Das bizarre Gefühl beim Eintreten in das Margulies Warehouse: So muss es in den Sechzigern im Haus von Dr. No gewesen sein. Aber Dr. No treffen wir nicht, denn hier steht und hängt Miro. Und zwar noch bis zum 31. Mai 2010.
Insgesamt 14 Skulpturen aus der surrealistischen Periode des katalanischen Künstlers (darunter auch einige Arbeiten von 20th "Kollege" Isamu Noguchi) warten darauf, von Ihnen berührt zu werden – natürlich nur auf kunstsinnliche Weise.
Wann kommen? Mittwochs bis samstags zwischen 11 und 16 Uhr.
Wie, Miros scharfe Monumentalskulpturen schauen Sie sich lieber unter freiem Himmel in Barcelonas Parc de l'Escorxador an?
Na schön, aber die Hyperneu-(Video)Installationen von Sara Barker, Zilvinas Kempinas, Bill Viola und Ivan Navarro sowie die "Oldie"-Skulpturen (die meisten entstanden in den Siebzigern) des Österreichers Franz West sollten Sie sich nicht entgehen lassen.
Ausnahmekunstzustand: Für "Wall on Wall Paint" (2003) pflasterte West eine verwirrende dreigliedrige Skulptur aus Putz, Mull, Dekopapier und Kunststoffen zusammen. Nicht minder spannend: Bill Violas 16-Minuten-High-Definition-Filmchen "Tempest (Study for the Raft)", das eine Gruppe von 19 Frauen und Männern (schwarz, weiß, arm, reich) zeigt, die plötzlich von einem Hochdruck-Wasserschlauch bespritzt werden. Das Ganze passiert in krasser Slow Motion, was die abgespacte Szenerie seltsam "zerlegt".
Darf's etwas bodenständiger sein? Gern. Der schwere Bronzeabdruck von George Segal wurde von der US-Regierung für das Franklin Delano Roosevelt Memorial in Washington D. C. in Auftrag gegeben. Trotzdem wirkt die metallische Lumpengruppe irgendwie deprimierend …
Ok, jetzt gehen wir nach all der Gesprächsthemen-eintütenden Kunst einfach wieder raus in die wärmende Sonne Floridas …!



