das elfenbeinerne Meissner Porzellan, die zierlichen Teller und Figuren aus der Staatlichen Porzellan Manufaktur Nymphenburg, die Tassen und Kännchen von Rosenthal und Hutschenreuther.

Zusammengetragen zumeist von Margies Eltern und Großeltern. Und denen von Randy Burgeners, ihrem Freund und Partner. Vieles stammt vom Anfang des letzten Jahrhunderts, das meiste aus den 20er und 30er Jahren. Mit Bedacht ausgewählt – und doch im praktischen Alltag stehend auf eine Art, die wenig mit musealer Andacht zu tun hat.

So essen wir jeden Morgen unser liebevoll zubereitetes Frühstück auf echten Porzellantellern. Und sind dabei umgeben von Gemälden der »Highwayman Painter«, einer Gruppe von farbigen Künstlern um den legendären A.E. »Bean« Backus, die sich in den fünfziger und sechziger Jahren auf die Landschaften Florida spezialisiert hatten und heute als Klassiker zu stolzen Preisen gehandelt werden.

Alles hier wirkt ganz zwanglos und herrlich eklektisch. Auch die Jukebox der Marke »Rock-Ola« scheint, als hätte sie in ihrem nunmehr sechzig Jahre langen Leben immer hier im Eingang gestanden und nicht in irgendwelchen verrauchten Kneipen. Warum nicht auch ein ganz klein bisschen spleenig? Wenn die kleine Eisenbahn rund ums Haus und über die Veranda tuckert und ein Schild die verdutzten Gäste warnt: »Stop – Look – Listen – Railroad Crossing Tracks – Stop on red signal«. Sind doch schon einige Gäste vorher mit der Spielzeugeisenbahn kollidiert und haben sie aus ihren Schienen geworfen.

Vor wenigen Jahren sind Margie und Randy von Südostflorida nach Mount Dora gezogen, um ihren Lebenstraum zu verwirklichen. Weil sie die Gegend hier so liebten. Und die Natürlichkeit ihrer Menschen. Gibt es bessere Gründe? »Hagebutte oder Earl Gray?« Die Notwendigkeit der Entscheidung bringt uns zurück in die Wirklichkeit. Gerade rechtzeitig. Denn soeben kommt Randy mit seinen drei hochbeinigen Barsoi in den Salon, russische Windhunde, die ursprünglich von Adeligen zur Abwehr von Wölfen gezüchtet wurden.

Hier im Zentrum von Florida gibt es zwar keine Wölfe, aber »Darla«, »Anastasia«, »Kalif«, so die Namen des temperamentvollen Trios, merkt man ihre noble Herkunft immer noch an. Elegant tänzeln sie zwischen Vitrinen und Sofas durch den Salon. Und dürften längst gespürt haben, dass sie etwas ganz Besonderes sind. Haben Frauchen und Herrchen doch das gesamte Erdgeschoss mit unzähligen Figurinen
und Gemälden dieser Hunderasse dekoriert.

Unsere Tage hier in Mount Dora, knapp eine Autostunde nördlich von Orlando, waren mit neugierigem Erstaunen gefüllt. Erstaunen über die weitläufige Hügellandschaft mit ihren majestätischen Eichen, die sich so unerwartet aus der flachen Ebene erhebt. Überrascht über die schier unendliche Zahl der Antiquitätengeschäfte. Und beeindruckt vom Mut der Bewohner, sich bewusst gegen Kaufhausketten und gegen die Überentwicklung ihres historischen, am Seeufer liegenden Städtchens entschieden zu haben.

Wir sind durch die kleine Innenstadt geschlendert mit seinen putzigen Eiscreméshops, den Puppenläden und hübschen Kunstgalerien. Hatten Halt gemacht beim »Renninger’s Twin Market«, einem Antiquitätenmarkt mit über 200 Läden. Im November, Januar und Februar finden hier die »Antique Extravaganzas«, statt, ein Antiquitätenfestival mit über 1500 Händlern.

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